Liebe Schweden…

Ja, genau ihr, die ihr die Weltherrschaft mittels Kleidung und Möbeln erobern wollte, ihr seid gemeint. Ihr habt ja im Grunde die richtigen Ideen. Einrichtungsgegenstände kaufen zum Gesamterlebnis umzudefinieren hebt euch sehr von anderen Möbelhäusern ab. Das fällt jedem dann auf, wenn er sich mal wieder über “normale” Läden ärgern muss. Und einigermaßen günstige, moderne und streckenweise doch qualitative Mode anzubieten ist auch keine Selbstverständlichkeit. Im Grunde seid ihr da auch ziemlich ähnlich – der eine hat Ivar und Besta, der andere das Äquivalent in Pullover-Qualitäten. Muss so ein Schweden-Ding sein…

Was euch jetzt eigentlich nur fehlt, sind Kooperationen. Nein, nicht mit Schuhzauberern oder alternden Musikerinnen. Einfach nur miteinander. Ich habe die Schlagzeilen schon vor Augen: “IKEA stattet Filialen mit H&M-Kleidung aus” In den Pax-Aufbauten, den ganzen Kommoden und Nachtschränkchen, gibt es dann das komplette H&M-Sortiment zu besichtigen. Anprobe in plüschig ausgestatteten Separées mit gemütlichen Sesseln, Decken, Kissen und vielen Spiegeln.  Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr da noch nicht drauf gekommen seid. Also packt eure Marketingverantwortlichen mal zusammen in einen Raum, versprochen?

Ich kaufe zwar bei beiden von euch nicht mehr so richtig viel – das Alter, ihr versteht. Aber das Konzept scheint mir ziemlich unterhaltsam zu sein. Und wenn ihr schon dabei seid, holt euch vielleicht noch Apple richtig ins Boot und nicht nur Plastikdummys – auch wenn die nicht aus Schweden kommen… vielleicht legen sie auch noch eine Augmented Reality-App oben drauf. Dann kann Google mit seinen Pinky & Brain-Fantasien einpacken.

Das Offline-Projekt

„Ein digitaler Graben spaltet die Gesellschaft entlang einer Altersgrenze, die zwischen Ende dreißig und Anfang fünfzig verläuft.“ Das schreibt Tim Rittmann in seinem recht klugen Feature „Der große Graben“, zu finden in der Mai 2009 Ausgabe der Zeitschrift GEE. Cem Basman resümiert in seinem Blog Sprechblase: „Jede Generation hat seinen eigenen grossen Aufbruch. Es geht dabei immer um Freiheit und Selbstbestimmung. Gegen Hierarchien und Fremdbestimmungen.“

Beide Beiträge sind eine Reaktion auf aktuelle Debatten: Killerspiel-Killer, Paintball-Verbote, Internetsperren. Auf all das, was in Berlin gerade durch die Parteien hinweg entschieden wird. Auf all das, was tausende Menschen – Internetgemeinde getauft; ein mir übrigens zu religiös angehauchter Begriff – gerade bewegt. Der Begriff Zensursula wurde mittels Twitter geprägt und verbreitet, die ePetition “Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten” hat in Rekordzeit Rekordzeichner gewonnen, weil sie sehr schnell und massiv über das Web 2.0 verbreitet wurde. Von all den Menschen, die sich politisch nicht mehr wahrgenommen und erst recht nicht vertreten fühlen.

Die aktuellen Konfliktlinien sind vor allem ein Generationenproblem, so der scheinbar vorherrschende Konsens. So schreibt z. B. Jens Schröder aka. Popkulturjunkie: “Ich befürchte, dass sich ‘die Politiker’ in Berlin gerade von einer ganzen Generation von heranwachsenden und jungen Erwachsenen entfernen, weil sie einfach nicht mehr kapieren, wie moderne Technik funktioniert und was Jugendliche in ihrer Freizeit tun. Was wird als nächstes verboten? Autorennspiele, weil sie Unfälle im echten Leben wahrscheinlicher machen?” Ähnliche Töne schlägt der gesamte Artikel „Wie man eine Generation verliert“ von Kai Biermann auf Zeit Online an.

Tatsächlich können meine Eltern nicht viel mit dem anfangen, wie ich meine Freizeit verbringe. Oder wie sich mein Studien- und Berufsalltag gestaltet. Aber auch in meinem täglichen Umfeld, unter meinen teils noch nicht dreißigjährigen Freunden, gibt es den ein oder anderen, der meinen exzessiven iPhone-Gebrauch lediglich mit Kopfschütteln quittiert. Oder gleich das lieb gewonnene Stück einkassieren möchte. Twitter ist für manche ein Fremdwort, Blogs sind eine überflüssige Online-Erscheinung und auf das Internet könnten sie auch alle mal eine Weile verzichten. Auch ein Minister zu Guttenberg, der sich in den letzten Tagen ziemlich ins Abseits geschossen hat, ist gerade einmal Jahrgang 1971.

Relativ schnell fragt man sich, ob man mit seinem täglichen Online-Konsum und der digitalen Abhängigkeit eigentlich nicht doch eher zu einer Randgruppe gehört, die irgendwann wieder vom Bildschirm verschwindet. Ob man sich und seine Lebensgestaltung nicht selbst zu ernst nimmt. Bei 60 Millionen Wahlberechtigten in Deutschland sind schließlich auch 65.000 Petitionsteilnehmer zwar eine wahrzunehmende Größe aber noch keine Revolution. Bei der Petition geht es vornehmlich um Grundrechte. Die sind selbstverständlich zu schützen. Unterschwellig klingt aber auch an vielen Diskussionsstellen an, dass „Permant Online“ DER neue und vorherrschende Lebensstil schlechthin ist und es – ganz normativ – auf lange Sicht nicht mehr anders geht.

Immer wieder wird auch der Vorwurf laut, dass „die da in Berlin“ keine Ahnung hätten, wovon sie eigentlich reden. Wissen wir aber überhaupt noch, wie viele leben, die nicht alle fünf Minuten auf den Laptop-Bildschirm starren oder das iPhone aus der Tasche ziehen? Haben wir für das „analoge Leben“ noch Verständnis, wo wir doch an jeder Ecke „2.0“ fordern? Menschzweinull und ich werden deswegen eine Woche lang ausprobieren, wie es sich ziemlich analog und offline lebt. Die Idee ist vor allem aus der Sorge heraus entstanden, dass wir spätestens in der vergangenen #zensurula-Woche die Bodenhaftung verloren haben.

Die Spielregeln

Eine Woche lang ist also Folgendes strengstens verboten:

  • Web 2.0iges und Social Media Tools: Twitter, Tumblr, Flickr, YouTube, etc.
  • Internetnachrichten: SPON, SZ, Zeit online, … sieben Tage alles bähbäh
  • das Internet überhaupt zur Bespaßung
  • Mails im privaten Kontext (sorry, wenn ihr nun alle warten müsst)
  • das iPhone in seinem lebenserweiterndem Kontext
  • Killerspiele bzw. überhaupt Konsolen- und Computergedaddel
  • Filme / Serien durch Computergebrauch

Der Computergebrauch wird also im Wesentlichen auf die Funktionen einer Schreibmaschine reduziert.

Erlaubt sind (auch beim iPhone) weiterhin:

  • Telefon,
  • SMS,
  • Adressbuch,
  • Terminkalender und
  • iPod

Da wir nicht im Mittelalter landen wollen, gibt es Fernsehen und Radio. Ansonsten: viele Bücher (M2.0 darf auch seinen EBook-Reader weiter verwenden), Sport und (im Falle des kleinen Wortkomplex‘) lernen, lernen, lernen.

Da sowohl Herr Menschzweinull als auch ich uns nun aber keine Woche dafür frei nehmen konnten, gibt es gewissen Ausnahmen im beruflichen Kontext. Zumal wir beide auch noch eher digital angehauchte Berufe haben. Erlaubt sind hier:

  • E-Mails
  • Internetrecherche und Website-Besuche auf beruflich relevanten Seiten
  • soziale Netzwerke mit Berufsbedeutung (Xing, LinkedIn, etc.)

Nächsten Sonntag ziehen wir das Fazit und schauen mal, ob es sich auch so leben lässt. Unsere These: NEIN! Vielleicht fanden wir‘s ja aber hübscher und sind demnächst öfters offline.

Politik 2.0 (nicht) in Göttingen

Nachdem die ePetition “Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten” in erster Linie auf Grund der rasanten Verbreitung über Twitter, Blogs und Foren einen solchen Erfolg erzielt hat, wollte ich mir anschauen, ob über eine Internet-Plattform wie z. B. Abgewordnetenwatch schon Fragen dazu an die Abgeordneten des Wahlkreis Göttingen eingegangen sind. Ergebnis: eine.

Die geht an Thomas Oppermann (SPD), ist auf den 1.5.2009 datiert. Und hat noch keine Antwort. Ich bin einigermaßen gespannt, wie er – selbst Jurist, früherer Rechtspolitischer Sprecher und Minister für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen – darauf reagiert. Gepannt bin ich auch, wie sich Jürgen Trittin, neuerdings Spitzenkandidat der Grünen, hier künftig verhalten wird – mit 66 Antworten auf 71 Fragen hat er derzeit immerhin den besten Schnitt.

Besonders interessant ist aber Hartwig Fischer (CDU), der alle Fragesteller in Form einer standardisierten Antwort an seiner Definition von demokratischer Öffentlichkeit teilhaben lässt und aus diesem Verständnis heraus keine Antworten auf Fragen über Abgeordnetenwatch beantortet. Da hat er wohl Recht. Denn was ist daran schon Teil von Demokraticher Öffentlichkeit, wenn andere Interessierte ebenfalls die Antworten und Einstellungen von ihm lesen könnten. Interessant. Und das obwohl Fischer einen Referenten für Internet, Medien, Kommunikation beschäftigt.

Mal sehen, ob sich hier in den nächsten Wochen etwas tut. Ob die Abgeordneten, je näher die Bundetagswahl rückt, nooh aktiver werden (These: spätestens bei kandidatenwatch.de ist auch Fischer wieder dabei). Was sie sich noch für ihre Internetseiten einfallen lassen und ob demnächst auch alle ganz obamaesk anfangen zu twittern (noch keine Profile entdeckt…), bloggen und youtuben.

Und nun? Ein Gefühl von Ohnmacht.

Ach, mir ist schlecht…

Diese ganze #zensursula und #gutlügenberg Debattiererei schlägt mir auf den Magen (gibt es für Zypries schon eine hübsche Verfremdung?). Auf‘s Gemüt sowieso. Allerdings aus verschiedenen Gründen, die erst einmal auseinander gefriemelt werden wollen. Aber so nachhaltig, dass ich gegen meinen Grundsatz verstoße, in diesem Blog nicht zu politisieren.

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IKEA kommt, IKEA kommt nicht… oder doch?

Ich glaube nach wie vor nicht, dass IKEA und Göttingen das Dream-Team schlechthin wären. Da kann Herr Menschzweinull mir noch so viele Grafiken basteln (siehe hier: “Braucht Göttingen IKEA?”)*. Aber das Thema ist ein regionaler Dauerbrenner… und da ich ja wieder öfters bloggen soll…. nun ja, was tut man nicht alles…

Das Göttinger Tageblatt, lokales Meinungsführer-Medium, nahm sich jedenfalls abermals der Geschichte  an. Heute sogar in einem “Tageblatt Spezial” auf Seite 11. Schweinegrippe muss wohl gerade aus gewesen sein… Und für alle, die das nette Blatt nicht haben, aber mal schauen wollen, gibt’s meine neue Serviceorientierung:

gt_ikea_090506

(Klick macht groß!)

Ein bisschen lustig finde ich den Satz “Die Expansionsabteilung von Ikea führt Göttingen inzwischen in Veröffentlichungen und im Internet als ‘Einrichtungshaus in Planung’.” Uiuiui… Harte Recherchen. Hatte vorher auch noch niiiiie jemand bemerkt. Oder… hm…. vielleicht: “Allerdings hilft wie so manches Mal ein Blick ins Internet. Und siehe da: Zwar ohne festen Termin aber dennoch präsent, reiht sich auch ein Standort Göttingen nach wie vor in die Reihe der geplanten IKEA-Projekte ein.”(Göttinger WirtschaftsDienst, Ausgabe 05/2009, Seite 4: Stadtgespräch)

Die ermüdende hochgradig abwechslungsreiche IKEA-Debatte in Göttingen geht jedenfalls weiter. Das Thema bleibt immer hübsch ein Seitenfüller beim Warten auf den ersten Schweinegrippe-Fall.

Eine tatsächlich launige Debatte gab es zu diesem Thema übrigens in den Kommentaren zu “Dilettantischer Regionalquark” beim hochgeschätzten Silencer.

*Nachtrag: Um Missverständnisse zu vermeiden, muss ich noch hinzufügen, dass M2.0s-Grafik natürlich erst einmal sehr plausibel wirkt. Deswegen möchte ich meine Forderung, diese mit Einwohnerzahlen und demografischer Struktur zu unterfüttern, an dieser Stelle noch einmal betonen.

Das twitternde Hotel. Ein Lehrstück.

Vier kurze Tage waren Zeit, um über Ostern die ersten Alltags-Auszeittage in beschaulicher Zweisamkeit zu genießen. Weniger einfach als die Termin- (zwei Terminkalender verglichen, gemeinsame Minilücke gefunden) war die Ortsfindung. Wie wir nun auf Bremen kamen… nun… das ist eine sogar kurze Geschichte. Aber ich erzähle sie trotzdem nicht. Bremen jedenfalls. Stadt der Musikanten. Des Rolands. Heimat des Universums. Schnell war die Entscheidung auf das Prizeotel gefallen. Denn was läge für einen Menschzweinull und das kleine Wortkomplex näher, als völlig entzückt und bezuckert ein podcastendes, twitterndes Design-Hotel zu buchen? Liebevoll nannte ich es sogar „Apple-Hotel“.

Und genau zu diesem jenem Hotel will ich nun noch ein paar Eindrücke los werden. Die sind zum Teil aus meiner (ziemlich unstrukturierten) Rezension bei Holidaycheck geklaut, wo ich explizit meine Meinung zum Umgang mit Twitter los werden musste. Aber wer twittert, podcastet und sich sehr innovativ präsentiert, für den nehme ich mir sogar mal wieder Blog-Zeit und gestalte das Ganze etwas ausführlicher.

Achtung! Trotz Meckerei -  das gute Ende kommt zum Schluss. Nach einiger gemeinsamer Zeit mit Herrn M2.0 wollte ich mich nun auch einmal im Konzept des „Am Ende liegen sich alle weinend in den Armen!” ausprobieren. Vorweggenommen sei gesagt: Wer Bremen besucht, dem kann ich einen Abstecher in das Prizeotel nur empfehlen.

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Kleines Suchbild am Morgen

Hier wurden absichtlich zehn Fehler eingebaut. Um die grauen Zellen am Morgen in Form zu bringen. Oder so ähnlich.
Skype_Start carebears

Gewinner gibt es nicht. Weil das hier – selbstverständlich! – viel zu ernst ist. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.

MeinTipp übrigens: Für den feinen, gut funktionierenden Sync zwischen iPhone-Skype und “normalem” Skype sorgen ganz heimlich die Glücksbärchis mit ihren Glücksstrahlen.

insert profound & pathetic quote here

Ein Blick in meine Skype-Kontaktliste ist meist sehr erbaulich. Wie ein Blick auf das Kalenderblatt mit “Spruch des Tages” in der Generation meiner Großmutter. Denn irgendwer bietet immer ein nettes Sprüchlein. Erst Mal denkt man noch: “Ja. Schön. Stimmt.” Und gleich danach reiht sich der Gedanke ein: “Wie tief wurde hier eigentlich im Poesiealbum gegraben?” Nur um sich gleich darauf zu sorgen: “Verdammt, was habe ich in meinem maroden Geisteszustand hochtrabendes geschrieben?” Aber letztlich führt das auf ein ganz anders gelagertes Phänomen zurück.

Neuzeitlich wird nämlich nicht nur per Mail kommuniziert. Per Chat. (Metakommunikativ) per Blog. Oder Tumblr. Nein – Mood-Messages sind der Kanal. Ob nun in Skype oder sonstigen Clients, die dazu instrumentalisiert werden können. Hier wird etwas an eine (je nach Kontaktlisten-Umfang) breitere Öffentlichkeit preisgegeben, die das in etwa so viel angeht wie die tagesaktuelle Unterwäsche. Und dabei ist es doch meist nur eine Person, die etwa mit einem Zitat erreicht werden soll. Erfahrungswerte zeigen: Klappt nicht.

Grundsätzlich beziehen es ohnehin die Falschen auf sich oder sprechen einen auf die Mood-Message hin an. Gern genommen sind auch abstrakt-exhibitionistische Sätzchen, die erst einmal in einen Kontext gesetzt werden müssen und trotzdem schon etwas über die Erlebnisse des Tages aussagen. Und auch dazu muss natürlich nachgefragt werden, was das nun heißen soll – und hoffentlich fragen genau die Richtigen. Viel abstruser wird das alles noch, wenn die aktuellen iTunes-Titel, passend zum Seelenzustand gehört, eingeblendet werden.

Circa ein Jahr lang prangte bei mir in Skype einfach “Büro.” Das war prima. Und dann ging sie los, die Mood-Manie. Irgendwann, nach unzähligen und natürlich un-glaub-lich gewitzten Zitaten zu z. B. “Chancen ergreifen”, “Ängste überwinden” und “in die Pötte kommen”, bin ich letztlich auf das hier umgestiegen: Viel allgemeingültiger. Und letztlich ebenso aussagekräftig wie jedes noch so abgründige Zitat, das ich ausgraben könnte. Abgesehen davon habe ich zwei favorisierte Moods:

  • “Denial ain’t just a river in Egypt.” Ein großartiges Zitat von Mark Twain, auf vieles im Leben anwendbar. Vor allem auch dann, wenn man mit sich selbst hadert. Oder mit anderen. Also eigentlich immer. 
  • “If anyone gets nosy… just, you know… shoot ‘em. Politely.” Text aus Firefly. Einer (zu unrecht) völlig unterschätzten Serie. Immer dann gut, wenn man nur mit bestimmten Personen reden will und dazu doch mal seine Unsichtbarkeit aufgeben muss. Klappt meist ganz gut. Aber auch hier besteht die Gefahr, das gleich noch neugieriger nachgefragt wird. 

Testweise habe ich außerdem eine Woche lang “skype on mobile by www.fring.com” als Message eingestellt. Eine Nachricht, anhand der man sonst eigentlich nachvollziehen kann, dass ich sonstwo und mit dem iPhone unterwegs bin. Hat aber eigentlich keine Ergebnisse gebracht. Außer das: Vielleicht sollten wir Verkorksten alle mal wieder unser Mood-Message-Feld leeren. Und – oha, oha – doch lieber so richtig miteinander reden. Bestimmte Sachen einfach direkt und unverblümt sagen. Könnte allen weiterhelfen.

Pie-Crust

Hach, zu viele Gedichtbände gewälzt gestern… sehr seltsame Träume gehabt. Und deswegen: Christina Rosetti – Promises Like Pie Crust (mit ganz dickem Dank wieder einmal an die Hexe, eine zuverlässige Gedichtlieferantin, die mir dieses Exemplar aus ganz besonderen Gründen schmackhaft gemacht hat… )

Promises Like Pie-Crust 
by Christina Rossetti

Promise me no promises,
So will I not promise you:
Keep we both our liberties,
Never false and never true:
Let us hold the die uncast,
Free to come as free to go:
For I cannot know your past,
And of mine what can you know?

You, so warm, may once have been
Warmer towards another one:
I, so cold, may once have seen
Sunlight, once have felt the sun:
Who shall show us if it was
Thus indeed in time of old?
Fades the image from the glass,
And the fortune is not told.

If you promised, you might grieve
For lost liberty again:
If I promised, I believe
I should fret to break the chain.
Let us be the friends we were,
Nothing more but nothing less:
Many thrive on frugal fare
Who would perish of excess.

Und jetzt… Augen zu machen, das hier hören und genießen:

out-of-date

Ein Gastbeitrag von menschzweinull

Prolog 1

Ich glaube nicht an demokratisches Design. Ebenso wenig glaube ich an individuelles Design. Ich glaube an diktatorisches Design, und bin dabei in bester Gesellschaft. Daher: Wer diesen Eintrag lesen will, muss vorher oben rechts die Farbe des Blogs auf “Vernunftsblau“ umstellen. Danke.

Prolog 2

In einer relevanten Rede hat Martin Walser eine nahezu lächerlich durschaubare rhetorische Figur gebraucht; er sagte Folgendes:

wenn ich über Lyrik reden wollte, würde ich mit etwas anfangen wie »Die Sonne neigt beim Untergang im Meer zur Übertreibung«.

Der Martin wieder: Erfindet eine hübsche Floskel, die er nur ihrer selbst willen völlig kontextlos einbaut. Dieses Muster adaptierend, könnte ich jetzt schreiben:

wenn ich provozieren wollte würde ich diesen Blogeintrag beginnen mit dem Vergleich: »Wer solche Dating-Listen erfindet und ins Internet stellt handelt moralisch nicht anders als ein Pornoanbieter.«.

Aber natürlich würde ich nie so anfangen. Ich bin ja nicht Martin Walser. Der – nur so nebenbei bemerkt – eben diese in der Paulskirche mündlich vorgetragene Passage aus seinen gedruckten Redetexten hat entfernen lassen.

Prolog 3

Ich habe in meiner Erinnerung gekramt und festgestellt: Ich hatte noch nie ein „Date“.

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Als ich die Dating-Liste las, war meine erste Reaktion: Lustig. Wird sich alles keiner trauen, aber: lustig. Meine zweite Reaktion war: Listen wie diese sind gefährlich. Man sollte sie löschen. Alle.

Für das “warum“ der zweiten Reaktion spannen wir den Bogen zum zweiten Prolog: Kinder und Jugendliche wachsen heutzutage in einer durch und durch sexualisierten Welt auf. Gerade eben geht der Diskurs wieder durch die Medien: Was wird all die direkt verfügbare Pornographie im Internet mit unseren Kindern anstellen? Manche sehen die Katastrophe aufziehen, andere mahnen zur Ruhe.

Read on my dear… →

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