Abgelegt in:Alltag’

IKEA kommt, IKEA kommt nicht… oder doch?

 - von wortkomplex

Ich glaube nach wie vor nicht, dass IKEA und Göttingen das Dream-Team schlechthin wären. Da kann Herr Menschzweinull mir noch so viele Grafiken basteln (siehe hier: “Braucht Göttingen IKEA?”)*. Aber das Thema ist ein regionaler Dauerbrenner… und da ich ja wieder öfters bloggen soll…. nun ja, was tut man nicht alles…

Das Göttinger Tageblatt, lokales Meinungsführer-Medium, nahm sich jedenfalls abermals der Geschichte  an. Heute sogar in einem “Tageblatt Spezial” auf Seite 11. Schweinegrippe muss wohl gerade aus gewesen sein… Und für alle, die das nette Blatt nicht haben, aber mal schauen wollen, gibt’s meine neue Serviceorientierung:

gt_ikea_090506

(Klick macht groß!)

Ein bisschen lustig finde ich den Satz “Die Expansionsabteilung von Ikea führt Göttingen inzwischen in Veröffentlichungen und im Internet als ‘Einrichtungshaus in Planung’.” Uiuiui… Harte Recherchen. Hatte vorher auch noch niiiiie jemand bemerkt. Oder… hm…. vielleicht: “Allerdings hilft wie so manches Mal ein Blick ins Internet. Und siehe da: Zwar ohne festen Termin aber dennoch präsent, reiht sich auch ein Standort Göttingen nach wie vor in die Reihe der geplanten IKEA-Projekte ein.”(Göttinger WirtschaftsDienst, Ausgabe 05/2009, Seite 4: Stadtgespräch)

Die ermüdende hochgradig abwechslungsreiche IKEA-Debatte in Göttingen geht jedenfalls weiter. Das Thema bleibt immer hübsch ein Seitenfüller beim Warten auf den ersten Schweinegrippe-Fall.

Eine tatsächlich launige Debatte gab es zu diesem Thema übrigens in den Kommentaren zu “Dilettantischer Regionalquark” beim hochgeschätzten Silencer.

*Nachtrag: Um Missverständnisse zu vermeiden, muss ich noch hinzufügen, dass M2.0s-Grafik natürlich erst einmal sehr plausibel wirkt. Deswegen möchte ich meine Forderung, diese mit Einwohnerzahlen und demografischer Struktur zu unterfüttern, an dieser Stelle noch einmal betonen.

Quasselstrippe

 - von wortkomplex

Es gibt keine Kommunikationsform, die mich so nervt wie das Telefonieren. 

Punkt. 

Das musste mal gesagt werden. Eigentlich könnte ich das Thema damit auch schon beschließen. Wären da nicht all die Menschen, die mich immer sehr betreten ansehen, wenn ich diese Meinung äußere. Oder die mich verängstigt fragen, was sie mir getan hätten, wenn ich mich etwas – aber nur ‘n büsschen – griesgrämig melde. Oder die immer rigoros bei Skype weggedrückt werden… mir wird sogar die Fähigkeit nachgesagt, schneller auf “Ablehnen” zu klicken, als sich die Grafik aufbaut. 

Dabei bin ich eigentlich ein recht kommunikativer Mensch. Ich wage sogar zu behaupten: Ich bin ein umgänglicher und angenehmer Gesprächspartner. Ich kann mir problemlos die Seele aus dem Leib tippen, Kanalreduktion stört mich dabei kein bisschen. Selbst Videochats: Alles Bestens. Man probiere aber lieber nicht, mich per Audio-Zeugs anzuchatten. Im besten Fall reagiere ich einfach nicht darauf. Im Normalfall grummle ich aber erst mal. Und nein, ich bevorzuge mitnichten digitale Verschanzung: Real sind mir Menschen und ihre Gesellschaft immer noch am liebsten. Persönliche Gespräche von Angesicht zu Angesicht stehen bei mir sehr hoch im Kurs. Aber so reines Sprechen… bah. Das war nur über Teamspeak bei WoW  notgedrungen annehmbar.

Eine, wenn auch nur kurzfristige, Telefonieren-Entspannung brachte das iPhone. Für gefühlte zwei Wochen klappte das ganz gut. Mit dem Reden. Nicht unbedingt mit dem tatsächlichen Kommunizieren über die Leitung. Wenn auch nur, weil ich mich über die Freisprechfunktion und das Musik-Ausfaden so gefreut habe, dass ich tatsächlich dran gegangen bin, wenn Anrufe kamen. Deutlich lieber chatte oder maile ich aber mit meinem kleinen, weißen Liebling. Im Idealfall tippe ich sogar mal eine SMS. 

Nervig wird das dann, wenn ich ein Kommunikationsmittel brauche, um dringend etwas los zu werden. Persönlich geht nicht. Briefe schreiben ist unfunktional, weil meine Handschrift zu stürmisch ist. E-Mail ist bei emotionalen Dingen ganz, ganz furchtbar. Was macht der normale Mensch? Anrufen. Was mache ich? Auf die furchtbare Mail zurückgreifen. Wunderbar. 

Vorurteile über Frauen also hin oder her: Ich hasse telefonieren. Da können mir noch so viele Studien kommen, die behaupten, meine Geschlechtsgenossinnen verbringen so unglaublich viel Zeit am Hörer. Mich haben die einfach noch nicht gefragt. Wahrscheinlich werden die Umfragen aber auch per Telefon durchgeführt…

Wer hier Übertreibungen findet, darf sie behalten. Und wer sich jetzt denkt: “Wie, ich telefoniere doch ständig sehr nett mit ihr?!?”, darf sich freuen. Das sind Ausnahmen. Schon mal von mir angerufen worden? Oho! Sympathiebekundung. Mache ich selten. 

Eine Liebesgeschichte.

 - von wortkomplex

Eine der ganz großen. Wenn nicht DIE Liebesgeschichte überhaupt. 

Das iPhone. Und ein Wortkomplex. Gesucht, gefunden, nicht mehr getrennt anzutreffen. 

Nach knapp zwei Wochen wusste sie – zu ihrer Schande – nicht mehr, wie sie je ohne ihr schnuckliges iPhone auskommen konnte. Sie empfing ihren perfekten Partner mit offenen Armen. Stellte zugleich aber hohe Erwartungen an ihn, die es erst einmal zu erfüllen galt – doch ihm gelang es. Er übertraf sie sogar. In den ersten Tagen verdrängte der kleine, weiße Liebling gar Grums aus ihrem Bett und durfte nachts noch mit ihr kuscheln. Mittlerweile ist ihrem neuen Lebensgefährten immerhin ein Platz auf dem Nachttisch sicher.

So vieles an ihm begeisterte sie einfach. (Natürlich nur eine kleine Auswahl.)

  • Nervige Wartereien kann sie nun abkürzen (sie ist ein sehr ungeduldiger Mensch). Mal eben schnell Mails abfragen und schreiben. SPON heimsuchen. Feeds abarbeiten. 
  • Morgens kann sie noch mit Kaffee im Bett liegen bleiben (sie ist ein sehr morgenmuffeliger Mensch). In Ruhe Mails abfragen und beantworten. Eine Runde durch Nachrichtenseiten drehen. Feeds durchwühlen. 
  • Chatten kann sie auch mitten in der Fußgängerzone. Wer braucht schon noch SMS? (Na gut, iPhone-Nutzer, weil die da so schön schnuckelig dargestellt werden.)
  • Sie surft nun in lesbarer Qualität (fast) überall. Dem Kollegen, der sich gerade über die Bahn aufregt, konnte sie einen bloggenden Leidensgenossen hervorzaubern. Oder der Freundin beim Klettern spontan auch noch den selbstgefälligen Blogeintrag zeigen, über den beide sich gerade unterhalten hatten.
  • Klugscheißen at its best. So viel Wissen, dass so schnell abrufbar ist! Sie kann auch bei einem nächtlichen Spaziergang noch nachgoogeln, wer wohl welches Gedicht geschrieben hat. 
  • Nicht mehr verlaufen. Ein wirklich elementarer Punkt für verwirrte Menschen wie sie. (Disclaimer: Schließt nicht mit ein, dass sie nun nicht mehr gegen Dinge läuft.)
  • Fotos hat sie immer dabei. Musik. Podcasts. Gut, diese Freude würde ihr ein iPod auch bereiten. Aber damit fühlt es sich für sie nur halb so gut an. Digitale Fotoalben in die Runde reichen findet sie in Verbindung mit dem netten Display, dem Schubsen und dem Handy drehen einfach ganz groß. 
  • Nette bis langweilige Fotos macht sie sehr gerne… 
  • …um diese dann zu tumbeln - aka “in der Nase popeln und der Welt davon erzählen”

Und zu guter Letzt: 

  • Der An-/Ausschieber für Funktionen hat ihr Herz erobert. 

Nachteile gibt es natürlich auch. Nicht allzu wenige sogar. Unter anderem zählt dazu sicher, dass sie nun noch mitleidiger angeschaut wird, wenn sie von ihrem Mac-Zeugs schwärmt. Aber Schwamm drüber. Auch damit kann sie leben. Allerdings noch eine kleine Randnotiz. Die Anmachsprüche sind qualitativ nicht gestiegen. Ihr ist in letzter Zeit tatsächlich einiges untergekommen, aber nur wenig so plattes wie gestern auf dem Weg ins Café: “Oh, ein iPhone. Cooles Teil. Kann ich gleich deine Nummer haben?”

Und wenn sie nicht sterben oder den digitalen Exidus antreten, leben sie glücklich zusammen bis in alle Ewigkeit. Oder bis die neueste Version auf den Markt kommt.

Schlimme Bürodialoge III

 - von wortkomplex

Kollegin: “Schlimm. Seit letzter Woche habe ich kein Zeitgefühl. Ständig denke ich, es ist ein anderer Tag. Heute habe ich das Gefühl, es ist Mittwoch.”

Ich: “Heute ist Mittwoch.” 

Kollegin: “Oh…”

Zwei Stunden später…

Kollegin: “Und heute ist wirklich Mittwoch?”

Ich: “Ja, heute ist Mittwoch.”

Kollegin: “Sicher?”

Ich: “Sicher.”

Zwei Stunden später…

Kollegin: “Machts gut, schönen Feierabend!”

Ich: “Mach’s gut… und…”

Kollegin: “Ja?”

Ich: “Heute ist Mittwoch.”

Ich: “Morgen ist übrigens Donnerstag.”

Schlimme Bürodialoge II

 - von wortkomplex

“Du hast da ‘was rotes, fleckiges an deinem Mantel.”

“Das ist nicht ‘was. Das ist mein neuer iPod.”

“Wie? Auf das kleine Ding geht Musik drauf? DAS ist ein iPod?”

“Gestatten – Chef, mein iPod Shuffle. iPod Shuffle, mein Chef.”

 

(An dieser Stelle gebe ich zu, dass ich an der Entstehung der “Schlimmen Bürodialoge” meist nicht ganz unbeteiligt bin.)

Na endlich…

 - von wortkomplex

Plötzlich standen SIE vor mir. An einem Samstagabend. Ich dachte schon an eine Fata-Morgana. Zu viel sinnestrübende Wissenschaft für ein Wochenende. Aber nein… heute waren SIE immer noch da. 

7.700 Liter geballte Tonnenkraft

 

 

 

 

 

 

 

Jap. Richtig gezählt.

Sieben Stück. Alle mit 1.100 Liter Volumen. 7.700 Liter gesamt.

Vielleicht habe ich ein bisschen zu laut geschrieen… soooo viele wollte ich dann doch nicht vor der Haustür stehen haben.

Schlimme Bürodialoge I

 - von wortkomplex

Rumpeln aus der Küche. Schranktüren werden panisch aufgerissen. Und zugeschmettert. Entsetztes Ächzen und Stöhnen. 

“Pffff… %§#_&*&?!!!”

“Alles Ok?”

“Argh. Wir brauchen Kaffee!!!”

“Wollten wir nachher ohnehin besorgen. Irgendwelche Wünsche?”

“Mein Magen ist ein bisschen kaffeestrapaziert. Nehmt einen milden.”

“Ja. Das Leben ist schon hart genug.”

I like Murphy

 - von wortkomplex

Gestern verabredet zum Essen. Gut, eigentlich sehr schön. Und von mir mit großer Freude erwartet. Immerhin eine Wohnung mit verdammt vielen Kochbüchern (habe selbstverständlich auch gleich die Rezepte für extrem leckere vegetarische Kreationen mitgehen lassen).

Nicht schön: Die ziemlich dicken, ziemlich dunklen Wolken. Und die sanfte Brise. Bzw. der nicht sehr vertrauenserweckende Sturm. Mit jedem Rausschauen wurde es eigentlich nur noch unschöner. Und als ich mich dann endlich durchgerungen hatte raus zu gehen, dröpelte es. Natürlich. Wäre ich zehn Minuten früher aus dem Haus, hätte es genau dann angefangen. Murphy lässt grüßen. Und verlassen kann man sich auf ihn auch immer wieder.

Aufs Rad bequemt – Regen geht richtig los. An der ersten Kreuzung angekommen – Platzregen. Noch eine Kreuzung weiter – nass. Sehr, sehr nass. Aber es war schön. Fast schon Sommerregen. Auf den freue ich mich seitdem sehr, dann kann auch Murphy gerne wieder mitspielen. Ein Spaziergang im Sommerregen ist manchmal nämlich einfach traumhaft. 

Und schließlich hat mich das umwerfende “Schokoladen-Massaker”, dass ich zum Nachtisch vorgesetzt bekam, vollends in Euphorie versetzt. Schokoladen-Creme mit Cognac, gerösteten Mandeln und Karamell. Wird unbedingt nachgekocht. Da vergisst jeder durchgeregnete Haare. 

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