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	<title>wortkomplex &#187; Medien</title>
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		<title>Politik 2.0 (nicht) in Göttingen</title>
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		<pubDate>Sat, 09 May 2009 12:21:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wortkomplex</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem die ePetition “Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten” in erster Linie auf Grund der rasanten Verbreitung über Twitter, Blogs und Foren einen solchen Erfolg erzielt hat, wollte ich mir anschauen, ob über eine Internet-Plattform wie z. B. Abgewordnetenwatch schon Fragen dazu an die Abgeordneten des Wahlkreis Göttingen eingegangen sind. Ergebnis: eine.
Die geht an Thomas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem die ePetition <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860" target="_blank">“Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten”</a> in erster Linie auf Grund der rasanten Verbreitung über Twitter, Blogs und Foren einen solchen Erfolg erzielt hat, wollte ich mir anschauen, ob über eine Internet-Plattform wie z. B. <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/" target="_blank">Abgewordnetenwatch</a> schon Fragen dazu an die <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/goettingen-532-616.html" target="_blank">Abgeordneten des Wahlkreis Göttingen</a> eingegangen sind. Ergebnis: eine.</p>
<p>Die geht an <a href="http://thomasoppermann.de/" target="_blank">Thomas Oppermann (SPD)</a>,<a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/thomas_oppermann-650-5574.html#q178304" target="_blank"> ist auf den 1.5.2009 datiert.</a> Und hat noch keine Antwort. Ich bin einigermaßen gespannt, wie er &#8211; <a href="http://thomasoppermann.de/lebenslauf.php" target="_blank">selbst Jurist, früherer Rechtspolitischer Sprecher und Minister für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen</a> &#8211; darauf reagiert. Gepannt bin ich auch, wie sich <a href="http://www.trittin.de/start/index.shtml?navanchor=1010000" target="_blank">Jürgen Trittin</a>, neuerdings Spitzenkandidat der Grünen, hier künftig verhalten wird &#8211; <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/juergen_trittin-650-5575.html" target="_blank">mit 66 Antworten auf 71 Fragen</a> hat er derzeit immerhin den besten Schnitt.</p>
<p>Besonders interessant ist aber <a href="http://www.hartwig-fischer.de" target="_blank">Hartwig Fischer (CDU)</a>, der alle Fragesteller<a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/hartwig_fischer-650-5846.html" target="_blank"> in Form einer standardisierten Antwort an seiner Definition von demokratischer Öffentlichkeit teilhaben lässt</a> und aus diesem Verständnis heraus keine Antworten auf Fragen über Abgeordnetenwatch beantortet. Da hat er wohl Recht. Denn was ist daran schon Teil von Demokraticher Öffentlichkeit, wenn andere Interessierte ebenfalls die Antworten und Einstellungen von ihm lesen könnten. Interessant. Und das obwohl Fischer <a href="http://hartwig-fischer.de/mitarbeiter-in-berlin.html" target="_blank">einen Referenten für Internet, Medien, Kommunikation</a> beschäftigt.</p>
<p>Mal sehen, ob sich hier in den nächsten Wochen etwas tut. Ob die Abgeordneten, je näher die Bundetagswahl rückt, nooh aktiver werden (These: spätestens bei <a href="http://www.kandidatenwatch.de/index.php?cmd=787&amp;id=331&amp;cookie=wk787_331" target="_blank">kandidatenwatch.de</a> ist auch Fischer wieder dabei). Was sie sich noch für ihre Internetseiten einfallen lassen und ob demnächst auch alle ganz obamaesk anfangen zu twittern (noch keine Profile entdeckt&#8230;), bloggen und youtuben.</p>


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		<title>Und nun? Ein Gefühl von Ohnmacht.</title>
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		<pubDate>Fri, 08 May 2009 23:04:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wortkomplex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lästigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheiten & Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Guttenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Internetsperren]]></category>
		<category><![CDATA[kein Vertrauen]]></category>
		<category><![CDATA[UvdL]]></category>
		<category><![CDATA[zensursula]]></category>

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		<description><![CDATA[Ach, mir ist schlecht&#8230;
Diese ganze #zensursula und #gutlügenberg Debattiererei schlägt mir auf den Magen (gibt es für Zypries schon eine hübsche Verfremdung?). Auf‘s Gemüt sowieso. Allerdings aus verschiedenen Gründen, die erst einmal auseinander gefriemelt werden wollen. Aber so nachhaltig, dass ich gegen meinen Grundsatz verstoße, in diesem Blog nicht zu politisieren.

50.000 &#8211; and counting&#8230;
Ich war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ach, mir ist schlecht&#8230;</p>
<p>Diese ganze <a href="http://search.twitter.com/search?q=zensursula" target="_blank">#zensursula</a> und #gutlügenberg Debattiererei schlägt mir auf den Magen (gibt es für Zypries schon eine hübsche Verfremdung?). Auf‘s Gemüt sowieso. Allerdings aus verschiedenen Gründen, die erst einmal auseinander gefriemelt werden wollen. Aber so nachhaltig, dass ich gegen meinen Grundsatz verstoße, in diesem Blog nicht zu politisieren.</p>
<p><span id="more-471"></span><br />
<strong>50.000 &#8211; and counting&#8230;</strong></p>
<p>Ich war unter den ersten 50.000 Mitzeichnern der ePetition <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860" target="_self">&#8220;Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten&#8221;</a> und fühle mich gut dabei. <a href="http://menschzweinull.blogspot.com/2009/05/online-petition-gegen-internetzensur.html" target="_self">Herr Menschzweinull merkt in seinem Blog völlig zurecht an: </a></p>
<blockquote><p>Aber eines will ich mir nicht nachsagen lassen: dass meine Kinder mich nachher fragen &#8220;warum habt Ihr nichts getan&#8221;.</p></blockquote>
<p>Allerdings hatte ich anfangs völlig unbedarft nichts gegen die Sperre von Internetseiten mit kinderpornografischen Inhalten einzuwenden &#8211; bis ich angefangen habe mich z. B. bei Heise zu informieren (siehe: <a href="http://www.heise.de/ct/Die-Argumente-fuer-Kinderporno-Sperren-laufen-ins-Leere--/artikel/135867" target="_self">„Verschleierungstaktik &#8211; Die Argumente für Kinderporno-Sperren laufen ins Leere“</a>). Damit bin ich nicht alleine. Denn was mit „Gegen Kinderpornografie!“ gelabelt ist, <strong>DARF</strong> gar nicht erst für schlecht empfunden werden. Das ist ein entscheidendes rhetorisches Konstrukt, auf das die Bundesregierung respektive Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen ganz offenbar setzt. Kritiker werden nur allzu schnell als Pädokriminelle abgestempelt oder als Unterstützer einer dreckigen Szene. <a href="http://edition.cnn.com/2001/US/09/20/gen.bush.transcript/" target="_blank">„Either you are with us or you are with the terrorist.“ sprach George W. Bush einst.</a> Nichts wesentlich anderes impliziert Ursula von der Leyen (UvdL, sprich: Uffdell) heute.</p>
<p>Das führt in der Folge dazu, dass alle ihre kritischen Töne vorauseilend damit einleiten „Natürlich bin ich gegen Kinderpornografie und für eine Bekämpfung derselben, aber&#8230;“. Der Generalverdacht &#8211; oder die Angst davor &#8211; hat in der Ausdrucksweise längst Niederschlag gefunden. Das ist eine sehr traurige Entwicklung. Aber zumindest ein Erfolg, den UvdL schon einmal für sich verbuchen kann. Und wer weiß, wie viele Bürger, die eigentlich der Petition zustimmen, sich genau davon abhalten lassen &#8211; <a href="http://www.naumburger-tageblatt.de/ntb/ContentServer?pagename=ntb/page&amp;atype=ksArtikel&amp;aid=1241760749890&amp;openMenu=1013016724320&amp;calledPageId=1013016724320&amp;listid=" target="_blank">dafür, dass die Namen öffentlich zugänglich sind, sorgt der Bundestag schließlich auch gleich.<br />
</a><br />
<strong>Emotionalisierung und Populismus. Auf beiden Seiten. </strong></p>
<p>In dem sehr schönen kleinen Beitrag <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/media/zapp3290.html" target="_blank">„Von der Leyen &#8211; Viel Show und wenig Konkretes“</a> legt Zapp dar, was eigentlich hinter UvdL steckt. Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass sich die Ministerin mit Blitzkarriere ziemlich billiger Tricks bedient, die einen schnellen und widerstandslosen Erfolg garantieren sollen. So z. B. auch, als sie das religionskritische Buch „Wo bitte geht‘s zu Gott?“ indizieren wollte.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wo_bitte_geht’s_zu_Gott%3F_fragte_das_kleine_Ferkel" target="_blank">Auf Wikipedia steht dazu: </a></p>
<blockquote><p>Im Antrag heißt es, Text und Abbildung des Buches wiesen „mithin antisemitische Tendenzen auf“. Das Buch sei somit geeignet, „Kinder und Jugendliche sozial-ethisch zu desorientieren“. Über den Antrag wurde am 6. März 2008 entschieden.</p></blockquote>
<p>Vermutung: Genau dieses antisemitischen Arguments bediente sie sich, weil es gerade in Deutschland am leichtesten durchzusetzen ist. Dass aber alle monotheistischen Religionen in ausgesprochen klischeebehafteter, absurder (und dümmlicher) Weise dargestellt werden, wird vorsichtshalber verschwiegen. Eine Bundesfamilienministerin &#8211; auch der CDU -  hat aber nicht zu entscheiden, ob Eltern ihre Kinder christlich oder atheistisch erziehen. Das liegt im Ermessen der Eltern. Ich z. B. würde meinen Kindern genausowenig das Ferkelbuch vorsetzen, wie ich sie mit stark religionslastigen Büchern aufwachsen sehen möchte. Aber ich will mir diese Richtung nicht von UvdL vorgeben lassen.</p>
<p>Genauso läuft es nun aber auch mit der Kinderpornografie. Denn wer kann schon dagegen sein, dass hilf- und wehrlose Kinder geschützt werden?</p>
<p>Emotionalisierung und Populismus, das sind zwei Eigenschaften der Internetsperren-Debatte, derer sich in großem Stile bedient wird. Allerdings nicht nur von Regierungs- und Politikerseite sondern auch von der anderen. Ein bisschen erinnert es wirklich an Herdentrieb und „Psychologie der Massen“ von Gustav LeBon, wenn in der Tagesschau Minister Guttenberg eine Äußerung trifft und ihn die Twitterschaft kollektiv vor ein Erschießungskommando stellen  möchte &#8211; seine Worte:</p>
<blockquote><p>Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich eines der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht.<br />
(Quelle: <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video492926.html" target="_blank">Tagesschau</a>)</p></blockquote>
<p>Das wird natürlich nicht gut aufgenommen. <a href="http://www.spreeblick.com/2009/05/08/herr-zu-guttenberg-ist-betroffen/" target="_blank">Einige möchten gegen ihn wegen Verleumdung auch gerne Strafanzeige stellen. </a>Guttenberg könnte aber auch gemeint haben, dass es nicht gut sei, jetzt alle Gegner des Gesetzes zu verurteilen und stattdessen ihre Argumente ernst genommen werden sollten. Hat eigentlich schon einmal jemand die Frage gehört, die ihm gestellt wurde? Ja, was wenn er gefragt wurde: „Wie finden Sie es, dass die Petetenten als Unterstützer von Kinderpornografie gebrandmarkt werden?“ Dann ist immer noch nicht die enorm schlechte Ausdrucksweise entschuldigt. Und ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, dass er dies so&#8230; positiv&#8230; gemeint haben könnte. Aber es wäre auch eine mögliche Lesart, die jedoch in der aufgeheizten und emotionalisierten Atmosphäre untergeht. Ist das denn wirklich so besser als das leyenhafte Niveau?</p>
<p><strong>Wie sag ich‘s bloß meinen Eltern?</strong></p>
<p>Was mich weiterhin einigermaßen betroffen macht ist, dass außerhalb der jetzt aktiven Twitterschaft und Blogosphäre kaum jemand versteht, was die Gegner von UvdL eigentlich  gerade antreibt. Einigen werden Freunde und Bekannte mit ein wenig Netzaktivität und minimalem technischen Verständnis erklären, dass die Sperren nutzlos und nur der Anfang einer großen Zensur sind. Aber der große Rest? Der wird den Kopf schütteln über eine Jugend ohne Wertemaßstäbe; und über das Internet generell, das alle verdirbt. Wie also erkläre ich meinen Eltern, dass ich nicht für Kinderpornografie eintrete? Sondern dass ich gerade die konsequente und effektive Bekämpfung statt einer Augenwischerei befürworte, wenn ich gegen die geplanten Sperren bin? Und dass ich mich als Bürger für die mir vor 60 Jahren gewährten Grundrechte einsetze? Dass ich mich dafür einsetze, dass auch meine Kinder in 60 Jahren noch in den Genuss von Informationsfreiheit und Privatsphäre kommen?</p>
<p>Sicher: Mittlerweile hat die große Welle an Unterstützern der Petition auch klassisch-spießige Medien wie die Tagesschau auf den Plan gebracht. Der Nachrichtendruck wurde schließlich zu groß. Aber es wird nunmal von einer Sperre von Seiten mit kinderpornografischen Inhalten berichtet. Und welches verabscheuenswürdige Pack kann schon gegen so etwa gutes sein?</p>
<p>Nur selten ist davon zu hören, dass sogar die Gefahr besteht, dass im Falle einer Veröffentlichung mit den Listen Kinderpornografie-Ringen in die Hände gespielt wird. Nur selten ist zu hören, dass ohnehin nicht das freie Internet zur Verbreitung genutzt wird. Und nur selten ist von alternativen Konzepten zu hören. Server abstellen, wenn diese ohnehin bekannt sind etwa. Mehr Sozial- und Jugendarbeiter sowie Schulpsychologen einsetzen, Arbeitsgruppen von Providern und BKA einberufen, mehr Experten ausbilden. <a href="http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=1015566&amp;kat=317" target="_blank">Kostet aber alles Geld.</a> Deswegen wird eben lieber ein Deckmäntelchen über die schlimmen Taten gehüllt und damit suggeriert: Wir tun doch aber sooooo viel! Eine trügerische Sicherheit ist das.</p>
<p><strong>Politisches Urvertrauen&#8230; massiv erschüttert</strong></p>
<p>Eigentlich hatte ich immer ein gewisses Urvertrauen in die Demokratie der Bundesrepublik. Bislang erklärte ich immer brav allen, wieso sich da nun so wenig gewählte und dafür bezahlte Volksvertreter ihren Hintern im Plenarsaal platt drücken. „Weil wir ein Ausschuss-Parlament haben.“ &#8211; meine standardisierte, immer hübsch parate Antwort. Dass die eigentliche Arbeit eben nicht in großer Runde sondern in den Ausschüssen und Unterausschüssen stattfinde. Wo sich die Bundestagsabgeordneten zusammenfinden, die sich intensiv in die Materie einarbeiten. Und wo auch immer Experten hinzu gezogen werden.</p>
<p>Was für einen Sinn hat aber auch das beste Briefing oder die umfassendste und kompetenteste Beratung, welche Bedeutung hat noch die Arbeit der Ausschüsse, wenn alles dort Geleistete konsequent ignoriert wird? Denn genau das tun Übermutter von der Leyen und Herr von und zu Guttenberg  gerade. Das wurde sehr deutlich in der ersten Debatte zum Gesetz, die am Mittwoch, 6. Mai 2009 stattfand (<a href="http://www.youtube.com/view_play_list?p=C8362DEC2E766374" target="_blank">alle Redner in Einzelbeiträgen auf You Tube</a>). Geführt von und für 20 Hanseln und ansonstem leeren Plenarsaal (&#8220;&#8230;aber wir haben doch ein Ausschuss-Parlament&#8230;&#8221;). Bei den vorgebrachten Argumenten und Verdrehereien ist mir teils speiübel geworden. Vor allem, wenn einige der Abgeordneten aus den Ausschüssen berichteten und abermals betonten, dass das Vorhaben von allen Experten für absolut unsinnig erachtet wird &#8211; die aber offenbar konsequent von der Großen Koalition ignoriert wird. Aber halt! (Stopp! scheint mir an dieser Stelle unangebracht), die beiden Minister waren doch nicht einmal anwesend? Richtig. Schließlich wird auch die Petition am Erlass des Gesetzes nichts ändern, sie wähnen sich ohnehin auf der sicheren Seite.</p>
<p><strong>Wahlentscheidung 2009 &#8211; Das kleinere Übel gibt es nicht. </strong></p>
<p>Frau von der Leyen, Herr von Guttenberg &#8211; und noch viele, viele mehr &#8211; machen die CDU spätesten jetzt für mich untragbar. Aber auch die SPD schießt sich in meiner persönlichen Wahrnehmung immer mehr ins Abseits (z. B. dank <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_dieter_wiefelspuetz-650-5785--f179544.html#frage179544" target="_blank">Herrn Dr. Wiefelspütz</a>). Genau genommen habe ich gerade den Eindruck, dass keine der Parteien derzeit für mich wählbar ist. Und das ausgerechnet im Wahljahr 2009. Vor dem aktuellen Hintergrund ließe sich auf die <a href="http://www.piratenpartei.de/" target="_blank">Piratenpartei</a> verweisen. Doch denen fehlt wiederum die Kompetenz in vielen anderen Bereichen &#8211; ein Blick in das vorhanden Parteiprogramm (mit dem ich mich sehr identifizieren kann) offenbart viele Lücken. Konzepte für Rentenpolitik z. B. fallen nicht einfach vom Himmel.</p>
<p>Was also nun? Selbst politisch aktiv werden, werden mir da wohl einige als logische Konsequenz empfehlen. Aber hat man wirklich auf diese ganzen Machtspielchen Lust, auf diese thematische Ignoranz zwecks eigenem Vorankommens und die willentliche Volksverdummung? Auf ein Geschäft, in dem Brandredner mit falschen Zahlen und fadenscheinigen Argumenten aber charmantem Lächeln den meisten Erfolg erzielen? Schon mein Opa sagte: „Politik verdirbt den Charakter.“ Wenn ich mir nun den Wahl-Aktionismus und politischen Populismus alleine der letzten Tage anschaue, scheint mir: Er hatte Recht.</p>
<p>Ach, mir ist schlecht&#8230;</p>


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		<title>out-of-date</title>
		<link>http://www.wortkomplex.net/2008/12/out-of-date/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Dec 2008 18:35:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>menschzweinull</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frauen, Männer & das ganze Leid der Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheiten & Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Dating]]></category>
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		<category><![CDATA[Menschzweinull]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Gastbeitrag von menschzweinull
Prolog 1
Ich glaube nicht an demokratisches Design. Ebenso wenig glaube ich an individuelles Design. Ich glaube an diktatorisches Design, und bin dabei in bester Gesellschaft. Daher: Wer diesen Eintrag lesen will, muss vorher oben rechts die Farbe des Blogs auf “Vernunftsblau“ umstellen. Danke.
Prolog 2
In einer relevanten Rede hat Martin Walser eine nahezu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" title="m20" src="http://www.gravatar.com/avatar/24b51828c1c384dc45b75faffb7ad8e8?s=80&amp;d=monsterid&amp;r=G" alt="" width="80" height="80" /><em>Ein Gastbeitrag von </em><a title="Menschzweinull" href="http://menschzweinull.blogspot.com" target="_blank"><em>menschzweinull</em></a></p>
<p><strong>Prolog 1</strong></p>
<p>Ich glaube nicht an demokratisches Design. Ebenso wenig glaube ich an individuelles Design. Ich glaube an diktatorisches Design, und bin dabei in bester Gesellschaft. Daher: Wer diesen Eintrag lesen will, muss vorher oben rechts die Farbe des Blogs auf “Vernunftsblau“ umstellen. Danke.</p>
<p><strong>Prolog 2</strong></p>
<p>In einer relevanten Rede hat Martin Walser eine nahezu lächerlich durschaubare rhetorische Figur gebraucht; er sagte Folgendes:</p>
<blockquote><p>wenn ich über Lyrik reden wollte, würde ich mit etwas anfangen wie »Die Sonne neigt beim Untergang im Meer zur Übertreibung«.</p></blockquote>
<p>Der Martin wieder: Erfindet eine hübsche Floskel, die er nur ihrer selbst willen völlig kontextlos einbaut. Dieses Muster adaptierend, könnte ich jetzt schreiben:</p>
<blockquote><p>wenn ich provozieren wollte würde ich diesen Blogeintrag beginnen mit dem Vergleich: »Wer solche Dating-Listen erfindet und ins Internet stellt handelt moralisch nicht anders als ein Pornoanbieter.«.</p></blockquote>
<p>Aber natürlich würde ich nie so anfangen. Ich bin ja nicht Martin Walser. Der &#8211; nur so nebenbei bemerkt &#8211; eben diese in der Paulskirche mündlich vorgetragene Passage aus seinen gedruckten Redetexten hat entfernen lassen.</p>
<p><strong>Prolog 3</strong></p>
<p>Ich habe in meiner Erinnerung gekramt und festgestellt: Ich hatte noch nie ein „Date“.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p>Als ich die Dating-Liste las, war meine erste Reaktion: Lustig. Wird sich alles keiner trauen, aber: lustig. Meine zweite Reaktion war: Listen wie diese sind gefährlich. Man sollte sie löschen. Alle.</p>
<p>Für das “warum“ der zweiten Reaktion spannen wir den Bogen zum zweiten Prolog: Kinder und Jugendliche wachsen heutzutage in einer durch und durch sexualisierten Welt auf. Gerade eben geht der Diskurs wieder durch die Medien: Was wird all die direkt verfügbare Pornographie im Internet mit unseren Kindern anstellen? Manche sehen die Katastrophe aufziehen, andere mahnen zur Ruhe.</p>
<p><span id="more-360"></span></p>
<p>Die Tatsache ist: Wir wissen es nicht, wir haben nicht die geringste Ahnung. Als ich in die Pubertät kam, war die einzige Quelle erotischer Abbildungen, die man ohne beschämenden Menschenkontakt (Bravo kaufen am Kiosk, den Freund nach seinen Ausgaben fragen) erhalten konnte, die Sanitätsanzeigen in der Hörzu. Dann kam Tutti Frutti und alles wurde anders. Nur: mittlerweile ist es SEHR anders geworden. Zumindest ein Teil der Pädagogen und Psychologen geht davon aus, das Kinder Sexualität durch den leichten Konsum im Internet völlig anders wahrnehmen und kennenlernen als irgendeine Menschheitsgeneration zuvor. Es gibt keine kindliche Schutzzone mehr, die Kampfzone wird ausgeweitet.</p>
<p>Zitat aus obigem Artikel:</p>
<blockquote><p>Und die Kinder? Väth erzählt, dass in Gruppensitzungen die Mädchen regelmäßig von den Jungs gefragt würden, ob sie es sich denn vorstellen könnten, später gleichzeitig mit mehreren Männern zu schlafen. “Da kommt man mit elf nicht so ohne weiteres drauf”, sagt der 40-Jährige, “da wird deutlich, wie sehr pornografische Medieninhalte die Realität dieser Kinder konstruieren.”</p></blockquote>
<p>Dasselbe geschieht auf vielen anderen Feldern, etwa dem der Schönheit. Die Diktatur der Konfektionsgröße 36 ist hinlänglich bekannt, Schönheitsideale werden medial zementiert.</p>
<p>All diese performativen Medieneinflüsse zielen in dieselbe Richtung: Wir sollen “richtig“ funktionieren; und zwar in der Art, wie es vorgelebt wird.</p>
<p>Und nun, die Dating-Liste ist der Beweis, ist die Romantik dran. Für mich transportiert diese Liste Folgendes: Sei kreativ. Sei originell. Sei mutig. Sei unagepasst. Hier wird ein Wert aufgebaut, im Kern der der “Originalität“ &#8211; der bisher übersehen wurde. Nicht Frisuren und Rollenbilder von Disney sind jetzt ausschlaggebend, sondern das Primat des metropolen, aufgeklärten, ironischen, originellen Menschen.</p>
<p>Was, kann mir das jemand beantworten &#8211; hat das mit Liebe zu tun.</p>
<p>Menschen, die diese Liste lesen und sich etwas leichter beeinflussen lassen, werden denken: Oh, so originelle Sachen habe ich noch nie bei einem Date gemacht &#8211; muss ich mal ausprobieren. Wenn das Date kommt, werden sie scheitern, da sie verkrampft mit der Meta-Situation „wie kann ich das Date originell gestalten“ beschäftigt sind und nicht mit dem eigentlichen Grund des Dates, nämlich dem Partner. Die Formel “sie kreativ und originell“ ist in etwa so sinnvoll wie “sei spontan“.</p>
<p>Auch das andere Szenario ist unerfreulich: Sagen wir einmal &#8211; “Sie“ &#8211; hat die Liste gelesen und für hinreichend amüsant befunden. Beim nächsten Date wird sie nicht enttäuscht sein, wenn ihr Prince Charming sich etwas nicht ganz so originelles einfallen lässt &#8211; man ist ja schließlich Realistin.</p>
<p>Und schon beginnt der Kreislauf des Selbstbetruges, denn unbewusst vergleicht sie natürlich DOCH, und wenn die Beziehung eher früh als spät auseinander geht, hat sie es ja eigentlich gleich gewusst, das Date war ja schon langweilig, kein Wunder.</p>
<p>Listen wie diese setzen uns also unter den Druck immer originell, amüsant, anarchistisch sein zu müssen, so wie uns Pornographie unter den Druck setzt immer bereit, immer funktionierend, immer verfügbar zu sein.</p>
<p>Warum darf ein Date nicht spießig sein? Warum nicht einfach Händchen halten? In der Wiese liegen und Wolken respektive Sterne anschauen? Gedichte lesen? Was ist falsch an Cocktails trinken, Alkohol hilft?!</p>
<p>Das eigentlich Fatale ist, das wir überhaupt nichts tun können. Alles wird verbreitet, alles wird geschrieben, alles wird gesendet. Und selbst wenn wir uns all das bewusst machen: Die performative Kraft wird einwirken, im Zweifelsfall unbewusst, gegen all die Rollenvorstellungen und erwarteten Handlungsmuster können wir uns nicht wehren. Wer also 2009 nicht ein lustig-geistreiches Blog hat, dazu tumbld, die richtige Musik hört, die richtigen Klamotten kauft und die richtigen Länder bereist, hat bei der Verteilung der Beziehungsländereien ganz schlechte Karten. Darwin klatscht in die Hände und bei Houellebecq ist zu lesen, wie alles enden wird.</p>
<p>Vielleicht können wir zumindest eins tun &#8211; darüber Reden.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p><strong>Epilog</strong></p>
<p>Nach längerem Nachdenken habe ich festgestellt das ich mindestens drei Dates hatte. Ich hatte sie vergessen, bzw. bei flüchtigem Durchgang nicht als solche eingeschätzt.</p>
<p>Ich frage mich, warum.</p>


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		<title>Whoever invented &#8220;Happily ever after&#8221;&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Oct 2008 05:38:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wortkomplex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Kategorie für alle Fälle]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen, Männer & das ganze Leid der Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Verschwörung]]></category>

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		<description><![CDATA[Manche Postings schlummern als Draft schon sehr lange im Wortkomplex-Backend vor sich hin. Gelegentlich gibt es sogar bei mir den ein oder anderen Grund, aus dem ich mich mit Äußerungen zurückhalte. Weil es dann doch zu unpassend wäre. Gelegentlich lösen sich diese Gründe in Wohlgefallen auf. Nun ja, nicht in Wohlgefallen, aber sie werden obsolet. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manche Postings schlummern als Draft schon sehr lange im Wortkomplex-Backend vor sich hin. Gelegentlich gibt es sogar bei mir den ein oder anderen Grund, aus dem ich mich mit Äußerungen zurückhalte. Weil es dann doch zu unpassend wäre. Gelegentlich lösen sich diese Gründe in Wohlgefallen auf. Nun ja, nicht in Wohlgefallen, aber sie werden obsolet. So auch hier geschehen. Gleichzeitig bin ich angesichts der Tatsache erschrocken, wie sehr ich mit Kopf und Herz ständig an anderer Stelle war &#8211; das habe ich spätestens in dem Moment realisiert, in dem ich als ausgewiesener Dempsey-Anhimmler feststellen musste, allen Ernstes schon vier Folgen der neuen Grey&#8217;s Anatomy-Staffel verpasst zu haben. Ohohoho.</p>
<p>Anyway: Es ist endlich Zeit zu überlegen, ob da nicht eine großangelegte Disney-Dempsey-Verschwörung im Gange ist. Die allen &#8211; ALLEN &#8211; ganz fabulöse Romantik und natürlich Happy Ends schmackhaft macht (über Sinn und Zweck der Verschwörung wäre dann noch zu diskutieren). Dazu fange ich aber weder bei Grey&#8217;s Anatomy noch bei Disney-Filmen an.</p>
<p>Vier Mal habe ich ihn gesehen. <a title="Made of Honor" href="http://www.sonypictures.com/homevideo/madeofhonor/" target="_blank">Made of Honor</a>. Ein Mal wirklich aktiv, zwei Mal eher mit halbem Ohr und viertel Auge und noch ein Mal zum Einschlafen, damit er auch schön in mein Unterbewusstsein eindringt. Was ich anschließend geträumt habe&#8230; hüllen wir darüber den Mantel des Schweigens. Mit Sicherheit kann ich jetzt aber sagen: Es ist der grauenvollste, unterirdischste Film aller Zeiten. Um mir in dieser Sache absolut sicher zu sein, habe ich ihn gleich noch ein fünftes Mal gesehen. Aber die <a title="wortkomplex minimalistisch" href="http://wortkomplex.tumblr.com/post/53172887/gut-gehts-eben-mit-der-romantik-den-m-nnern-und" target="_blank">Sache mit der Romantik, den Männern und mir</a> &#8211; daraus wird in diesem Leben und nach diesem Film nun wirklich nichts mehr. </p>
<p>Warum? Nun ja. Man finde mir jemanden, der besispielsweise folgende Kriterien erfüllt: Gespräche dauern Stunden, geführt freundschaftlich über alle Themen. Er bestellt geschickt im Restaurant, damit sie sich hinterher nicht über zu viele Kalorien ärgert und trotzdem zufrieden ist. Am Wochenende stehen gemeinsames Kulturprogramm, Spaziergänge und Stöbern in Antiquitätenläden an. Er weiß, welchen Kuchen sie eigentlich lieber hätte, und bestellt den für sich, damit sie auch davon essen kann. Er tanzt mit ihr durch die Welt. Und, mein K.O.-Kriterium, er bringt ihr nicht nur exakt den Kaffee, den sie mag, sondern hat auch eine nützliche Kaffee-Erfindung gemacht. </p>
<p>Früher hat Disney uns verdorben. Wunderbar belegt ist das bereits bei Ally McBeal:</p>
<blockquote><p>Renee: Snow White. Cinderella. All about gettin&#8217; a guy. Being saved by the guy. Today it&#8217;s Little Mermaid, Aladdin, Pocahontas. All about gettin&#8217; a guy.  </p>
<p>Ally: So basically we&#8217;re screwed up because of&#8230;</p>
<p>Renee: Disney!</p></blockquote>
<p>Heute bekommen die Disneyaner eben noch Unterstützung von Patrick Dempsey. Der wiederum importiert den Märchenstil von Disney&#8217;s <a title="Enchanted" href="http://www.imdb.com/title/tt0461770/" target="_blank">Enchanted</a> gleich in den nächsten Film, also Made of Honor. Dann in den nächsten. Und in noch einen&#8230; Und in Grey&#8217;s Anatomy. Und die armen Frauen sitzen davor und seufzen entzückt. Während die armen, mitgeschleiften oder gezwungenen Männer daneben sitzen und mindestens ebenso verzweifelt seufzen. Nach dem Film wird dann gegenseitig geseufzt, weil der Partner doof ist. Das nenne ich heimtückisch.</p>
<p>In meinem verqueren Disney-Romantik-Kopf bin ich z. B. mittlerweile bei der ganz wunderbaren Vorstellung eines romantischen Abends angekommen: Mit Picknick an einem idyllischen, ruhigen Plätzchen. Dezenter Kerzenschein mit luftigen Lampions. Dazu knisterige Musik aus einem Plattenspieler. Woher der Strom dafür kommt? Mir doch völlig egal. <em>(Vielleicht wird das mein Cox&#8217;scher Happy Place.)</em></p>
<p>Aber um mal wieder näher an die Realität zu rücken: Irgendwann und irgendwo kommt schließlich jemand daher, der eigentlich viele (realistische&#8230;) Ansprüche erfüllt. Mit Überraschung &#8211; teilweise auch Entsetzen &#8211; muss mann feststellen, dass er sogar viel mehr erfüllt, als man ihm jemals zugetraut hätte. Und dann? Klappt es garantiert auch nicht, Happy End ohnehin von Anfang an nicht in Aussicht. DAS haben neuerdings auch die Macher von Grey&#8217;s Anatomy erkannt. Sie haben gleich eine superbe und passende Rahmenerzählung für den Saison-Auftakt geliefert (<strong>NATÜRLICH</strong> habe ich die Folgen nachgeholt): </p>
<blockquote><p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal">We all remeber the bedtime stories of our childhood. The shoe fits Cinderella, the frog turns into a prince, Sleeping Beauty is awakend with a kiss. Once upon a time. And then they lived happily ever after. Fairytales. The stuff of dreams. The problem is, fairytales don’t come true – it’s the other stories. The ones that begin with dark and stormy nights and end in the unspeakable. It’s the nightmares that always seem to become reality. <span> </span></p>
<p class="MsoNormal">[...]</p>
<p class="MsoNormal">Once upon a time, happily ever after. The stories we tell are the stuff of dreams. Fairytales don&#8217;t come true. Reality is much stormier. Much murkier. Much scarier. Reality is so much more interesting than living happily ever after.</p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Damit bietet Grey&#8217;s Anatomy eine ordentliche Relativierung inklusive Patrick Dempsey. Oder eher trotz ihm. Verziehen ist jedenfalls vorerst <a title="Disney und die Romantik" href="http://wortkomplex.wordpress.com/2008/05/24/disney-und-die-romantik" target="_blank">das über alle Maßen kitschige Ende der letzten Staffel</a>, das zu allem Überfluss die abgehobenen Romantik-Vorstellungen noch beflügelte. </p>
<p class="MsoNormal">Was zum Schluss zu sagen bleibt, überlasse ich ebenso den Serien-Weisheiten: &#8220;The person that invented the phrase <em>Happily ever after</em> should have his ass kicked so hard&#8230;&#8221; Eine Tatsache, die so oder so ähnlich auch <a title="Kurt Tucholsky - Danach" href="http://www.staff.uni-mainz.de/pommeren/Gedichte/Danach.html" target="_blank">Kurt Tucholsky schon längst erkannt hatte</a> <em>(Lesen!)</em>. </p>


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		<title>Willst du mit mir gehen&#8230;? &#8211; Teil 348</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Oct 2008 10:49:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wortkomplex</dc:creator>
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Wer noch schöne Exemplare zu dem Thema hat: Immer her damit :-) 
Ich habe jetzt mal Spaß beim Bläschen kaputt drücken&#8230;





		
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		<title>&#8220;Women remember. It&#8217;s like they&#8217;ve got minds of their own.&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Oct 2008 12:18:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wortkomplex</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Giggle Loop, Melty Man, Nudity Buffer, Sock Gap, Visual Access Angel – surreale Theorien über Dates, Sex, Geschlechterrollen, Sex, Obsessionen, Sex, Beziehungen und Sex. Und, um das nicht zu vergessen: Sex. Das ist „Coupling“. Und genau das liegt gerade zwecks gelegentlichem Eskapismus und Gedankenzerstreuens in meinem DVD-Player.
Irgendwann während der Y2K-Hysterie muss es wohl gewesen sein, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Giggle Loop" href="http://www.youtube.com/watch?v=-iKjkPgVQcE" target="_blank">Giggle Loop</a><span>, Melty Man, Nudity Buffer, <a title="Sock Gap" href="http://www.youtube.com/watch?v=uy1_1TUrWs8&amp;feature=related" target="_blank">Sock Gap</a>, Visual Access Angel – surreale Theorien über Dates, Sex, Geschlechterrollen, Sex, Obsessionen, Sex, Beziehungen und Sex. Und, um das nicht zu vergessen: Sex. Das ist <a title="BBC - Coupling" href="http://www.bbc.co.uk/comedy/coupling/" target="_blank">„Coupling“</a>. Und genau das liegt gerade zwecks gelegentlichem Eskapismus und Gedankenzerstreuens in meinem DVD-Player.</span></p>
<div id="attachment_632" class="wp-caption alignnone" style="width: 406px"><a class="highslide img_7" href="http://wp1129480.wp168.webpack.hosteurope.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/10/coupling396_396x222.jpg" onclick="return hs.expand(this)"><img class="size-full wp-image-632" title="coupling396_396x222" src="http://wp1129480.wp168.webpack.hosteurope.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/10/coupling396_396x222.jpg" alt="Coupling 2000" width="396" height="222" /></a><p class="wp-caption-text">Coupling 2000</p></div>
<p>Irgendwann während der Y2K-Hysterie muss es wohl gewesen sein, als der Brite Steven Moffat auf die Idee kam, eine seinem Leben nachempfundene Sitcom über den BBC-Äther zu schicken. Erzählt wie von einem Betrunkenen. Das Ergebnis ist „Coupling“ – im Deutschen mit dem Untertitel „Wer mit wem?“ versehen. Und das trifft das Serienkonzept auch schon ziemlich präzise.</p>
<p>Moffat selbst gibt folgenden Einblick in seine Vorstellung:</p>
<blockquote><p>I wanted to explore the idea that when two people get together they bring all sorts of other people with them &#8211; their exes, their best friends. A little community forms around the couple. That was happening to me, so I wrote about it. The result is a post-watershed sitcom about chatting in bars and kitchens and getting close to just the sort of people you think you ought to hate&#8230;</p></blockquote>
<p>Besonders erfolgreich lief das nicht. Nur vier Staffeln gibt es, 28 Folgen insgesamt, ausgestrahlt von 2000 &#8211; 2004. Auf dem amerikanischen Markt floppte Coupling kolossal. Nach vier von zehn Folgen, die extra auf US-Bedürfnisse adaptiert und neu gedreht wurden, war Schluss.</p>
<p>Das mag einerseits an der Konkurrenz gelegen haben. Denn&#8230; Sechs Freunde? Ähäm. Drei Frauen, drei Männer. Ähä. Aufreißer Sprücheklopfer und Sonderling sowie Ordnungsfanatikerin, Beauty-Queen und Nymphomanin. Wie? Bar? Küche? War da nicht mal was&#8230;</p>
<div id="attachment_631" class="wp-caption alignnone" style="width: 442px"><a class="highslide img_8" href="http://wp1129480.wp168.webpack.hosteurope.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/10/1promoad05.jpg" onclick="return hs.expand(this)"><img class="size-full wp-image-631 " title="1promoad05" src="http://wp1129480.wp168.webpack.hosteurope.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/10/1promoad05.jpg" alt="Friends 1994" width="432" height="433" /></a><p class="wp-caption-text">Friends 1994</p></div>
<p>Ach iwo. Muss ich geträumt haben.</p>
<p>Aber auch ansonsten kommt Coupling mit einem Problem daher, das wiederum Steven Moffat sehr gut selbst umreißt:</p>
<blockquote><p>When writing comedy, you have to have the confidence to believe that there is only one type of relationship in the world, and we are all having it; that all men behave in the same way and so do all women; I fill the script with universals.</p></blockquote>
<p>Diese Einstellung schlägt sich – beispielsweise &#8211; folgendermaßen nieder:</p>
<ul>
<li><span><strong>Steve</strong></span><span>: Men can&#8217;t have opinions about fabric.</span></li>
</ul>
<ul>
<li><span><strong>Steve</strong></span><span>: Look, it is not scientifically possible for a man to know what a woman wants. Which is very unfair. Because you always know what we want.<br />
<span><strong>Patrick</strong></span><span>: Yeah, because we always have the common decency to only ever want one thing. And do you ever thank us for making it so simple? Never.<br />
</span></span></li>
<li><strong>Patrick</strong>: There&#8217;s one thing I don&#8217;t get here. You&#8217;ve seen this woman on the train and you find her attractive, right?<br />
<strong>Jeff</strong>: Yeah.<br />
<strong>Patrick</strong>: And you haven&#8217;t had sex with her?<br />
<strong>Jeff</strong>: No.<br />
<strong>Patrick</strong>: You see my problem?<br />
<strong>Steve</strong>: Let me explain, Patrick. Here on Earth, there is a gap between seeing someone you like and having sex with them that we like to call conversation. In Jeff&#8217;s case, it can last for up to ten years.<br />
<strong>Patrick</strong>: Are you saying I don&#8217;t converse? I converse. I talk to women.<br />
<strong>Steve</strong>: Well, do the women talk, too?<br />
<strong>Patrick</strong>: [pause] Well, they must do. </li>
</ul>
<ul>
<li><span><strong>Jeff</strong></span><span>: Steve, you know what the sentence of death is, don’t you? I don’t mean the sentence like in executions and stuff, I mean the scary one&#8230; Just five words, Steve. Five little words. &#8216;Where. Is. This. Relationship. Going.&#8217;</span></li>
</ul>
<ul>
<li><span><strong>Patrick</strong></span><span>: <em>[on the phone to Jeff]</em></span><span> We have our advisors online.<br />
<span><strong>Steve</strong></span><span>: <em>[pointing at Susan and Sally]</em></span><span> That&#8217;s you two.<br />
<span><strong>Susan</strong></span><span>: This is ridiculous! Why does he need us to translate for him? Women aren&#8217;t a completely different species, you know.<br />
<span><strong>Patrick</strong></span><span>: <em>[on the phone]</em></span><span> Jeff, women AREN&#8217;T a completely different species. </span></span></span></span></li>
</ul>
<ul>
<li><span><strong>Sally</strong></span><span>: It&#8217;s a scientific fact that if you say &#8220;naked&#8221; three or more times, to any man, he has to cross his legs. <br />
<em><a title="Coupling-Quotes" href="http://en.wikiquote.org/wiki/Coupling" target="_blank">[Quelle]</a></em>        <br />
</span></li>
</ul>
<p>Die Serie ist thematisch zu fokussiert, die Pauschalisierungen werden irgendwann ermüdend und die Charaktere entwickeln sich eher rückwärts. Dennoch macht es Spaß, sich ab und an auf die nicht sehr tiefgründigen Abstrusitäten einzulassen. Die teilweise ganz wunderbar umgesetzte, nichtlineare Erzählweise ist außerdem äußerst charmant. Und auch die in Frauen vs. Männer unterteilten Parallelhandlungen sind bisweilen großartig und sehr schön überspitzte „Frauen-Wahrnehmung/Männer-Wahnehmung“-Stücke.</p>
<p>Interessant gewählt ist in jedem Fall der Titelsong „Perhaps Perhaps Perhaps“, gesungen von Mari Wilson:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">If you can’t make your mind up,<br />
we’ll never get started.<br />
And I don’t wanna wind up,<br />
being parted, broken-hearted.</p>
</blockquote>
<p>Interessante Auswahl deswegen: Auch Doris Day trällerte den Song schon. Und die wiederum war sicher nicht wegen sexueller Freizügigkeit bekannt.</p>
<p>Fazit: Keine klare Anschauempfehlung. Aber nette Zwischendurchunterhaltung. </p>
<p><!--EndFragment--></p>


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		<title>Cosmopolitan deckt auf&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Oct 2008 12:17:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wortkomplex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frauen, Männer & das ganze Leid der Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Cosmopolitan]]></category>
		<category><![CDATA[Cross-Bloggin']]></category>
		<category><![CDATA[frauenzeitschriften]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wortkomplex.wordpress.com/?p=635</guid>
		<description><![CDATA[Über Cosmopolitan wurde an dieser Stelle schon viel gesagt. Deswegen nun auch noch der Hinweis auf die großartigste Entdeckung des Cosmopolitan Man Pleasing Institute:
Besuchen!
Wir dürfen auf viele horizonterweiternde, lebensverändernde, brandneue, noch nie dagewesene Cosmopolitan-Cover und Titelthemen gespannt sein.
BTW: Bei dieser Gelegenheit möchte ich gestehen, dass ich Imperativen viel abgewinnen kann. Merken!   





		
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Über Cosmopolitan wurde <a title="Mr. Right verstehen" href="http://wortkomplex.wordpress.com/2008/08/20/mr-right-verstehen-mit-cosmopolitan/" target="_blank">an dieser Stelle</a> <a title="Sozialpsychologie - start, smart, sexy" href="http://wortkomplex.wordpress.com/2008/09/09/sozialpsychologie-stark-smart-sexy/" target="_self">schon viel gesagt</a>. Deswegen nun auch noch der Hinweis auf die großartigste Entdeckung des <em>Cosmopolitan Man Pleasing Institute</em>:</p>
<p><a title="Männer dieser Welt relaxt!" href="http://www.uniwave.de/log/2008/10/12/manner-dieser-welt-relaxt/" target="_blank">Besuchen!</a></p>
<p>Wir dürfen auf viele horizonterweiternde, lebensverändernde, brandneue, noch nie dagewesene Cosmopolitan-Cover und Titelthemen gespannt sein.</p>
<p><em>BTW: Bei dieser Gelegenheit möchte ich gestehen, dass ich Imperativen viel abgewinnen kann. Merken!   </em></p>


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		<title>By the end of the day&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Sep 2008 22:01:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wortkomplex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Schönes]]></category>
		<category><![CDATA[Fifty People One Question]]></category>
		<category><![CDATA[Spreeblick]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wortkomplex.wordpress.com/?p=612</guid>
		<description><![CDATA[In derzeitiger Ermangelung eigener Kreativität, nochmals ein Rückgriff auf Inhalte anderer. Heute: Fifty People, One Question via Spreeblick. Fünfzig Antworten auf die eine Frage: &#8220;If you could wish for one thing to happen by the end of the day, what would it be?&#8221;Auch wenn der Großteil der geneigten Wortkomplex-Leser wahrscheinlich schon (freiwillig) selbst darauf gestoßen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In derzeitiger Ermangelung eigener Kreativität, nochmals ein Rückgriff auf Inhalte anderer. Heute: <a title="Fifty People, One Question. " href="http://www.spreeblick.com/2008/09/17/fifty-people-one-question/" target="_blank">Fifty People, One Question via Spreeblick</a>. Fünfzig Antworten auf die eine Frage: &#8220;If you could wish for one thing to happen by the end of the day, what would it be?&#8221;Auch wenn der Großteil der geneigten Wortkomplex-Leser wahrscheinlich schon (freiwillig) selbst darauf gestoßen ist. Oder in meiner fleißigen Link-Verteilaktion über den Tag hinweg (unfreiwillig) darauf gestoßen wurde. Aber es ist einfach sehenswert. </p>
<p>[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=kow8OoOCm6Y&amp;hl=de&amp;fs=1]</p>
<p>Schönes Konzept, schöner Film. Vielleicht auch Anlass, um den ein oder anderen Gedanken darauf zu verschwenden, was man sich selbst für diesen Tag wünschen würde.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>&#8230;</p>
<p>&#8230;</p>
<p>Und was wäre das bei mir nun? Hm, ja. Das wird tatsächlich mal nicht verraten. Außerdem ist es eh schon nach Mitternacht. </p>
<p><em>Das Original &#8211; auch in HD &#8211; gibt es </em><a href="http://vimeo.com/1737450?pg=embed&amp;sec=1737450" target="_blank"><em>hier</em></a><em>. Und das lässt sich warum nicht hier einbinden? Richtig! Weil Wordpress.com Scripte unterbindet. </em></p>


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		<title>&#8220;Das iPhone und ich&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Sep 2008 19:15:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wortkomplex</dc:creator>
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		<category><![CDATA[iPhone]]></category>
		<category><![CDATA[iPhonisten]]></category>
		<category><![CDATA[Leben 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Obsession]]></category>

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		<description><![CDATA[Sehr schöner Artikel in der Zeit vom 11.9.2008, verfasst von Jürgen von Rutenberg:
Nie war der PC so persönlich wie das iPhone. Das ist an sich schön, oft beglückend. Und nur hin und wieder höchst irritierend. Es geht nicht nur mir so: Während sich die einen in ihren Online-Foren noch obsessiv mit den technischen Macken ihrer iPhones [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr schöner Artikel in der Zeit vom 11.9.2008, verfasst von Jürgen von Rutenberg:</p>
<blockquote><p>Nie war der PC so persönlich wie das iPhone. Das ist an sich schön, oft beglückend. Und nur hin und wieder höchst irritierend. Es geht nicht nur mir so: Während sich die einen in ihren Online-Foren noch obsessiv mit den technischen Macken ihrer iPhones beschäftigten – schwankende Datengeschwindigkeiten, abgebrochene Telefonate, die rührend dämliche Autotextfunktion –, machen sich auffallend viele iPhonisten Gedanken darüber, was das iPhone eigentlich gerade mit ihrem Kopf anstellt.</p>
<p>[...]</p>
<p>Es gibt kein Zurück mehr, das iPhone und ich gehen jetzt gemeinsam durchs Leben. Die hohe Kunst der iPhone-Ära wird sein, dieses wunderbare, maßlose Ding an den neuen Ufern, zu denen es uns führt, so lange wie möglich auszuschalten. Sicher wird es bald auch dafür ein Programm geben.</p></blockquote>
<p><a href="http://www.zeit.de/2008/38/iPhone-38?page=all" target="_blank">Unbedingt lesen.</a></p>
<p><em>Edit: </em><a title="Mensch 2.0" href="http://menschzweinull.blogspot.com/2008/05/mensch-2.html" target="_blank"><em>M2.0 hat das alles natürlich schon vor Jahrzehnten vorausgesagt.</em></a><em> </em></p>


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		<title>Sozialpsychologie &#8211; stark, smart, sexy</title>
		<link>http://www.wortkomplex.net/2008/09/sozialpsychologie-stark-smart-sexy/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Sep 2008 10:23:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wicked Bitch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frauen, Männer & das ganze Leid der Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheiten & Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Cosmopolitan]]></category>
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		<category><![CDATA[Metadiskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Sex-Göttin]]></category>
		<category><![CDATA[Venus-Formeln]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Gastbeitrag von Wicked Bitch
Mr. Right und ich haben kürzlich die Formelsammlung für Unkreative das „Handbuch für Sex-Göttinnen Teil III: 169 Venus-Formeln“ aus der Cosmopolitan zur Hand genommen und ein wenig darin geblättert. Man weiß ja nie, welch biedere Kleinmädchenphantasie verruchte neue Idee sich darin noch verbergen könnte. Denn wer weiß, vielleicht wird es uns ja [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Ein Gastbeitrag von </em></strong><a title="Wicked Bitch Wisdoms" href="http://wickedbitch.wordpress.com" target="_self"><strong><em>Wicked Bitch</em></strong></a></p>
<p>Mr. Right und ich haben kürzlich <span style="text-decoration:line-through;">die Formelsammlung für Unkreative</span> das „Handbuch für Sex-Göttinnen Teil III: 169 Venus-Formeln“ aus der Cosmopolitan zur Hand genommen und ein wenig darin geblättert. Man weiß ja nie, welch <span style="text-decoration:line-through;">biedere Kleinmädchenphantasie</span> verruchte neue Idee sich darin noch verbergen könnte. Denn wer weiß, vielleicht wird es uns ja doch mal zu langweilig.</p>
<p>Es handelt sich dabei um Teil 3 einer Serie, die alljährlich im August als kleines Heftchen auf die Zeitschrift vorne drauf gepappt wird, damit es in Deutschlands Betten <span style="text-decoration:line-through;">und vor allem anderswo</span> wieder munterer zugeht. Denn wenn man diesen Heftchen glaubt, leidet die ganze Nation an unbefriedigter, missverstandener und schlecht behandelter Libido.</p>
<p>Dass man auf Teil 3 immer noch „169 GANZ NEUE, NIE DAGEWESENE Tipps“ draufschreiben kann, sollte stutzig machen. Und in der Tat ist nicht viel drin, was man nicht schon mal <span style="text-decoration:line-through;">im Freundeskreis aufgeschnappt </span>irgendwo gehört oder <span style="text-decoration:line-through;">in der Bravo</span> irgendwo gelesen hätte. Immer wieder das gleiche Spiel: Ziehen Sie sich heiße Dessous an, spielen Sie Rollenspielchen, legen Sie rhythmische Musik auf, lesen Sie zusammen das Kamasutra, fragen Sie sich gegenseitig über Ihre Phantasien aus. Alles irgendwie schon mal dagewesen.<br />
Das Interessanteste an diesen Heftchen ist vielmehr der Metadiskurs: Wie läuft eine Redaktionskonferenz zum Thema Sextippheftchen ab? Wer nimmt daran teil, und schaffen es diese Personen, sich gegenseitig in die Augen zu sehen? Wer formuliert die Texte, und müssen für jeden vulgären Ausdruck 5 Euro ins Floskelschwein gesteckt werden? Ist beim Korrekturlesen Lachen erlaubt, oder darf man nur pfeifen und „hui, hui“ sagen? Beäugen sich Cosmopolitan-Redakteurinnen gegenseitig und werfen sich vielsagende Blicke zu, wenn sie einen besonders verdorbenen Artikel erzeugt haben? Nennen sie sich gegenseitig „kleine Schlampe“ und ihren Liebsten „geile Sau“?</p>
<p><span id="more-184"></span></p>
<p>Fragen über Fragen. Es hört auch nicht auf, wenn man weiterfragt, und zwar danach, für wen die das eigentlich alles verzapfen. Da man ja mal ein publizistikwissenschaftliches Studium absolviert hat, weiß man ja, wo man zu suchen hat, wenn man an <a href="http://www.ivw.de">Mediadaten</a> ran will. Man findet verschiedene Selbstbeschreibungen des <a href="http://www1.mvg.de/de/cosmopolitan/product.de.html">„größten internationalen Frauenmagazins“</a> mit impliziertem Porträt des Zielpublikums: <a href="http://www.zeitungen.de/dl/publikationen/Cosmopolitan-Abonnement-IDzeitungen.3669-ls200">„Das Magazin für die moderne, selbstbewusste Frau. Mit ausführlichen Informationen und unterhaltsamen Beiträgen über Partnerschaft und Erotik, Beruf, Psychologie, Kultur, Reisen und Mode.“</a> &#8212; <a href="http://www1.mvg.de/de/cosmopolitan/product.de.html">„das Magazin für eine hochkarätige Leserschaft, die leidenschaftlich gerne konsumiert und es sich auch leisten kann.“</a></p>
<p>Nun, wir analysieren daraus und aus den Heftartikeln folgendes Persönlichkeitsprofil: Die 35-jährige Karrierefrau, die finanziell vollständig unabhängig ist und am liebsten mit ihren besten Freundinnen Citytrips in In-Städte zum Shoppen unternimmt, aber auch nichts dagegen hätte, wenn ihr die ganzen hübschen Funkeldinge, Täschchen und High Heels, die im Anzeigenteil <span style="text-decoration:line-through;">und leider auch im angeblich redaktionellen Teil</span> abgebildet sind, von einem gut aussehenden, finanziell-noch-unabhängigeren Manne beschafft und kredenzt würden. Sie ist Single (wie die meisten ihrer Freundinnen), findet das Single-Leben auch eigentlich total entspannt, aber glücklich ist sie irgendwie eben doch nicht und daher permanent und einigermaßen verkrampft auf der Suche nach Mr. Right. Dazu kauft sie viele teure und exquisite Kleidungsstücke, trägt Make-up und dunkelroten Nagellack (natürlich nur auf den Fußnägeln) auf, geht in In-Discotheken tanzen, hängt in Szenelokalen herum, um sich viele Cocktails bezahlen zu lassen&#8230; und hofft. Sie begegnet regelmäßig Mr.-Beinah-Rights, von denen sie sich in schicke Restaurants ausführen lässt und nachher mit ihnen ins Bett geht, dort diverse Aha-Erlebnisse hat und schließlich auch nicht mehr so richtig zählen kann, wie viele es eigentlich waren. Sie kommt selbst oft nicht so recht zum Zug, daher liest sie in Cosmopolitan, wie sie ihm ganz besonders viel Spaß bereitet, in der Hoffnung, dass der Mann dadurch eines Tages weniger egoistisch wird und sich auch mal um sie kümmert – aber da sie Mr. Beinah-Right ja regelmäßig wechselt, klappt das leider nicht und ihre Bemühungen beginnen stets von vorn. Gefrustet darüber, dass ihre spießigen Schulfreundinnen mit einer kleinen Familie ein glückliches Leben führen, wollen sie jetzt auch einen Mann auf Dauer. Doch die Besten sind natürlich schon weg, und Zweite-Wahl-Produkte will man auch nicht. Bleibt nur eins: Geliebte eines verheirateten, aber immerhin erfolgreichen und gutaussehenden Typen werden. Und hoffen, dass der irgendwann alles stehen und liegen lässt und ein neues Leben mit der Geliebten anfängt. Das moderne Sekretärinnen-Syndrom! Um ihn dahin zu bekommen, muss natürlich viel Arbeit geleistet werden, und hier kommt wiederum unser sozialpsychologisches Fachmagazin Cosmopolitan ins Spiel, mit Sex-Tipps, die ihm dermaßen „den Verstand rauben“ sollen etc. pp., dass ihm geradezu keine andere Wahl bleibt, als die wöchentlichen Treffen in schummrigen Hotelzimmern einzutauschen gegen ein bürgerliches Leben mit der göttlichen Geliebten. Das ist sie, die vermutete Cosmopolitan-Leserin.</p>
<p>Und jetzt kommen wir zu einem weiteren Highlight, auf das natürlich alle in Wahrheit seit ungefähr 200 Zeilen warten: Mr. Rights und meine Rezension des „Handbuchs für Sex-Göttinnen“. Jaha! Leider muss dieser Teil etwas kürzer ausfallen als geplant. Mr. Right und ich haben versucht, uns das Büchlein gegenseitig vorzulesen und uns dann zu sagen, wie wir das finden. Leider haben wir Tipp 1 nicht verstanden, Tipp 2 vor lauter Peinlichkeit nicht zu Ende lesen können und uns bei Tipp 3 so vor Lachen verschluckt, dass wir es weglegen mussten. Und so kommt es, dass Mr. Right wohl nie mit seiner Geliebten zusammenleben will und seine Geliebte einsam schmachtend sterben muss. Naja – zur Not <a href="http://www.amazon.de/Mr-Perfect-Selberbasteln-Tina-Herold/dp/3890083404/ref=sr_1_6?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1220892960&amp;sr=1-6">bastelt</a> sie sich ihren <a href="http://www.amazon.de/Traum-Mann-zum-Selberbacken-Petra-Schmidt/dp/3760723985/ref=pd_bxgy_b_img_b">Traumprinzen</a> eben selbst.</p>


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