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	<title>wortkomplex &#187; Wahrheiten &amp; Beobachtungen</title>
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	<description>Das ganz persönliche Chaos.</description>
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		<title>Das Offline-Projekt</title>
		<link>http://www.wortkomplex.net/2009/05/das-offline-projekt/</link>
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		<pubDate>Sun, 10 May 2009 21:29:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wortkomplex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wahrheiten & Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[analog]]></category>
		<category><![CDATA[Generationengraben]]></category>
		<category><![CDATA[Projekt Offline]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[„Ein digitaler Graben spaltet die Gesellschaft entlang einer Altersgrenze, die zwischen Ende dreißig und Anfang fünfzig verläuft.“ Das schreibt Tim Rittmann in seinem recht klugen Feature „Der große Graben“, zu finden in der Mai 2009 Ausgabe der Zeitschrift GEE. Cem Basman resümiert in seinem Blog Sprechblase: „Jede Generation hat seinen eigenen grossen Aufbruch. Es geht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Ein digitaler Graben spaltet die Gesellschaft entlang einer Altersgrenze, die zwischen Ende dreißig und Anfang fünfzig verläuft.“ Das schreibt Tim Rittmann in seinem recht klugen Feature „Der große Graben“, zu finden in der Mai 2009 Ausgabe der Zeitschrift <a href="http://www.geemag.de/" target="_blank">GEE</a>. Cem Basman resümiert in seinem Blog <a href="http://sprechblase.wordpress.com/2009/05/09/der-aufbruch-der-generationen/" target="_blank">Sprechblase</a>: „Jede Generation hat seinen eigenen grossen Aufbruch. Es geht dabei immer um Freiheit und Selbstbestimmung. Gegen Hierarchien und Fremdbestimmungen.“</p>
<p>Beide Beiträge sind eine Reaktion auf aktuelle Debatten: Killerspiel-Killer, Paintball-Verbote, Internetsperren. <a href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Titelseite-Paintball;art692,2793975" target="_blank">Auf all das, was in Berlin gerade durch die Parteien hinweg entschieden wird.</a> Auf all das, was tausende Menschen &#8211; Internetgemeinde getauft; ein mir übrigens zu religiös angehauchter Begriff &#8211; gerade bewegt. Der Begriff Zensursula wurde mittels Twitter geprägt und verbreitet, die ePetition <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860" target="_blank">“Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten”</a> hat in Rekordzeit Rekordzeichner gewonnen, weil sie sehr schnell und massiv über das Web 2.0 verbreitet wurde. Von all den Menschen, die sich politisch nicht mehr wahrgenommen und erst recht nicht vertreten fühlen.</p>
<p>Die aktuellen Konfliktlinien sind vor allem ein Generationenproblem, so der scheinbar vorherrschende Konsens. So schreibt z. B. Jens Schröder aka. <a href="http://www.popkulturjunkie.de/wp/?p=4306" target="_blank">Popkulturjunkie</a>: &#8220;Ich befürchte, dass sich &#8216;die Politiker&#8217; in Berlin gerade von einer ganzen Generation von heranwachsenden und jungen Erwachsenen entfernen, weil sie einfach nicht mehr kapieren, wie moderne Technik funktioniert und was Jugendliche in ihrer Freizeit tun. Was wird als nächstes verboten? Autorennspiele, weil sie Unfälle im echten Leben wahrscheinlicher machen?&#8221; Ähnliche Töne schlägt der gesamte Artikel <a href="http://www.zeit.de/online/2009/20/netzsperren-kritik-verdrossenheit">„Wie man eine Generation verliert“</a> von Kai Biermann auf Zeit Online an.</p>
<p>Tatsächlich können meine Eltern nicht viel mit dem anfangen, wie ich meine Freizeit verbringe. Oder wie sich mein Studien- und Berufsalltag gestaltet. Aber auch in meinem täglichen Umfeld, unter meinen teils noch nicht dreißigjährigen Freunden, gibt es den ein oder anderen, der meinen exzessiven iPhone-Gebrauch lediglich mit Kopfschütteln quittiert. Oder gleich das lieb gewonnene Stück einkassieren möchte. Twitter ist für manche ein Fremdwort, Blogs sind eine überflüssige Online-Erscheinung und auf das Internet könnten sie auch alle mal eine Weile verzichten. Auch ein Minister zu Guttenberg, der sich in den letzten Tagen ziemlich ins Abseits geschossen hat, ist gerade einmal <a href="http://www.bundestag.de/mdb/bio/G/gutteka0.html." target="_blank">Jahrgang 1971</a>.</p>
<p>Relativ schnell fragt man sich, ob man mit seinem täglichen Online-Konsum und der digitalen Abhängigkeit eigentlich nicht doch eher zu einer Randgruppe gehört, die irgendwann wieder vom Bildschirm verschwindet. Ob man sich und seine Lebensgestaltung nicht selbst zu ernst nimmt. Bei 60 Millionen Wahlberechtigten in Deutschland sind schließlich auch 65.000 Petitionsteilnehmer zwar eine wahrzunehmende Größe aber noch keine Revolution. Bei der Petition geht es vornehmlich um Grundrechte. Die sind selbstverständlich zu schützen. Unterschwellig klingt aber auch an vielen Diskussionsstellen an, dass „Permant Online“ DER neue und vorherrschende Lebensstil schlechthin ist und es &#8211; ganz normativ &#8211; auf lange Sicht nicht mehr anders geht.</p>
<p>Immer wieder wird auch der Vorwurf laut, dass „die da in Berlin“ keine Ahnung hätten, wovon sie eigentlich reden. Wissen wir aber überhaupt noch, wie viele leben, die nicht alle fünf Minuten auf den Laptop-Bildschirm starren oder das iPhone aus der Tasche ziehen? Haben wir für das „analoge Leben“ noch Verständnis, wo wir doch <a href="http://www.wortkomplex.net/2009/05/politik-20-in-gottingen/" target="_blank">an jeder Ecke „2.0“ fordern</a>? <a href="http://menschzweinull.blogspot.com/2009/05/escape-to-20th-century-eine-woche-leben.html" target="_blank">Menschzweinull und ich werden deswegen eine Woche lang ausprobieren, wie es sich ziemlich analog und offline lebt.</a> Die Idee ist vor allem aus der Sorge heraus entstanden, dass wir spätestens in der vergangenen #zensurula-Woche die Bodenhaftung verloren haben.</p>
<p><strong>Die Spielregeln </strong></p>
<p>Eine Woche lang ist also Folgendes strengstens verboten:</p>
<ul>
<li>Web 2.0iges und Social Media Tools: Twitter, Tumblr, Flickr, YouTube, etc.</li>
<li>Internetnachrichten: SPON, SZ, Zeit online, &#8230; sieben Tage alles bähbäh</li>
<li>das Internet überhaupt zur Bespaßung</li>
<li>Mails im privaten Kontext (sorry, wenn ihr nun alle warten müsst)</li>
<li> das iPhone in seinem lebenserweiterndem Kontext</li>
<li>Killerspiele bzw. überhaupt Konsolen- und Computergedaddel</li>
<li>Filme / Serien durch Computergebrauch</li>
</ul>
<p>Der Computergebrauch wird also im Wesentlichen auf die Funktionen einer Schreibmaschine reduziert.</p>
<p>Erlaubt sind (auch beim iPhone) weiterhin:</p>
<ul>
<li>Telefon,</li>
<li>SMS,</li>
<li>Adressbuch,</li>
<li>Terminkalender und</li>
<li>iPod</li>
</ul>
<p>Da wir nicht im Mittelalter landen wollen, gibt es Fernsehen und Radio. Ansonsten: viele Bücher (M2.0 darf auch seinen EBook-Reader weiter verwenden), Sport und (im Falle des kleinen Wortkomplex‘) lernen, lernen, lernen.</p>
<p>Da sowohl Herr Menschzweinull als auch ich uns nun aber keine Woche dafür frei nehmen konnten, gibt es gewissen Ausnahmen im beruflichen Kontext. Zumal wir beide auch noch eher digital angehauchte Berufe haben. Erlaubt sind hier:</p>
<ul>
<li>E-Mails</li>
<li>Internetrecherche und Website-Besuche auf beruflich relevanten Seiten</li>
<li>soziale Netzwerke mit Berufsbedeutung (Xing, LinkedIn, etc.)</li>
</ul>
<p>Nächsten Sonntag ziehen wir das Fazit und schauen mal, ob es sich auch so leben lässt. Unsere These: NEIN! Vielleicht fanden wir‘s ja aber hübscher und sind demnächst öfters offline.</p>


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		<title>Politik 2.0 (nicht) in Göttingen</title>
		<link>http://www.wortkomplex.net/2009/05/politik-20-in-gottingen/</link>
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		<pubDate>Sat, 09 May 2009 12:21:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wortkomplex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheiten & Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Abgeordnetenwatch.de]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Göttingen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem die ePetition “Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten” in erster Linie auf Grund der rasanten Verbreitung über Twitter, Blogs und Foren einen solchen Erfolg erzielt hat, wollte ich mir anschauen, ob über eine Internet-Plattform wie z. B. Abgewordnetenwatch schon Fragen dazu an die Abgeordneten des Wahlkreis Göttingen eingegangen sind. Ergebnis: eine.
Die geht an Thomas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem die ePetition <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860" target="_blank">“Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten”</a> in erster Linie auf Grund der rasanten Verbreitung über Twitter, Blogs und Foren einen solchen Erfolg erzielt hat, wollte ich mir anschauen, ob über eine Internet-Plattform wie z. B. <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/" target="_blank">Abgewordnetenwatch</a> schon Fragen dazu an die <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/goettingen-532-616.html" target="_blank">Abgeordneten des Wahlkreis Göttingen</a> eingegangen sind. Ergebnis: eine.</p>
<p>Die geht an <a href="http://thomasoppermann.de/" target="_blank">Thomas Oppermann (SPD)</a>,<a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/thomas_oppermann-650-5574.html#q178304" target="_blank"> ist auf den 1.5.2009 datiert.</a> Und hat noch keine Antwort. Ich bin einigermaßen gespannt, wie er &#8211; <a href="http://thomasoppermann.de/lebenslauf.php" target="_blank">selbst Jurist, früherer Rechtspolitischer Sprecher und Minister für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen</a> &#8211; darauf reagiert. Gepannt bin ich auch, wie sich <a href="http://www.trittin.de/start/index.shtml?navanchor=1010000" target="_blank">Jürgen Trittin</a>, neuerdings Spitzenkandidat der Grünen, hier künftig verhalten wird &#8211; <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/juergen_trittin-650-5575.html" target="_blank">mit 66 Antworten auf 71 Fragen</a> hat er derzeit immerhin den besten Schnitt.</p>
<p>Besonders interessant ist aber <a href="http://www.hartwig-fischer.de" target="_blank">Hartwig Fischer (CDU)</a>, der alle Fragesteller<a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/hartwig_fischer-650-5846.html" target="_blank"> in Form einer standardisierten Antwort an seiner Definition von demokratischer Öffentlichkeit teilhaben lässt</a> und aus diesem Verständnis heraus keine Antworten auf Fragen über Abgeordnetenwatch beantortet. Da hat er wohl Recht. Denn was ist daran schon Teil von Demokraticher Öffentlichkeit, wenn andere Interessierte ebenfalls die Antworten und Einstellungen von ihm lesen könnten. Interessant. Und das obwohl Fischer <a href="http://hartwig-fischer.de/mitarbeiter-in-berlin.html" target="_blank">einen Referenten für Internet, Medien, Kommunikation</a> beschäftigt.</p>
<p>Mal sehen, ob sich hier in den nächsten Wochen etwas tut. Ob die Abgeordneten, je näher die Bundetagswahl rückt, nooh aktiver werden (These: spätestens bei <a href="http://www.kandidatenwatch.de/index.php?cmd=787&amp;id=331&amp;cookie=wk787_331" target="_blank">kandidatenwatch.de</a> ist auch Fischer wieder dabei). Was sie sich noch für ihre Internetseiten einfallen lassen und ob demnächst auch alle ganz obamaesk anfangen zu twittern (noch keine Profile entdeckt&#8230;), bloggen und youtuben.</p>


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		<title>Und nun? Ein Gefühl von Ohnmacht.</title>
		<link>http://www.wortkomplex.net/2009/05/und-nun-ein-gefuhl-von-ohnmacht/</link>
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		<pubDate>Fri, 08 May 2009 23:04:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wortkomplex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lästigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheiten & Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Guttenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Internetsperren]]></category>
		<category><![CDATA[kein Vertrauen]]></category>
		<category><![CDATA[UvdL]]></category>
		<category><![CDATA[zensursula]]></category>

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		<description><![CDATA[Ach, mir ist schlecht&#8230;
Diese ganze #zensursula und #gutlügenberg Debattiererei schlägt mir auf den Magen (gibt es für Zypries schon eine hübsche Verfremdung?). Auf‘s Gemüt sowieso. Allerdings aus verschiedenen Gründen, die erst einmal auseinander gefriemelt werden wollen. Aber so nachhaltig, dass ich gegen meinen Grundsatz verstoße, in diesem Blog nicht zu politisieren.

50.000 &#8211; and counting&#8230;
Ich war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ach, mir ist schlecht&#8230;</p>
<p>Diese ganze <a href="http://search.twitter.com/search?q=zensursula" target="_blank">#zensursula</a> und #gutlügenberg Debattiererei schlägt mir auf den Magen (gibt es für Zypries schon eine hübsche Verfremdung?). Auf‘s Gemüt sowieso. Allerdings aus verschiedenen Gründen, die erst einmal auseinander gefriemelt werden wollen. Aber so nachhaltig, dass ich gegen meinen Grundsatz verstoße, in diesem Blog nicht zu politisieren.</p>
<p><span id="more-471"></span><br />
<strong>50.000 &#8211; and counting&#8230;</strong></p>
<p>Ich war unter den ersten 50.000 Mitzeichnern der ePetition <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860" target="_self">&#8220;Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten&#8221;</a> und fühle mich gut dabei. <a href="http://menschzweinull.blogspot.com/2009/05/online-petition-gegen-internetzensur.html" target="_self">Herr Menschzweinull merkt in seinem Blog völlig zurecht an: </a></p>
<blockquote><p>Aber eines will ich mir nicht nachsagen lassen: dass meine Kinder mich nachher fragen &#8220;warum habt Ihr nichts getan&#8221;.</p></blockquote>
<p>Allerdings hatte ich anfangs völlig unbedarft nichts gegen die Sperre von Internetseiten mit kinderpornografischen Inhalten einzuwenden &#8211; bis ich angefangen habe mich z. B. bei Heise zu informieren (siehe: <a href="http://www.heise.de/ct/Die-Argumente-fuer-Kinderporno-Sperren-laufen-ins-Leere--/artikel/135867" target="_self">„Verschleierungstaktik &#8211; Die Argumente für Kinderporno-Sperren laufen ins Leere“</a>). Damit bin ich nicht alleine. Denn was mit „Gegen Kinderpornografie!“ gelabelt ist, <strong>DARF</strong> gar nicht erst für schlecht empfunden werden. Das ist ein entscheidendes rhetorisches Konstrukt, auf das die Bundesregierung respektive Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen ganz offenbar setzt. Kritiker werden nur allzu schnell als Pädokriminelle abgestempelt oder als Unterstützer einer dreckigen Szene. <a href="http://edition.cnn.com/2001/US/09/20/gen.bush.transcript/" target="_blank">„Either you are with us or you are with the terrorist.“ sprach George W. Bush einst.</a> Nichts wesentlich anderes impliziert Ursula von der Leyen (UvdL, sprich: Uffdell) heute.</p>
<p>Das führt in der Folge dazu, dass alle ihre kritischen Töne vorauseilend damit einleiten „Natürlich bin ich gegen Kinderpornografie und für eine Bekämpfung derselben, aber&#8230;“. Der Generalverdacht &#8211; oder die Angst davor &#8211; hat in der Ausdrucksweise längst Niederschlag gefunden. Das ist eine sehr traurige Entwicklung. Aber zumindest ein Erfolg, den UvdL schon einmal für sich verbuchen kann. Und wer weiß, wie viele Bürger, die eigentlich der Petition zustimmen, sich genau davon abhalten lassen &#8211; <a href="http://www.naumburger-tageblatt.de/ntb/ContentServer?pagename=ntb/page&amp;atype=ksArtikel&amp;aid=1241760749890&amp;openMenu=1013016724320&amp;calledPageId=1013016724320&amp;listid=" target="_blank">dafür, dass die Namen öffentlich zugänglich sind, sorgt der Bundestag schließlich auch gleich.<br />
</a><br />
<strong>Emotionalisierung und Populismus. Auf beiden Seiten. </strong></p>
<p>In dem sehr schönen kleinen Beitrag <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/media/zapp3290.html" target="_blank">„Von der Leyen &#8211; Viel Show und wenig Konkretes“</a> legt Zapp dar, was eigentlich hinter UvdL steckt. Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass sich die Ministerin mit Blitzkarriere ziemlich billiger Tricks bedient, die einen schnellen und widerstandslosen Erfolg garantieren sollen. So z. B. auch, als sie das religionskritische Buch „Wo bitte geht‘s zu Gott?“ indizieren wollte.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wo_bitte_geht’s_zu_Gott%3F_fragte_das_kleine_Ferkel" target="_blank">Auf Wikipedia steht dazu: </a></p>
<blockquote><p>Im Antrag heißt es, Text und Abbildung des Buches wiesen „mithin antisemitische Tendenzen auf“. Das Buch sei somit geeignet, „Kinder und Jugendliche sozial-ethisch zu desorientieren“. Über den Antrag wurde am 6. März 2008 entschieden.</p></blockquote>
<p>Vermutung: Genau dieses antisemitischen Arguments bediente sie sich, weil es gerade in Deutschland am leichtesten durchzusetzen ist. Dass aber alle monotheistischen Religionen in ausgesprochen klischeebehafteter, absurder (und dümmlicher) Weise dargestellt werden, wird vorsichtshalber verschwiegen. Eine Bundesfamilienministerin &#8211; auch der CDU -  hat aber nicht zu entscheiden, ob Eltern ihre Kinder christlich oder atheistisch erziehen. Das liegt im Ermessen der Eltern. Ich z. B. würde meinen Kindern genausowenig das Ferkelbuch vorsetzen, wie ich sie mit stark religionslastigen Büchern aufwachsen sehen möchte. Aber ich will mir diese Richtung nicht von UvdL vorgeben lassen.</p>
<p>Genauso läuft es nun aber auch mit der Kinderpornografie. Denn wer kann schon dagegen sein, dass hilf- und wehrlose Kinder geschützt werden?</p>
<p>Emotionalisierung und Populismus, das sind zwei Eigenschaften der Internetsperren-Debatte, derer sich in großem Stile bedient wird. Allerdings nicht nur von Regierungs- und Politikerseite sondern auch von der anderen. Ein bisschen erinnert es wirklich an Herdentrieb und „Psychologie der Massen“ von Gustav LeBon, wenn in der Tagesschau Minister Guttenberg eine Äußerung trifft und ihn die Twitterschaft kollektiv vor ein Erschießungskommando stellen  möchte &#8211; seine Worte:</p>
<blockquote><p>Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich eines der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht.<br />
(Quelle: <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video492926.html" target="_blank">Tagesschau</a>)</p></blockquote>
<p>Das wird natürlich nicht gut aufgenommen. <a href="http://www.spreeblick.com/2009/05/08/herr-zu-guttenberg-ist-betroffen/" target="_blank">Einige möchten gegen ihn wegen Verleumdung auch gerne Strafanzeige stellen. </a>Guttenberg könnte aber auch gemeint haben, dass es nicht gut sei, jetzt alle Gegner des Gesetzes zu verurteilen und stattdessen ihre Argumente ernst genommen werden sollten. Hat eigentlich schon einmal jemand die Frage gehört, die ihm gestellt wurde? Ja, was wenn er gefragt wurde: „Wie finden Sie es, dass die Petetenten als Unterstützer von Kinderpornografie gebrandmarkt werden?“ Dann ist immer noch nicht die enorm schlechte Ausdrucksweise entschuldigt. Und ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, dass er dies so&#8230; positiv&#8230; gemeint haben könnte. Aber es wäre auch eine mögliche Lesart, die jedoch in der aufgeheizten und emotionalisierten Atmosphäre untergeht. Ist das denn wirklich so besser als das leyenhafte Niveau?</p>
<p><strong>Wie sag ich‘s bloß meinen Eltern?</strong></p>
<p>Was mich weiterhin einigermaßen betroffen macht ist, dass außerhalb der jetzt aktiven Twitterschaft und Blogosphäre kaum jemand versteht, was die Gegner von UvdL eigentlich  gerade antreibt. Einigen werden Freunde und Bekannte mit ein wenig Netzaktivität und minimalem technischen Verständnis erklären, dass die Sperren nutzlos und nur der Anfang einer großen Zensur sind. Aber der große Rest? Der wird den Kopf schütteln über eine Jugend ohne Wertemaßstäbe; und über das Internet generell, das alle verdirbt. Wie also erkläre ich meinen Eltern, dass ich nicht für Kinderpornografie eintrete? Sondern dass ich gerade die konsequente und effektive Bekämpfung statt einer Augenwischerei befürworte, wenn ich gegen die geplanten Sperren bin? Und dass ich mich als Bürger für die mir vor 60 Jahren gewährten Grundrechte einsetze? Dass ich mich dafür einsetze, dass auch meine Kinder in 60 Jahren noch in den Genuss von Informationsfreiheit und Privatsphäre kommen?</p>
<p>Sicher: Mittlerweile hat die große Welle an Unterstützern der Petition auch klassisch-spießige Medien wie die Tagesschau auf den Plan gebracht. Der Nachrichtendruck wurde schließlich zu groß. Aber es wird nunmal von einer Sperre von Seiten mit kinderpornografischen Inhalten berichtet. Und welches verabscheuenswürdige Pack kann schon gegen so etwa gutes sein?</p>
<p>Nur selten ist davon zu hören, dass sogar die Gefahr besteht, dass im Falle einer Veröffentlichung mit den Listen Kinderpornografie-Ringen in die Hände gespielt wird. Nur selten ist zu hören, dass ohnehin nicht das freie Internet zur Verbreitung genutzt wird. Und nur selten ist von alternativen Konzepten zu hören. Server abstellen, wenn diese ohnehin bekannt sind etwa. Mehr Sozial- und Jugendarbeiter sowie Schulpsychologen einsetzen, Arbeitsgruppen von Providern und BKA einberufen, mehr Experten ausbilden. <a href="http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=1015566&amp;kat=317" target="_blank">Kostet aber alles Geld.</a> Deswegen wird eben lieber ein Deckmäntelchen über die schlimmen Taten gehüllt und damit suggeriert: Wir tun doch aber sooooo viel! Eine trügerische Sicherheit ist das.</p>
<p><strong>Politisches Urvertrauen&#8230; massiv erschüttert</strong></p>
<p>Eigentlich hatte ich immer ein gewisses Urvertrauen in die Demokratie der Bundesrepublik. Bislang erklärte ich immer brav allen, wieso sich da nun so wenig gewählte und dafür bezahlte Volksvertreter ihren Hintern im Plenarsaal platt drücken. „Weil wir ein Ausschuss-Parlament haben.“ &#8211; meine standardisierte, immer hübsch parate Antwort. Dass die eigentliche Arbeit eben nicht in großer Runde sondern in den Ausschüssen und Unterausschüssen stattfinde. Wo sich die Bundestagsabgeordneten zusammenfinden, die sich intensiv in die Materie einarbeiten. Und wo auch immer Experten hinzu gezogen werden.</p>
<p>Was für einen Sinn hat aber auch das beste Briefing oder die umfassendste und kompetenteste Beratung, welche Bedeutung hat noch die Arbeit der Ausschüsse, wenn alles dort Geleistete konsequent ignoriert wird? Denn genau das tun Übermutter von der Leyen und Herr von und zu Guttenberg  gerade. Das wurde sehr deutlich in der ersten Debatte zum Gesetz, die am Mittwoch, 6. Mai 2009 stattfand (<a href="http://www.youtube.com/view_play_list?p=C8362DEC2E766374" target="_blank">alle Redner in Einzelbeiträgen auf You Tube</a>). Geführt von und für 20 Hanseln und ansonstem leeren Plenarsaal (&#8220;&#8230;aber wir haben doch ein Ausschuss-Parlament&#8230;&#8221;). Bei den vorgebrachten Argumenten und Verdrehereien ist mir teils speiübel geworden. Vor allem, wenn einige der Abgeordneten aus den Ausschüssen berichteten und abermals betonten, dass das Vorhaben von allen Experten für absolut unsinnig erachtet wird &#8211; die aber offenbar konsequent von der Großen Koalition ignoriert wird. Aber halt! (Stopp! scheint mir an dieser Stelle unangebracht), die beiden Minister waren doch nicht einmal anwesend? Richtig. Schließlich wird auch die Petition am Erlass des Gesetzes nichts ändern, sie wähnen sich ohnehin auf der sicheren Seite.</p>
<p><strong>Wahlentscheidung 2009 &#8211; Das kleinere Übel gibt es nicht. </strong></p>
<p>Frau von der Leyen, Herr von Guttenberg &#8211; und noch viele, viele mehr &#8211; machen die CDU spätesten jetzt für mich untragbar. Aber auch die SPD schießt sich in meiner persönlichen Wahrnehmung immer mehr ins Abseits (z. B. dank <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_dieter_wiefelspuetz-650-5785--f179544.html#frage179544" target="_blank">Herrn Dr. Wiefelspütz</a>). Genau genommen habe ich gerade den Eindruck, dass keine der Parteien derzeit für mich wählbar ist. Und das ausgerechnet im Wahljahr 2009. Vor dem aktuellen Hintergrund ließe sich auf die <a href="http://www.piratenpartei.de/" target="_blank">Piratenpartei</a> verweisen. Doch denen fehlt wiederum die Kompetenz in vielen anderen Bereichen &#8211; ein Blick in das vorhanden Parteiprogramm (mit dem ich mich sehr identifizieren kann) offenbart viele Lücken. Konzepte für Rentenpolitik z. B. fallen nicht einfach vom Himmel.</p>
<p>Was also nun? Selbst politisch aktiv werden, werden mir da wohl einige als logische Konsequenz empfehlen. Aber hat man wirklich auf diese ganzen Machtspielchen Lust, auf diese thematische Ignoranz zwecks eigenem Vorankommens und die willentliche Volksverdummung? Auf ein Geschäft, in dem Brandredner mit falschen Zahlen und fadenscheinigen Argumenten aber charmantem Lächeln den meisten Erfolg erzielen? Schon mein Opa sagte: „Politik verdirbt den Charakter.“ Wenn ich mir nun den Wahl-Aktionismus und politischen Populismus alleine der letzten Tage anschaue, scheint mir: Er hatte Recht.</p>
<p>Ach, mir ist schlecht&#8230;</p>


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		<title>Das twitternde Hotel. Ein Lehrstück.</title>
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		<pubDate>Mon, 04 May 2009 22:07:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wortkomplex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönes]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheiten & Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[bremen]]></category>
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		<category><![CDATA[low-budget design hotel]]></category>
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		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Vier kurze Tage waren Zeit, um über Ostern die ersten Alltags-Auszeittage in beschaulicher Zweisamkeit zu genießen. Weniger einfach als die Termin- (zwei Terminkalender verglichen, gemeinsame Minilücke gefunden) war die Ortsfindung. Wie wir nun auf Bremen kamen&#8230; nun&#8230; das ist eine sogar kurze Geschichte. Aber ich erzähle sie trotzdem nicht. Bremen jedenfalls. Stadt der Musikanten. Des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vier kurze Tage waren Zeit, um über Ostern die ersten Alltags-Auszeittage in beschaulicher Zweisamkeit zu genießen. Weniger einfach als die Termin- (zwei Terminkalender verglichen, gemeinsame Minilücke gefunden) war die Ortsfindung. Wie wir nun auf Bremen kamen&#8230; nun&#8230; das ist eine sogar kurze Geschichte. Aber ich erzähle sie trotzdem nicht. Bremen jedenfalls. Stadt der Musikanten. Des Rolands. Heimat des Universums. Schnell war die Entscheidung auf das <a href="http://www.prizeotel.com" target="_blank">Prizeotel</a> gefallen. Denn was läge für einen <a href="http://menschzweinull.blogspot.com/" target="_blank">Menschzweinull</a> und das kleine Wortkomplex näher, als völlig entzückt und bezuckert ein <a href="http://www.youtube.com/prizeotel" target="_blank">podcastendes</a>, <a href="http://www.twitter.com/prizeotel" target="_blank">twitterndes</a> Design-Hotel zu buchen? Liebevoll nannte ich es sogar „Apple-Hotel“.</p>
<p>Und genau zu diesem jenem Hotel will ich nun noch ein paar Eindrücke los werden. Die sind zum Teil aus meiner (ziemlich unstrukturierten) Rezension bei <a href="http://www.holidaycheck.de/hotelbewertung-prizeotel+Bremen+City+Viel+Angebot+fuer+wenig+Preis+dennoch+Abstriche-ch_hb-id_1315438.html?typ=1 " target="_blank">Holidaycheck</a> geklaut, wo ich explizit meine Meinung zum Umgang mit Twitter los werden musste. Aber wer twittert, podcastet und sich sehr innovativ präsentiert, für den nehme ich mir sogar mal wieder Blog-Zeit und gestalte das Ganze etwas ausführlicher.</p>
<p>Achtung! Trotz Meckerei -  das gute Ende kommt zum Schluss. Nach einiger gemeinsamer Zeit mit Herrn M2.0 wollte ich mich nun auch einmal im Konzept des „Am Ende liegen sich alle weinend in den Armen!&#8221; ausprobieren. Vorweggenommen sei gesagt: Wer Bremen besucht, dem kann ich einen Abstecher in das Prizeotel nur empfehlen.</p>
<p><span id="more-430"></span></p>
<p><strong>Die Sorgen einer Frau &#8211; oder: wo soll ich bloß mit meinen Schuhen hin?</strong></p>
<p>Angekommen, eingecheckt, Gepäck geschleppt. Alles für gut empfunden. Nach ein paar Mal umschauen stellte ich dann aber fest, was mich schon die ganze Zeit leicht irritierte: Das Zimmer hatte keinen Schrank! Das wäre grundsätzlich zu verschmerzen gewesen. Der größte Kritikpunkt hier ist tatsächlich, dass wir nicht darüber &#8211; und die Option, ein Zimmer mit oder ohne Schrank zu buchen &#8211; informiert wurden. Auf der Internetseite wirbt das Hotel mit Bildern eines Zimmers mit Schrank, auch am Hotel selbst hängt ein großes Plakat mit &#8220;Schrank-Zimmer&#8221;, beim Check-In gab es dazu keine Erwähnung. Das wurde bei drei Übernachtungen mit zwei Personen (eine davon weiblich &#8211; aka das kleine Wortkomplex &#8211; mit Gepäck für 14 Tage&#8230;) kritisch.</p>
<p>Der Gedanke, mit <a href="http://twitter.com/prizeotel/status/1637607166" target="_blank">der unterschiedlichen Zimmer-Ausstattung auf verschiedene Gäste-Bedürfnisse abzustellen</a>, ist ja super. Wenn die Gäste dies jedoch nicht mitgeteilt bekommen, bleibt nur der Kommentar &#8220;gut gedacht, schlecht gemacht&#8221;. Ideal (bzw. notwendig!) wäre ein mitdenken auf Hotelseite, dass Gäste, die länger als zwei Nächte bleiben, einen Schrank brauchen könnten.</p>
<p>Störte mich allerdings alles nicht massiv, wir hatten ohnehin viel vor. Aber ich muss an dieser Stelle dringend ein Lob an den Reinigungsservice aussprechen: Für das arme Personal müssten der bei uns nicht vorhandene Schrank und meine aufgetürmten Schuhe plus mein großer Koffer einigermaßen schwer zu bewältigen gewesen sein.</p>
<p>Was mich hingegen stört, ist die nachträglich vorgebrachte Selbstverständlichkeit, dass der Gast / Kunde eben so clever sein müsse, den Schrankwunsch anzugeben. <a href="http://twitter.com/prizeotel/status/1637648400" target="_blank">„[...] bitte bei Bemerkung mit eingeben, wir arbeiten aber gerade an einer neuen IBE &#8211; Internet Booking Engine“ </a> Hm&#8230; Dazu müsste ich erst einmal informiert sein. Und wenn ich das trotz intensiver Homepage-Studies nicht bin, läuft etwas offensichtlich schief.</p>
<p><strong>Offene Kommunikation? &#8211; oder: Lieber doch nicht alles twittern&#8230;</strong></p>
<p>Ziemlich beeindruckt hatte mich zunächst, dass das Prizeotel einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt. Das architektonische Konzept, das Design und die Zielgruppe erschöpfen sich nicht in Äußerlichkeiten sondern werden konsequent in der Nutzung von Podcasts und Twitter fortgesetzt. Und das schien das Team dort auch verstanden zu haben. Während M2.0 und ich uns, noch lange in der Heimat verweilend, twitternd über Currywurst stritten, empfahl das Prizeotel ebenfalls via Twitter gleich Bremens noble Currywurst-Bude <a href="http://www.scharfrichter-lounge.de/" target="_blank">Scharfrichter</a>. Ein Tipp, den wir gerne umgesetzt und näher begutachtet haben. Hinweise unsererseits zu Buchungsformular und der kruden Homepage-Darstellung in Safari (auf dem Mac wie auch auf dem iPhone) wurden nett angenommen. „Oha“, dachte ich da, „sehr aufmerksam.“</p>
<p>Leider musste ich den Eindruck in den letzten Tagen zunächst korrigieren. Zunächst&#8230;</p>
<p>Natürlich sind Gäste bisweilen anstrengend. Die Ansprüche werden immer höher, sind bisweilen auch massiv überhöht. <strong>Hotel Business is a Bitch!</strong> Ganz richtig ist hier der sanfte, mit ein wenig Nachdruck dekorierte Hinweis, dass Low-Budget auch ein paar Abstriche mit sich bringt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-431" title="bild-4" src="http://wp1129480.wp168.webpack.hosteurope.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/bild-4.png" alt="bild-4" width="463" height="106" /></p>
<p>Kritischer wird es hier:</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-432" title="bild-3" src="http://wp1129480.wp168.webpack.hosteurope.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/bild-3.png" alt="bild-3" width="462" height="123" /></p>
<p>Das sind Interna, die nicht jedem mitgeteilt werden müssen / sollten. „Wir arbeiten daran, den Servicegedanken in unserem Team weiter auszubauen.“ &#8211; so eine Formulierung hätte gereicht. Wenn sie denn überhaupt notwendig war.</p>
<p>Bis hierher ist es noch eine Geschmacksfrage, das folgende ist es nicht: Twitter-Dissing &#8211; bzw. in Hotel-Bewertungen geäußerte Kritik in Twitter zu zitieren und mit Unverständnis zu strafen &#8211; geht an meinem Erkenntnishorizont vorbei.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-433" title="bild-8" src="http://wp1129480.wp168.webpack.hosteurope.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/bild-8.png" alt="bild-8" width="631" height="141" /></p>
<p>Außerdem ist „Wir hatten schon x-Millionen-Gäste, von denen sich nie jemand beschwert hat&#8230;“ kein Argument sondern eine Herabwürdigung des einen Gastes, der eben doch einmal Kritik äußert. So wirkt es zumindest auf alle, die sich nicht empathisch mit dem aufgestauten Frust ob seltsamer Bewertungen (siehe weiter unten) von Hotelliers auseinandersetzen können. Und das ist sicher die Mehrheit. Hier ist der Blick auf die Außenwirkung, erst recht die gar nicht intendierte, immer hilfreich.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-435" title="bild-11" src="http://wp1129480.wp168.webpack.hosteurope.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/bild-11.png" alt="bild-11" width="513" height="77" /></p>
<p>Das dahinter eine gewisse Irritation, Angst vor mit unfairen Mitteln kämpfenden Mitbewerbern und ein grundlegendes Interesse an Dialog und Verbesserung liegt &#8211; ja das muss erst mal erschlossen werden.</p>
<p><strong>Demnächst: 150 Prozent Serviceorientierung auch beim Twittern</strong></p>
<p>Folgendes sind / waren gut gemeinte Tipps, die ich so ähnlich auch bei der Bewertung los wurde: Liebes Prizeotel, ich mag euch. Wirklich. Es hat mir gefallen, ich habe mich wohl gefühlt. Ich würde wiederkommen. Aber &#8211; auch wenn es mich nicht trifft &#8211; so könnt Ihr doch nicht mit Gästen / Kunden umgehen. <a href="http://twitter.com/prizeotel/status/1548942249" target="_blank">„guest-satisfaction is everything for us“</a> und <a href="http://twitter.com/prizeotel/status/1548945340" target="_blank">„everyday you have to perfom 150% in order to satisfy guestes needs&#8230;“</a> schreibt ihr selbst in Eurem Twitter-Stream. Nur um dann, ein paar Tweets weiter, gegen Gäste zu polemisieren, die Kritikpunkte haben? Das passt nicht zusammen. Das muss, wenn ihr schon solche Web 2.0-Wege nutzt, professioneller gehen. Wieder das Stichwort: Außenwirkung!<br />
Oder stellt das Twittern ein. Zumindest unter „echtem“ Namen. Für das Luftmachen zwischendurch empfehle ich als Ersatz das <a href="http://stilke.wordpress.com/" target="_blank">hochgradig amüsante, anonymisierte Stilke-Konzept</a>.</p>
<p><strong>Und siehe da: Genau so wünsche ich es mir!</strong></p>
<p>Kurzum (oder so&#8230; *hüstel*): In Rekordzeit wurde auf meine Bewertung reagiert und ich bekam eine sehr differenzierte Antwort. Viele Kritikpunkte bzw. Anregungen (ob nun von mir oder anderen&#8230;) wurden sehr ernst genommen und umgesetzt. Z. B. gab es mit unseren iPhones (verschiedene Modelle) Probleme mit den angepriesenen iLamps. Scheinbar ein Produktfehler, die iLamps wurden gegen andere Fabrikate ausgetauscht. (Vielleicht kann sich jetzt jemand ohne fiese Feedback-Schleifen daran erfreuen&#8230;.). Vor allem der Schrank-Problematik wird ohnehin schon große Aufmerksamkeit geschenkt, eine dezidierte Buchungsmöglichkeit soll kommen.</p>
<p>Auch zu meiner Twitter-Kritik wurde souverän, ausführlich und nachvollziehbar Stellung bezogen. Der Einblick in die Problematik ist sogar wirklich sehr interessant und erklärte einige der Tweets, die wiederum bei mir für massive Irritationen gesorgt hatten:</p>
<blockquote><p><em>Unser Bestreben ist es hier, mit den einzelnen Gästen den Dialog aufzubauen, sehr intensiv sogar. Die Mitarbeiter haben ein Prämiensystem das an die Bewertungen im Internet gekoppelt ist. Bei Portalen wie holidaycheck.de und booking.com haben wir die Möglichkeit zu reagieren und über die Kommentarfunktion (holidaycheck.de) oder über die Reservierungsdaten (booking.com) uns mit den Gästen auseinander zu setzen. Bewertungen wie die Ihren, und sie waren über Ostern da, sind hilfreich, konstruktiv und bringen das Produkt weiter. (i-Lamps ausgetauscht, Nachlegen der Croissants bis zum Endes des Frühstücks, Programmierung der eigenen IBE mit Schrankoption, Hinweis auf Schrank bei check-in usw&#8230;.). Nicht hilfreich und störend sind anonym abgegebene Bewertungen, ohne die Möglichkeit darauf reagieren und sich mit dem Gast in Verbindung setzen zu können. Die Portale haben Lücken und wir wissen nicht, war es ein Gast, war es vielleicht ein Mitbewerber der sein Ranking verbessern will. Es wäre interessant zu wissen, warum die wenigen, die das Hotel so negativ bewerten, dieses so gemacht haben. Was war der Grund dafür, was deren Erwartungshaltung an ein Hotel, bei dem man €59 zahlt. Es wäre hilfreich, wenn ich als Direktorin vielleicht sogar vor verlassen des Hotels von dem Gast informiert werden. Auf alle Fälle aber, würde ich mich gerne mit dem Gast in Verbindung setzen &#8211; nur lassen das die System nicht zu&#8230;selbst der Herr der hier bei holidaycheck uns unter einem falschen Namen bewertet hat, hat sich bis heute nicht bei uns gemeldet&#8230;so macht Web 2.0 keinen Spaß und da sollten die Systeme umstellen. Wir machen alles, um unser Produkt weiter zu inovieren, nur ist es unfair den Mitarbeitern gegenüber anonyme, schlechte Bewertungen abzugeben und zu denen nicht zu stehen.</em></p></blockquote>
<p>Das macht Spaß, ich habe sogar etwas dabei gelernt und einen kleinen Einblick bekommen. Und so macht auch die Zeit, die man in eine Rezension, in Tweets, in Blogeinträge &#8211; also: in konstruktive Kritik &#8211; steckt Sinn. Auch wenn ich nach wie vor (trotz noch so plausibler Erklärung), vom Negativ-Twittern abraten würde. Ich habe durchaus Verständnis für sich täglich aufstauend Frust im Hotelgewerbe. Wie gesagt: Anonymer Account hilft vielleicht weiter&#8230; ich followe dann auch gerne.</p>
<p><em>Nachtrag: Als Anmerkung zur Bewertung auf Holidaycheck sei noch gesagt, dass ich von Hause aus ein Auge für die kleinen Details zu entwickeln HATTE. Den Staub IN der Lampe z. B. &#8211; oder eben die kleinen, für manche winzig erscheinenden, Makel an der Tapetenverklebung, der Teppichkante, etc. Ich kann doch auch nichts dafür. Ich sehe das einfach. Es tut mir Leid.</em></p>


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		<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 07:34:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wortkomplex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Kategorie für alle Fälle]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheiten & Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Care Bears]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdinspiration]]></category>
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		<description><![CDATA[Hier wurden absichtlich zehn Fehler eingebaut. Um die grauen Zellen am Morgen in Form zu bringen. Oder so ähnlich.
 
Gewinner gibt es nicht. Weil das hier &#8211; selbstverständlich! &#8211; viel zu ernst ist. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.
MeinTipp übrigens: Für den feinen, gut funktionierenden Sync zwischen iPhone-Skype und &#8220;normalem&#8221; Skype sorgen ganz heimlich die Glücksbärchis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier wurden absichtlich zehn Fehler eingebaut. Um die grauen Zellen am Morgen in Form zu bringen. Oder so ähnlich.<br />
<img class="alignnone size-full wp-image-416" title="Skype_Start" src="http://wp1129480.wp168.webpack.hosteurope.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/03/photo.jpg" alt="Skype_Start" width="192" height="288" /> <img class="alignnone size-full wp-image-417" title="carebears" src="http://wp1129480.wp168.webpack.hosteurope.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/03/carebears.jpg" alt="carebears" width="192" height="288" /></p>
<p>Gewinner gibt es nicht. Weil das hier &#8211; selbstverständlich! &#8211; viel zu ernst ist. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.</p>
<p>MeinTipp übrigens: Für den feinen, gut funktionierenden Sync zwischen iPhone-Skype und &#8220;normalem&#8221; Skype sorgen ganz heimlich die Glücksbärchis mit ihren Glücksstrahlen.</p>


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		<title>insert profound &amp; pathetic quote here</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Dec 2008 03:33:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wortkomplex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wahrheiten & Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Messenger]]></category>
		<category><![CDATA[Mood-Messages]]></category>
		<category><![CDATA[Skype]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Blick in meine Skype-Kontaktliste ist meist sehr erbaulich. Wie ein Blick auf das Kalenderblatt mit “Spruch des Tages” in der Generation meiner Großmutter. Denn irgendwer bietet immer ein nettes Sprüchlein. Erst Mal denkt man noch: “Ja. Schön. Stimmt.” Und gleich danach reiht sich der Gedanke ein: “Wie tief wurde hier eigentlich im Poesiealbum gegraben?” [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Blick in meine Skype-Kontaktliste ist meist sehr erbaulich. Wie ein Blick auf das Kalenderblatt mit “Spruch des Tages” in der Generation meiner Großmutter. Denn irgendwer bietet immer ein nettes Sprüchlein. Erst Mal denkt man noch: “Ja. Schön. Stimmt.” Und gleich danach reiht sich der Gedanke ein: “Wie tief wurde hier eigentlich im Poesiealbum gegraben?” Nur um sich gleich darauf zu sorgen: “Verdammt, was habe ich in meinem maroden Geisteszustand hochtrabendes geschrieben?”  Aber letztlich führt das auf ein ganz anders gelagertes Phänomen zurück.</p>
<p>Neuzeitlich wird nämlich nicht nur per Mail kommuniziert. Per Chat. (Metakommunikativ) per Blog. Oder Tumblr. Nein &#8211; Mood-Messages sind der Kanal. Ob nun in Skype oder sonstigen Clients, die dazu instrumentalisiert werden können. Hier wird etwas an eine (je nach Kontaktlisten-Umfang) breitere Öffentlichkeit preisgegeben, die das in etwa so viel angeht wie die tagesaktuelle Unterwäsche.   Und dabei ist es doch meist nur eine Person, die etwa mit einem Zitat erreicht werden soll. Erfahrungswerte zeigen: <strong>Klappt nicht. </strong></p>
<p><strong></strong>Grundsätzlich beziehen es ohnehin die Falschen auf sich oder sprechen einen auf die Mood-Message hin an. Gern genommen sind auch abstrakt-exhibitionistische Sätzchen, die erst einmal in einen Kontext gesetzt werden müssen und trotzdem schon etwas über die Erlebnisse des Tages aussagen. Und auch dazu muss natürlich nachgefragt werden, was das nun heißen soll &#8211; und hoffentlich fragen genau die Richtigen. Viel abstruser wird das alles noch, wenn die aktuellen iTunes-Titel, passend zum Seelenzustand gehört, eingeblendet werden.</p>
<p>Circa ein Jahr lang prangte bei mir in Skype einfach “Büro.” Das war prima. Und dann ging sie los, die Mood-Manie. Irgendwann, nach unzähligen und natürlich un-glaub-lich gewitzten Zitaten zu z. B. “Chancen ergreifen”, “Ängste überwinden” und “in die Pötte kommen”, bin ich letztlich auf das hier umgestiegen:  Viel allgemeingültiger. Und letztlich ebenso aussagekräftig wie jedes noch so abgründige Zitat, das ich ausgraben könnte.   Abgesehen davon habe ich zwei favorisierte Moods:</p>
<ul>
<li><strong>“Denial ain’t just a river in Egypt.”</strong> Ein großartiges Zitat von Mark Twain, auf vieles im Leben anwendbar. Vor allem auch dann, wenn man mit sich selbst hadert. Oder mit anderen. Also eigentlich immer. </li>
<li><strong>“If anyone gets nosy… just, you know… shoot ‘em. Politely.”</strong> Text aus Firefly. Einer (zu unrecht) völlig unterschätzten Serie. Immer dann gut, wenn man nur mit bestimmten Personen reden will und dazu doch mal seine Unsichtbarkeit aufgeben muss. Klappt meist ganz gut. Aber auch hier besteht die Gefahr, das gleich noch neugieriger nachgefragt wird. </li>
</ul>
<p>Testweise habe ich außerdem eine Woche lang “skype on mobile by www.fring.com” als Message eingestellt. Eine Nachricht, anhand der man sonst eigentlich nachvollziehen kann, dass ich sonstwo und mit dem iPhone unterwegs bin. Hat aber eigentlich keine Ergebnisse gebracht.   Außer das: Vielleicht sollten wir Verkorksten alle mal wieder unser Mood-Message-Feld leeren. Und &#8211; oha, oha &#8211; doch lieber so richtig miteinander reden. Bestimmte Sachen einfach direkt und unverblümt sagen. Könnte allen weiterhelfen.</p>


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		<title>out-of-date</title>
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		<comments>http://www.wortkomplex.net/2008/12/out-of-date/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Dec 2008 18:35:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>menschzweinull</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frauen, Männer & das ganze Leid der Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheiten & Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Dating]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Menschzweinull]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Gastbeitrag von menschzweinull
Prolog 1
Ich glaube nicht an demokratisches Design. Ebenso wenig glaube ich an individuelles Design. Ich glaube an diktatorisches Design, und bin dabei in bester Gesellschaft. Daher: Wer diesen Eintrag lesen will, muss vorher oben rechts die Farbe des Blogs auf “Vernunftsblau“ umstellen. Danke.
Prolog 2
In einer relevanten Rede hat Martin Walser eine nahezu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" title="m20" src="http://www.gravatar.com/avatar/24b51828c1c384dc45b75faffb7ad8e8?s=80&amp;d=monsterid&amp;r=G" alt="" width="80" height="80" /><em>Ein Gastbeitrag von </em><a title="Menschzweinull" href="http://menschzweinull.blogspot.com" target="_blank"><em>menschzweinull</em></a></p>
<p><strong>Prolog 1</strong></p>
<p>Ich glaube nicht an demokratisches Design. Ebenso wenig glaube ich an individuelles Design. Ich glaube an diktatorisches Design, und bin dabei in bester Gesellschaft. Daher: Wer diesen Eintrag lesen will, muss vorher oben rechts die Farbe des Blogs auf “Vernunftsblau“ umstellen. Danke.</p>
<p><strong>Prolog 2</strong></p>
<p>In einer relevanten Rede hat Martin Walser eine nahezu lächerlich durschaubare rhetorische Figur gebraucht; er sagte Folgendes:</p>
<blockquote><p>wenn ich über Lyrik reden wollte, würde ich mit etwas anfangen wie »Die Sonne neigt beim Untergang im Meer zur Übertreibung«.</p></blockquote>
<p>Der Martin wieder: Erfindet eine hübsche Floskel, die er nur ihrer selbst willen völlig kontextlos einbaut. Dieses Muster adaptierend, könnte ich jetzt schreiben:</p>
<blockquote><p>wenn ich provozieren wollte würde ich diesen Blogeintrag beginnen mit dem Vergleich: »Wer solche Dating-Listen erfindet und ins Internet stellt handelt moralisch nicht anders als ein Pornoanbieter.«.</p></blockquote>
<p>Aber natürlich würde ich nie so anfangen. Ich bin ja nicht Martin Walser. Der &#8211; nur so nebenbei bemerkt &#8211; eben diese in der Paulskirche mündlich vorgetragene Passage aus seinen gedruckten Redetexten hat entfernen lassen.</p>
<p><strong>Prolog 3</strong></p>
<p>Ich habe in meiner Erinnerung gekramt und festgestellt: Ich hatte noch nie ein „Date“.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p>Als ich die Dating-Liste las, war meine erste Reaktion: Lustig. Wird sich alles keiner trauen, aber: lustig. Meine zweite Reaktion war: Listen wie diese sind gefährlich. Man sollte sie löschen. Alle.</p>
<p>Für das “warum“ der zweiten Reaktion spannen wir den Bogen zum zweiten Prolog: Kinder und Jugendliche wachsen heutzutage in einer durch und durch sexualisierten Welt auf. Gerade eben geht der Diskurs wieder durch die Medien: Was wird all die direkt verfügbare Pornographie im Internet mit unseren Kindern anstellen? Manche sehen die Katastrophe aufziehen, andere mahnen zur Ruhe.</p>
<p><span id="more-360"></span></p>
<p>Die Tatsache ist: Wir wissen es nicht, wir haben nicht die geringste Ahnung. Als ich in die Pubertät kam, war die einzige Quelle erotischer Abbildungen, die man ohne beschämenden Menschenkontakt (Bravo kaufen am Kiosk, den Freund nach seinen Ausgaben fragen) erhalten konnte, die Sanitätsanzeigen in der Hörzu. Dann kam Tutti Frutti und alles wurde anders. Nur: mittlerweile ist es SEHR anders geworden. Zumindest ein Teil der Pädagogen und Psychologen geht davon aus, das Kinder Sexualität durch den leichten Konsum im Internet völlig anders wahrnehmen und kennenlernen als irgendeine Menschheitsgeneration zuvor. Es gibt keine kindliche Schutzzone mehr, die Kampfzone wird ausgeweitet.</p>
<p>Zitat aus obigem Artikel:</p>
<blockquote><p>Und die Kinder? Väth erzählt, dass in Gruppensitzungen die Mädchen regelmäßig von den Jungs gefragt würden, ob sie es sich denn vorstellen könnten, später gleichzeitig mit mehreren Männern zu schlafen. “Da kommt man mit elf nicht so ohne weiteres drauf”, sagt der 40-Jährige, “da wird deutlich, wie sehr pornografische Medieninhalte die Realität dieser Kinder konstruieren.”</p></blockquote>
<p>Dasselbe geschieht auf vielen anderen Feldern, etwa dem der Schönheit. Die Diktatur der Konfektionsgröße 36 ist hinlänglich bekannt, Schönheitsideale werden medial zementiert.</p>
<p>All diese performativen Medieneinflüsse zielen in dieselbe Richtung: Wir sollen “richtig“ funktionieren; und zwar in der Art, wie es vorgelebt wird.</p>
<p>Und nun, die Dating-Liste ist der Beweis, ist die Romantik dran. Für mich transportiert diese Liste Folgendes: Sei kreativ. Sei originell. Sei mutig. Sei unagepasst. Hier wird ein Wert aufgebaut, im Kern der der “Originalität“ &#8211; der bisher übersehen wurde. Nicht Frisuren und Rollenbilder von Disney sind jetzt ausschlaggebend, sondern das Primat des metropolen, aufgeklärten, ironischen, originellen Menschen.</p>
<p>Was, kann mir das jemand beantworten &#8211; hat das mit Liebe zu tun.</p>
<p>Menschen, die diese Liste lesen und sich etwas leichter beeinflussen lassen, werden denken: Oh, so originelle Sachen habe ich noch nie bei einem Date gemacht &#8211; muss ich mal ausprobieren. Wenn das Date kommt, werden sie scheitern, da sie verkrampft mit der Meta-Situation „wie kann ich das Date originell gestalten“ beschäftigt sind und nicht mit dem eigentlichen Grund des Dates, nämlich dem Partner. Die Formel “sie kreativ und originell“ ist in etwa so sinnvoll wie “sei spontan“.</p>
<p>Auch das andere Szenario ist unerfreulich: Sagen wir einmal &#8211; “Sie“ &#8211; hat die Liste gelesen und für hinreichend amüsant befunden. Beim nächsten Date wird sie nicht enttäuscht sein, wenn ihr Prince Charming sich etwas nicht ganz so originelles einfallen lässt &#8211; man ist ja schließlich Realistin.</p>
<p>Und schon beginnt der Kreislauf des Selbstbetruges, denn unbewusst vergleicht sie natürlich DOCH, und wenn die Beziehung eher früh als spät auseinander geht, hat sie es ja eigentlich gleich gewusst, das Date war ja schon langweilig, kein Wunder.</p>
<p>Listen wie diese setzen uns also unter den Druck immer originell, amüsant, anarchistisch sein zu müssen, so wie uns Pornographie unter den Druck setzt immer bereit, immer funktionierend, immer verfügbar zu sein.</p>
<p>Warum darf ein Date nicht spießig sein? Warum nicht einfach Händchen halten? In der Wiese liegen und Wolken respektive Sterne anschauen? Gedichte lesen? Was ist falsch an Cocktails trinken, Alkohol hilft?!</p>
<p>Das eigentlich Fatale ist, das wir überhaupt nichts tun können. Alles wird verbreitet, alles wird geschrieben, alles wird gesendet. Und selbst wenn wir uns all das bewusst machen: Die performative Kraft wird einwirken, im Zweifelsfall unbewusst, gegen all die Rollenvorstellungen und erwarteten Handlungsmuster können wir uns nicht wehren. Wer also 2009 nicht ein lustig-geistreiches Blog hat, dazu tumbld, die richtige Musik hört, die richtigen Klamotten kauft und die richtigen Länder bereist, hat bei der Verteilung der Beziehungsländereien ganz schlechte Karten. Darwin klatscht in die Hände und bei Houellebecq ist zu lesen, wie alles enden wird.</p>
<p>Vielleicht können wir zumindest eins tun &#8211; darüber Reden.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p><strong>Epilog</strong></p>
<p>Nach längerem Nachdenken habe ich festgestellt das ich mindestens drei Dates hatte. Ich hatte sie vergessen, bzw. bei flüchtigem Durchgang nicht als solche eingeschätzt.</p>
<p>Ich frage mich, warum.</p>


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		<title>Virtuell verbandeln</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Oct 2008 07:48:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wortkomplex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wahrheiten & Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Was eben so passiert]]></category>
		<category><![CDATA[WDMMG]]></category>
		<category><![CDATA[Willst du mit mir gehen]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit dem Slogan &#8220;Willst du mit mir online gehen?&#8221; lockt die Uni Hannover ihre Studenten zu Semesterbeginn ins Netz. In etwas frischeren und flockigeren Bahnen zu denken und zu werben, um die Zielgruppe der ganzen jungen Hüpfer einzufangen, ist sicher nicht das Schlechteste. Deswegen finde ich diese WDMMG-Variation sogar ziemlich gelungen. Vielleicht auch, weil mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem Slogan <a title="WDMMOG" href="http://www.uni-hannover.de/de/studium/elearning/willst-du-mit-mir-online-gehen/" target="_self">&#8220;Willst du mit mir online gehen?&#8221;</a> lockt die Uni Hannover ihre Studenten zu Semesterbeginn ins Netz. In etwas frischeren und flockigeren Bahnen zu denken und zu werben, um die Zielgruppe der ganzen jungen Hüpfer einzufangen, ist sicher nicht das Schlechteste. Deswegen finde ich diese WDMMG-Variation sogar ziemlich gelungen. <em><span style="text-decoration: line-through;">Vielleicht auch, weil mich das Logo an schöne Kino-Erlebnisse mit Langnese erinnert. </span></em></p>
<p><span style="color: #551a8b; text-decoration: underline;"><a class="highslide img_3" href="http://www.wortkomplex.net/wp-content/uploads/2008/10/img_0325.jpg" onclick="return hs.expand(this)"></a><a class="highslide img_4" href="http://wp1129480.wp168.webpack.hosteurope.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/12/img_0326.jpg" onclick="return hs.expand(this)"><img class="alignnone size-medium wp-image-385" title="WDMMOG" src="http://wp1129480.wp168.webpack.hosteurope.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/12/img_0326-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></span></p>
<p>Und um tief im eigenen Nähkästchen zu kramen: So unwahrscheinlich ist es tatsächlich nicht, dass sich durch die <a title="Stud.IP" href="http://www.studip.de/" target="_blank">angebotenen Services</a> Romanzen entwickeln. Aber so schön beworben wurde das an meiner Uni nie.</p>


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		<title>Willst du mit mir&#8230;</title>
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		<comments>http://www.wortkomplex.net/2008/10/willst-du-mit-mir/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2008 11:43:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wortkomplex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wahrheiten & Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Was eben so passiert]]></category>
		<category><![CDATA[Phrasen]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[WDMMG]]></category>
		<category><![CDATA[Willst du mit mir gehen]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;ins Theater gehen?
Liebe &#8220;Willst du mit mir gehen?&#8221;-Gemeinde, liebe &#8220;Willst du mit mir gehen?&#8221;-Vorlagen-Sucher, 
ich bin schon gelegentlich sehr erstaunt, wie häufig dieses kleine Sätzchen gebraucht wird. Und wo man es überall findet. Gestern zum Beispiel im Theater. Man sollte meinen, dass es schon so abgedroschen und naheliegend ist, dass Werbe-Profis nicht ständig darauf zurückgreifen.
Beworben wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;ins Theater gehen?</p>
<p>Liebe &#8220;Willst du mit mir gehen?&#8221;-Gemeinde, liebe <a title="Suchst du...? Willst du...?" href="http://www.wortkomplex.net/2008/08/suchst-du-willst-du/" target="_self">&#8220;Willst du mit mir gehen?&#8221;-Vorlagen-Sucher</a>, </p>
<p>ich bin schon gelegentlich sehr erstaunt, wie häufig dieses kleine Sätzchen gebraucht wird. Und wo man es überall findet. Gestern zum Beispiel im Theater. Man sollte meinen, dass es schon so abgedroschen und naheliegend ist, dass Werbe-Profis nicht ständig darauf zurückgreifen.</p>
<p>Beworben wird hier jedenfalls der Pärchen-/Bärchen-Abend, an dem man natürlich zu zweit in Richtung Kultur pilgert. In meiner interessierten Runde hat sich darum auch eher die Frage &#8220;Willst du mein Bärchen sein?&#8221; eingeschlichen. </p>
<p> </p>
<p><a class="highslide img_6" href="http://wp1129480.wp168.webpack.hosteurope.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/12/img_0296.jpg" onclick="return hs.expand(this)"><img class="size-medium wp-image-397 alignnone" title="WDMMG" src="http://wp1129480.wp168.webpack.hosteurope.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/12/img_0296-300x225.jpg" alt="WDMMG" width="300" height="225" /></a></p>
<p> </p>
<p>Sehr adrett natürlich gleich der mitgelieferte Antwort-Button: &#8220;Ich will.&#8221;</p>
<p><em>Kleine Randnotiz: Entdeckt habe ich Postkarten und Buttons in der Pause zu &#8220;Warten auf Godot&#8221;. Was mir das wohl sagen soll.</em></p>


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		<title>Die Sache mit den Strümpfen</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Oct 2008 12:05:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wortkomplex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frauen, Männer & das ganze Leid der Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheiten & Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Britcom]]></category>
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		<category><![CDATA[Titate]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>

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		<description><![CDATA[Nur eine kleine Randnotiz.
Steve: There are three things all men should know, and it&#8217;s time you did too. You&#8217;re never going to be famous, you&#8217;re fatter than you think, and, most important of all, they don&#8217;t keep wearing stockings.
Jeff: Julia always wears stockings. No, really! She&#8217;s always worn them. She always will. She told me.
[Steve [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur eine kleine Randnotiz.</p>
<blockquote><p><strong>Steve: </strong>There are three things all men should know, and it&#8217;s time you did too. You&#8217;re never going to be famous, you&#8217;re fatter than you think, and, most important of all, they don&#8217;t keep wearing stockings.<br />
<strong>Jeff:</strong> Julia always wears stockings. No, really! She&#8217;s always worn them. She always will. She told me.<br />
[Steve and Patrick chuckle]<br />
<strong>Jeff:</strong> In fact, Julia told me she&#8230;<br />
<strong>Steve &#038; Patrick: </strong>[finishing with him] &#8230;prefers wearing stockings.<br />
<strong>Jeff:</strong> What?<br />
<strong>Steve:</strong> Stockings aren&#8217;t real, Jeff. They&#8217;re a myth.<br />
<strong>Jeff:</strong> Stockings are real. I&#8217;ve seen &#8216;em.<br />
<strong>Steve:</strong> Oh, sure there are SOME stockings out there, but&#8230; there&#8217;s&#8230; what? Ten pairs in the whole world?<br />
<strong>Patrick:</strong> Ten, at most.<br />
<strong>Steve:</strong> Ten pairs for all the women in the world. They share &#8216;em out. [Speaking in a woman's voice] Oh, Julia! Y&#8217;got a new boyfriend? Your turn with the stockings then, but we&#8217;ll need them back on Tuesday. There&#8217;s an anniversary in New Zealand.<br />
<strong>Jeff:</strong>Next Tuesday?<br />
<strong>Steve:</strong> The stockings will go, Jeff. They&#8217;ll just melt away.</p></blockquote>
<p><em>aus: Coupling, Season 2 &#8211; Episode 9: The End of the Line </em></p>


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