Getaggt mit: Frauen’

Whoever invented “Happily ever after”…

 - von wortkomplex

Manche Postings schlummern als Draft schon sehr lange im Wortkomplex-Backend vor sich hin. Gelegentlich gibt es sogar bei mir den ein oder anderen Grund, aus dem ich mich mit Äußerungen zurückhalte. Weil es dann doch zu unpassend wäre. Gelegentlich lösen sich diese Gründe in Wohlgefallen auf. Nun ja, nicht in Wohlgefallen, aber sie werden obsolet. So auch hier geschehen. Gleichzeitig bin ich angesichts der Tatsache erschrocken, wie sehr ich mit Kopf und Herz ständig an anderer Stelle war – das habe ich spätestens in dem Moment realisiert, in dem ich als ausgewiesener Dempsey-Anhimmler feststellen musste, allen Ernstes schon vier Folgen der neuen Grey’s Anatomy-Staffel verpasst zu haben. Ohohoho.

Anyway: Es ist endlich Zeit zu überlegen, ob da nicht eine großangelegte Disney-Dempsey-Verschwörung im Gange ist. Die allen – ALLEN – ganz fabulöse Romantik und natürlich Happy Ends schmackhaft macht (über Sinn und Zweck der Verschwörung wäre dann noch zu diskutieren). Dazu fange ich aber weder bei Grey’s Anatomy noch bei Disney-Filmen an.

Vier Mal habe ich ihn gesehen. Made of Honor. Ein Mal wirklich aktiv, zwei Mal eher mit halbem Ohr und viertel Auge und noch ein Mal zum Einschlafen, damit er auch schön in mein Unterbewusstsein eindringt. Was ich anschließend geträumt habe… hüllen wir darüber den Mantel des Schweigens. Mit Sicherheit kann ich jetzt aber sagen: Es ist der grauenvollste, unterirdischste Film aller Zeiten. Um mir in dieser Sache absolut sicher zu sein, habe ich ihn gleich noch ein fünftes Mal gesehen. Aber die Sache mit der Romantik, den Männern und mir – daraus wird in diesem Leben und nach diesem Film nun wirklich nichts mehr. 

Warum? Nun ja. Man finde mir jemanden, der besispielsweise folgende Kriterien erfüllt: Gespräche dauern Stunden, geführt freundschaftlich über alle Themen. Er bestellt geschickt im Restaurant, damit sie sich hinterher nicht über zu viele Kalorien ärgert und trotzdem zufrieden ist. Am Wochenende stehen gemeinsames Kulturprogramm, Spaziergänge und Stöbern in Antiquitätenläden an. Er weiß, welchen Kuchen sie eigentlich lieber hätte, und bestellt den für sich, damit sie auch davon essen kann. Er tanzt mit ihr durch die Welt. Und, mein K.O.-Kriterium, er bringt ihr nicht nur exakt den Kaffee, den sie mag, sondern hat auch eine nützliche Kaffee-Erfindung gemacht. 

Früher hat Disney uns verdorben. Wunderbar belegt ist das bereits bei Ally McBeal:

Renee: Snow White. Cinderella. All about gettin’ a guy. Being saved by the guy. Today it’s Little Mermaid, Aladdin, Pocahontas. All about gettin’ a guy.  

Ally: So basically we’re screwed up because of…

Renee: Disney!

Heute bekommen die Disneyaner eben noch Unterstützung von Patrick Dempsey. Der wiederum importiert den Märchenstil von Disney’s Enchanted gleich in den nächsten Film, also Made of Honor. Dann in den nächsten. Und in noch einen… Und in Grey’s Anatomy. Und die armen Frauen sitzen davor und seufzen entzückt. Während die armen, mitgeschleiften oder gezwungenen Männer daneben sitzen und mindestens ebenso verzweifelt seufzen. Nach dem Film wird dann gegenseitig geseufzt, weil der Partner doof ist. Das nenne ich heimtückisch.

In meinem verqueren Disney-Romantik-Kopf bin ich z. B. mittlerweile bei der ganz wunderbaren Vorstellung eines romantischen Abends angekommen: Mit Picknick an einem idyllischen, ruhigen Plätzchen. Dezenter Kerzenschein mit luftigen Lampions. Dazu knisterige Musik aus einem Plattenspieler. Woher der Strom dafür kommt? Mir doch völlig egal. (Vielleicht wird das mein Cox’scher Happy Place.)

Aber um mal wieder näher an die Realität zu rücken: Irgendwann und irgendwo kommt schließlich jemand daher, der eigentlich viele (realistische…) Ansprüche erfüllt. Mit Überraschung – teilweise auch Entsetzen – muss mann feststellen, dass er sogar viel mehr erfüllt, als man ihm jemals zugetraut hätte. Und dann? Klappt es garantiert auch nicht, Happy End ohnehin von Anfang an nicht in Aussicht. DAS haben neuerdings auch die Macher von Grey’s Anatomy erkannt. Sie haben gleich eine superbe und passende Rahmenerzählung für den Saison-Auftakt geliefert (NATÜRLICH habe ich die Folgen nachgeholt): 

We all remeber the bedtime stories of our childhood. The shoe fits Cinderella, the frog turns into a prince, Sleeping Beauty is awakend with a kiss. Once upon a time. And then they lived happily ever after. Fairytales. The stuff of dreams. The problem is, fairytales don’t come true – it’s the other stories. The ones that begin with dark and stormy nights and end in the unspeakable. It’s the nightmares that always seem to become reality.  

[...]

Once upon a time, happily ever after. The stories we tell are the stuff of dreams. Fairytales don’t come true. Reality is much stormier. Much murkier. Much scarier. Reality is so much more interesting than living happily ever after.

Damit bietet Grey’s Anatomy eine ordentliche Relativierung inklusive Patrick Dempsey. Oder eher trotz ihm. Verziehen ist jedenfalls vorerst das über alle Maßen kitschige Ende der letzten Staffel, das zu allem Überfluss die abgehobenen Romantik-Vorstellungen noch beflügelte. 

Was zum Schluss zu sagen bleibt, überlasse ich ebenso den Serien-Weisheiten: “The person that invented the phrase Happily ever after should have his ass kicked so hard…” Eine Tatsache, die so oder so ähnlich auch Kurt Tucholsky schon längst erkannt hatte (Lesen!)

1:1

 - von wortkomplex

Beruflich häufen sich offizielle Firmentermine. Geburtstage, Jubiläen, Jahressuperergebnisse. Geladen wird man zu so einigem. Gesagt wird dort noch einiges mehr. Vieles geht an einem vorbei. Manches bleibt hängen. Und weniges beeindruckt nachhaltig.

So wie schon vor einigen Monaten, als die Temperaturen zumindest noch pseudo-sommerlich waren. Als ein Firmenchef mit seinen Worten große Wirkung auf mich hatte, die mich auch noch nach vielen Wochen immer wieder beschäftigen. Unternehmen, Firmenphilosophie und -führung entgegne ich ohnehin großen Respekt. In letzter Konsequenz waren es aber ungewöhnliche, private Worte in seiner Rede, die mich beeindruckt haben.

Er dankte seiner Frau. Nicht auf die typische, redenobligatorische und bisweilen peinliche Art. Nicht “Sie hält mir den Rücken frei, kümmert sich um so vieles, steht mir mit Rat zur Seite, hat großes Verständnis.” Nein. Er dankte ihr dafür, dass sie ein streitbarer, kreativer und intellektuell ebenbürtiger Sparringpartner sei. Es war an dieser Stelle ein großes, schönes Kompliment. Das Eingeständnis eigener Schwächen und Fehlbarkeit. Der Dank für Stärke zu zweit, gegenseitiges Voranbringen und gemeinsames Wachsen.

Seien wir mal ehrlich: Genau darum geht es. Bei uns allen. Tag aus, Tag ein. Kein Tag, an dem wir uns nicht (klammheimlich) an den Erfolgen und Misserfolgen anderer messen. Dem, was sie in welchem Alter schon erreicht haben. Nicht nur beruflich sondern auch privat. Kein Tag, an dem Neurotiker wie ich nicht darüber nachdenken, was sie von der Zukunft, dem Leben,… für sich erwarten. Und von sich. Dann hört man solch treffende Formulierungen und weiß: Das. Genau das. Zumindest auf privater Ebene. Immerhin ein Schritt.

Quasselstrippe

 - von wortkomplex

Es gibt keine Kommunikationsform, die mich so nervt wie das Telefonieren. 

Punkt. 

Das musste mal gesagt werden. Eigentlich könnte ich das Thema damit auch schon beschließen. Wären da nicht all die Menschen, die mich immer sehr betreten ansehen, wenn ich diese Meinung äußere. Oder die mich verängstigt fragen, was sie mir getan hätten, wenn ich mich etwas – aber nur ‘n büsschen – griesgrämig melde. Oder die immer rigoros bei Skype weggedrückt werden… mir wird sogar die Fähigkeit nachgesagt, schneller auf “Ablehnen” zu klicken, als sich die Grafik aufbaut. 

Dabei bin ich eigentlich ein recht kommunikativer Mensch. Ich wage sogar zu behaupten: Ich bin ein umgänglicher und angenehmer Gesprächspartner. Ich kann mir problemlos die Seele aus dem Leib tippen, Kanalreduktion stört mich dabei kein bisschen. Selbst Videochats: Alles Bestens. Man probiere aber lieber nicht, mich per Audio-Zeugs anzuchatten. Im besten Fall reagiere ich einfach nicht darauf. Im Normalfall grummle ich aber erst mal. Und nein, ich bevorzuge mitnichten digitale Verschanzung: Real sind mir Menschen und ihre Gesellschaft immer noch am liebsten. Persönliche Gespräche von Angesicht zu Angesicht stehen bei mir sehr hoch im Kurs. Aber so reines Sprechen… bah. Das war nur über Teamspeak bei WoW  notgedrungen annehmbar.

Eine, wenn auch nur kurzfristige, Telefonieren-Entspannung brachte das iPhone. Für gefühlte zwei Wochen klappte das ganz gut. Mit dem Reden. Nicht unbedingt mit dem tatsächlichen Kommunizieren über die Leitung. Wenn auch nur, weil ich mich über die Freisprechfunktion und das Musik-Ausfaden so gefreut habe, dass ich tatsächlich dran gegangen bin, wenn Anrufe kamen. Deutlich lieber chatte oder maile ich aber mit meinem kleinen, weißen Liebling. Im Idealfall tippe ich sogar mal eine SMS. 

Nervig wird das dann, wenn ich ein Kommunikationsmittel brauche, um dringend etwas los zu werden. Persönlich geht nicht. Briefe schreiben ist unfunktional, weil meine Handschrift zu stürmisch ist. E-Mail ist bei emotionalen Dingen ganz, ganz furchtbar. Was macht der normale Mensch? Anrufen. Was mache ich? Auf die furchtbare Mail zurückgreifen. Wunderbar. 

Vorurteile über Frauen also hin oder her: Ich hasse telefonieren. Da können mir noch so viele Studien kommen, die behaupten, meine Geschlechtsgenossinnen verbringen so unglaublich viel Zeit am Hörer. Mich haben die einfach noch nicht gefragt. Wahrscheinlich werden die Umfragen aber auch per Telefon durchgeführt…

Wer hier Übertreibungen findet, darf sie behalten. Und wer sich jetzt denkt: “Wie, ich telefoniere doch ständig sehr nett mit ihr?!?”, darf sich freuen. Das sind Ausnahmen. Schon mal von mir angerufen worden? Oho! Sympathiebekundung. Mache ich selten. 

Sozialpsychologie – stark, smart, sexy

 - von Wicked Bitch

Ein Gastbeitrag von Wicked Bitch

Mr. Right und ich haben kürzlich die Formelsammlung für Unkreative das „Handbuch für Sex-Göttinnen Teil III: 169 Venus-Formeln“ aus der Cosmopolitan zur Hand genommen und ein wenig darin geblättert. Man weiß ja nie, welch biedere Kleinmädchenphantasie verruchte neue Idee sich darin noch verbergen könnte. Denn wer weiß, vielleicht wird es uns ja doch mal zu langweilig.

Es handelt sich dabei um Teil 3 einer Serie, die alljährlich im August als kleines Heftchen auf die Zeitschrift vorne drauf gepappt wird, damit es in Deutschlands Betten und vor allem anderswo wieder munterer zugeht. Denn wenn man diesen Heftchen glaubt, leidet die ganze Nation an unbefriedigter, missverstandener und schlecht behandelter Libido.

Dass man auf Teil 3 immer noch „169 GANZ NEUE, NIE DAGEWESENE Tipps“ draufschreiben kann, sollte stutzig machen. Und in der Tat ist nicht viel drin, was man nicht schon mal im Freundeskreis aufgeschnappt irgendwo gehört oder in der Bravo irgendwo gelesen hätte. Immer wieder das gleiche Spiel: Ziehen Sie sich heiße Dessous an, spielen Sie Rollenspielchen, legen Sie rhythmische Musik auf, lesen Sie zusammen das Kamasutra, fragen Sie sich gegenseitig über Ihre Phantasien aus. Alles irgendwie schon mal dagewesen.
Das Interessanteste an diesen Heftchen ist vielmehr der Metadiskurs: Wie läuft eine Redaktionskonferenz zum Thema Sextippheftchen ab? Wer nimmt daran teil, und schaffen es diese Personen, sich gegenseitig in die Augen zu sehen? Wer formuliert die Texte, und müssen für jeden vulgären Ausdruck 5 Euro ins Floskelschwein gesteckt werden? Ist beim Korrekturlesen Lachen erlaubt, oder darf man nur pfeifen und „hui, hui“ sagen? Beäugen sich Cosmopolitan-Redakteurinnen gegenseitig und werfen sich vielsagende Blicke zu, wenn sie einen besonders verdorbenen Artikel erzeugt haben? Nennen sie sich gegenseitig „kleine Schlampe“ und ihren Liebsten „geile Sau“?

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Gedankenfetzen: Kommunikationsdilemma

 - von wortkomplex

Variante 1: Schüchternheit siegt. Vielleicht auch leichte Angst vor diesem und jenem. Jedenfalls fehlt das entscheidende Teilchen Mut, vom Subtilen zum Deutlichen zu wechseln. Hinterher setzt der Ärger ein, nicht lieber doch etwas ganz anderes gesagt oder geschrieben zu haben. Vielleicht sogar zur Abwechslung das, was man eigentlich vermitteln will. 

Variante 2: Wird man doch mal etwas deutlicher, zeigt sein grundlegendes Interesse, sagt oder schreibt man dann doch mal etwas… dann kommt – z. B. im Falle einer SMS – spätestens zwei Stunden später der reuige Gedanke, wieso man es nicht doch lieber hat bleiben lassen. Im Gespräch auch gerne nach zwei Sekunden. Oder spätestens dann, wenn eine – irgendeine –  direkte Reaktion einfach ausbleibt.

Achachach…

Mr. Right verstehen

 - von wortkomplex

Er ist 1,79 m groß. Wiegt 83,5 Kilo. Verdient 3702 Euro brutto im Monat. Außerdem trinkt er 540 Gläser Alkohol pro Jahr und sieht 1200 Stunden fern. Ach ja: er ist Schlafanzugträger. 

Das ist er also. Mein Mr. Right. Oder zumindest das, was ihm nahe kommt. Mein Traummann entspricht nämlich in ungefähr dem deutschen Durchschnittsmann.

Das hat mir die aktuelle Ausgabe der Cosmopolitan geflüstert. Während Silencer sich also mit einer meiner Vorlieben, der Vanity Fair, vernichtend auseinandersetzte, lag ich faul am Strand – und konnte einer weiteren Versuchung nicht widerstehen. Wie kalesco nämlich zu Neuigkeiten aus dem La-La-Land vollkommen richtig bemerkt, kriegen einen (Frauen, ähäm… hm, mich) Titel-Ankündigungen wie “So denken Männer wirklich” gelegentlich und in schwachen Momenten. Dieses Mal: Das Single-ABC. 

Ulysses langweilte sich somit ohne mich. Und ich amüsierte mich mit einem seltsamen Magazin-Konstrukt, in dem sich tatsächlich alles darum dreht und darauf reduziert, wie frau Männern den Kopf verdreht, sie ins Bett, schließlich ins gemeinsame Haus und am Ende vor den Altar kriegt. Aber abgesehen davon war’s ganz informativ. 

1650 wurde nämlich die erste Kontaktanzeige aufgegeben, erfahre ich unter “F wie Flirtmarkt”. Im “K wie Kühlschrank” hat immer eine Flasche Champagner für den Notfall zu sein. Und bei eventuell auftretender “P wie Panik” (dass ich nie den Mann fürs Leben finde…) soll ich mir den abschreckenden Liebesfrust von Paaren anhören. Pflicht ist außerdem das “S wie Survival-Kit” – das “Slut Overnight Kit” ist jedenfalls bei Amazon nach dem Cosmopolitan-Artikel zum Renner geworden: immerhin ist es ausverkauft. 

Und damit ich meinen evtl. auftretenden Mr. Right auch verstehe und nicht demnächst entnervt mit dem anderen Geschlecht abschließen muss, empfiehlt mir Cosmopolitan “He’s Just Not That Into You: The No-Excuses Truth to Understanding Guys”  unter “E wie Er steht einfach nicht auf dich”. Mja. Genug wirklich ungeschminkte und harte Wahrheit kriegt man ja sonst nicht. Nie. Dass übrigens die F.A.S. das Buch in einem eigentlich elaborierten Feuilleton-Artikel als schönen Gegenentwurf zum sehr gehypten Adam Soboczynski-Werk “Die schonende Abwehr verliebter Frauen oder Die Kunst der Verstellung” heranzog, gibt mir zu denken. Auf die ein oder andere Weise. 

Was hat mir das Single-ABC jetzt also gebracht? Was hat mir die Cosmopolitan gebracht? Was das dort vorgetragene, recht “interessante” Bild von weiblichen Singles? Nichts.

Oder doch – zwei Dinge sogar! Erstens einen Blog-Eintrag. Und zweitens tiefstes Verständnis für Männer (aha!), die es gar nicht leiden können, wenn Frauen entsprechenden Quatsch lesen. Aber bei der nächsten Überschrift bin ich trotzdem wieder dabei.

Auf der Suche nach den zwei Ls – ein Nachtrag zu SATC

 - von wortkomplex

“Sex and the City – der Film” hat viele auf die Suche geschickt. Nach den angesagtesten Schuhen, dem Prinzen in strahlender Rüstung auf seinem weißen Ross, dem Sinn und Unsinn von Serienverfilmungen. Vor allem aber nach den zwei Ls. Die Personen im Film jagen “Labels and Love” hinterher. Und draußen suchen sie die “Love Letters from Great Men”.

Carrie Bradshaw hält diesen Band in Händen, Um sich selbst für ein neues Buch inspirieren zu lassen. Die Briefe sind echt. Der Band ist es nicht. Trotzdem – oder besser: deswegen - stieg ein ähnliches Buch in den Hitlisten der Buchhändler schon kurz nach Filmstart eklatant nach oben

Warum? Achtung, ab hier wird gnadenlos gespoilert.

Weil Mr. Big daraus zitiert, um seine “etwas” vor den Kopf gestoßene Holde zurück zu gewinnen. Per E-Mail übrigens. Zum Schluss wird deswegen… alles gut. Er kann ihr schließlich den diamantenbesetzten Schuh nach einem Antrag im begehbaren Kleiderschrank anlegen. Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende. Oder zumindest so lange, bis für Teil 2 neue Dramen her müssen. 

Aber zurück zu den Briefen. Liebesbriefe sind ganz wunderbar. Erst Recht die großer Denker, Dichter,… – das möchte ich ja gar nicht in Abrede stellen. Angeblich sollen sie sogar für lange und andauernde Beziehungen sorgen. Aber der unterstellte Hype geht mir gerade ein bisschen zu weit. SATC war tolles Popcorn-Kino. Es war nicht “Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins” in Originalversion – es war nichts anderes als ein Märchen, wenn man es so haben möchte. Ein schönes, kitschiges, vollkommen abgehobenes Märchen, in dem der tapfere Ritter nicht gegen Drachen sondern Missverständnisse und Kommunikationsprobleme ankämpft (es komme mir jetzt bitte kein Mann damit, dass Frauen manchmal nicht besser sind als Drachen). Und sicher mögen sich jetzt einige Menschen elaborierte Liebesbrief-Sammlungen in das Bücherregal stellen. Aber ob es damit getan ist? Ich will ja nicht böse sein… aber mir bringt es in der Regel auch recht wenig, wenn das Buch neben mir im Bett liegt und ich schlafe. 

Ich dachte ja schon, Disney hätte  Romantik-Vorstellungen verdorben. Sex and the City könnte das aber problemlos übertreffen, wenn demnächst schon alle pubertierenden Mädels poetische Liebesgeständnisse erwarten und nicht nur ein “ILD” per Handy. 

P.S.: Wer von einschlägigen Suchmaschinen hierher geschickt wurde und noch keine Antworten gefunden hat – auf welche Fragen auch immer – soll immerhin nicht ganz enttäuscht werden. Hier der Link zum in SATC zitierten Brief Beethovens an seine unsterbliche Geliebte… “ewig dein, ewig mein, ewig unß” 

P.P.S: Kleine Anmerkung, nicht am Rande sondern zum Schluss: Eigentlich fehlt dem Film nur eines. Besser einer. Patrick Dempsey. Dann wäre das Disney-Märchen perfekt.

Haben will…

 - von wortkomplex

Ja, ich kann auch mit normalem Werkzeug umgehen. Ich bezwinge so ziemlich jedes Möbelstück von IKEA. Und repariere schon seit Jahren mangels handwerklich begabtem Menschen an meiner Seite alles selbst… auch wenn ich vorher mittels Augenklimpern noch versuche andere zu becircen.   

Aber da sind Blümchen drauf! Das würde meinem Handwerksschrank doch gleich eine viel weiblichere, adrettere Note verleihen.

THAT makes my day

 - von wortkomplex

Über so etwas freuen sich Frauen (ja, Pauschalisierungen sind total in): 

Mit dir würde ich mir auch die Verfilmung des Telefonbuchs ansehen.

Merken. Und nächstes Mal parat haben, um es Frau, Freundin oder einfach einer netten, weiblichen Begleitung im Kino zu sagen. Jedenfalls danke für diesen schönen Satz – das Highlight meines Abends.

Edit: Auf Kritik hin noch die Ergänzung, dass es nicht darum geht, sich “Das Telefonbuch” mit mir als Schauspielerin anzusehen. Sondern dass Kinobesuche mit mir ganz nett sein können. Solange ich ruhig bin zumindest. Es gibt ja auch Menschen, mit denen man nicht gerne ins Kino geht. 

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