Getaggt mit: Göttingen’

Politik 2.0 (nicht) in Göttingen

 - von wortkomplex

Nachdem die ePetition “Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten” in erster Linie auf Grund der rasanten Verbreitung über Twitter, Blogs und Foren einen solchen Erfolg erzielt hat, wollte ich mir anschauen, ob über eine Internet-Plattform wie z. B. Abgewordnetenwatch schon Fragen dazu an die Abgeordneten des Wahlkreis Göttingen eingegangen sind. Ergebnis: eine.

Die geht an Thomas Oppermann (SPD), ist auf den 1.5.2009 datiert. Und hat noch keine Antwort. Ich bin einigermaßen gespannt, wie er – selbst Jurist, früherer Rechtspolitischer Sprecher und Minister für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen – darauf reagiert. Gepannt bin ich auch, wie sich Jürgen Trittin, neuerdings Spitzenkandidat der Grünen, hier künftig verhalten wird – mit 66 Antworten auf 71 Fragen hat er derzeit immerhin den besten Schnitt.

Besonders interessant ist aber Hartwig Fischer (CDU), der alle Fragesteller in Form einer standardisierten Antwort an seiner Definition von demokratischer Öffentlichkeit teilhaben lässt und aus diesem Verständnis heraus keine Antworten auf Fragen über Abgeordnetenwatch beantortet. Da hat er wohl Recht. Denn was ist daran schon Teil von Demokraticher Öffentlichkeit, wenn andere Interessierte ebenfalls die Antworten und Einstellungen von ihm lesen könnten. Interessant. Und das obwohl Fischer einen Referenten für Internet, Medien, Kommunikation beschäftigt.

Mal sehen, ob sich hier in den nächsten Wochen etwas tut. Ob die Abgeordneten, je näher die Bundetagswahl rückt, nooh aktiver werden (These: spätestens bei kandidatenwatch.de ist auch Fischer wieder dabei). Was sie sich noch für ihre Internetseiten einfallen lassen und ob demnächst auch alle ganz obamaesk anfangen zu twittern (noch keine Profile entdeckt…), bloggen und youtuben.

IKEA kommt, IKEA kommt nicht… oder doch?

 - von wortkomplex

Ich glaube nach wie vor nicht, dass IKEA und Göttingen das Dream-Team schlechthin wären. Da kann Herr Menschzweinull mir noch so viele Grafiken basteln (siehe hier: “Braucht Göttingen IKEA?”)*. Aber das Thema ist ein regionaler Dauerbrenner… und da ich ja wieder öfters bloggen soll…. nun ja, was tut man nicht alles…

Das Göttinger Tageblatt, lokales Meinungsführer-Medium, nahm sich jedenfalls abermals der Geschichte  an. Heute sogar in einem “Tageblatt Spezial” auf Seite 11. Schweinegrippe muss wohl gerade aus gewesen sein… Und für alle, die das nette Blatt nicht haben, aber mal schauen wollen, gibt’s meine neue Serviceorientierung:

gt_ikea_090506

(Klick macht groß!)

Ein bisschen lustig finde ich den Satz “Die Expansionsabteilung von Ikea führt Göttingen inzwischen in Veröffentlichungen und im Internet als ‘Einrichtungshaus in Planung’.” Uiuiui… Harte Recherchen. Hatte vorher auch noch niiiiie jemand bemerkt. Oder… hm…. vielleicht: “Allerdings hilft wie so manches Mal ein Blick ins Internet. Und siehe da: Zwar ohne festen Termin aber dennoch präsent, reiht sich auch ein Standort Göttingen nach wie vor in die Reihe der geplanten IKEA-Projekte ein.”(Göttinger WirtschaftsDienst, Ausgabe 05/2009, Seite 4: Stadtgespräch)

Die ermüdende hochgradig abwechslungsreiche IKEA-Debatte in Göttingen geht jedenfalls weiter. Das Thema bleibt immer hübsch ein Seitenfüller beim Warten auf den ersten Schweinegrippe-Fall.

Eine tatsächlich launige Debatte gab es zu diesem Thema übrigens in den Kommentaren zu “Dilettantischer Regionalquark” beim hochgeschätzten Silencer.

*Nachtrag: Um Missverständnisse zu vermeiden, muss ich noch hinzufügen, dass M2.0s-Grafik natürlich erst einmal sehr plausibel wirkt. Deswegen möchte ich meine Forderung, diese mit Einwohnerzahlen und demografischer Struktur zu unterfüttern, an dieser Stelle noch einmal betonen.

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