Getaggt mit: Kein-Weltfrieden’

Kissenschlacht

 - von wortkomplex

Neulich bei IKEA…

Noch mehr Kissen sollten es sein, gemütliche und kuschlige Betten sind großartig. Außerdem fehlten größenmäßig einfach noch zwei bequeme 80×40-Exemplare. Eine Frau, eine Mission – so schwer kann das ja nicht sein. An dieser Stelle kann sich schon JEDER denken: Eine Frau, ein ganzes IKEA – oh je, die Apokalypse ist einfacher zu bewältigen.

Hm, ja. An Küchenutensilien wie Melonenausstechern und Zestenreißern (die eh schon dem Bratenspicker in der heimischen Küche Gesellschaft leisten) habe ich mich aber tatsächlich vorbeigeschlichen, tapfer neueste Gläservariationen ignoriert. Ganz direkt ging es zum Bettenzubehör. Immer das Mantra “Kissen, Kissen, Kissen…” auf den mentalen Lippen.

Ouh, neue Bettwäsche… nein…  Kissen, Kissen, Kissen…

Kissen also. Schlicht Kissen. Kissen heißen Gosa

Schlicht Gosa?

Nein, natürlich nicht. 

Und damit beginnt sie, die Odysee durch IKEAs Kopfkissenwelt. Denn Gosa ist nicht gleich Gosa. Gosa hat Doppelnamen, je nach Inhaltsstoffen einen anderen. Und da Serviceorientierung ganz toll ist, gibt es hier  eine kleine Übersicht, die – vor dem IKEA-Besuch zu Gemüte geführt – Ehen retten kann.

Gosa gibt es als…

  • Vädd: Faserbällchen aus Polyester
  • Syren: 100% Polyester-Mikrofaser
  • Pinje: 85% Entenfedern, 15% Entendaunen
  • Raps: 60% Entendaunen, 40% Entenfedern

Soweit ja eigentlich noch simpel. Aber auch ein Gosa Syren ist nicht gleich ein Gosa Syren. Neihein. Denn alle Füllungsvarianten gibt es noch in drei verschiedenen Ausführungen: 

  • für Bauchschläfer…
  • für Seitenschläfer…
  • für Rückenschäfer…

Irgendwo habe ich noch entsetzt die Worte “für Seiten-Rückenschläfer” gesichtet, aber lieber ganz schnell weggeschaut.

Dann wären da noch Außenkissen:

  • Näva: 90% weiße reine Gänsedaunen, 10% Gänsefedern
  • Vide: 100% Polyester-Mikrofaser

Pur und ohne Zusatzstoffe geeignet beide für Bauchschläfer. Aber Außenkissen wären schließlich nicht Außenkissen, wenn es nicht auch noch Innenkissen gäbe. Und siehe da. Gosa Näva und Gosa Vide sind kombinierbar mit Kärna aus Memoryschaum zu Gosa Näva/Kärna oder Gosa Vide/Kärna. Und Kärna gibt es, wer hätte das nur gedacht, in zwei Ausführungen: Für Rücken- oder für Seitenschläfer. 

Jedenfalls zu viele Varianten (und längst noch nicht alle) und zu viele Namensprobleme, die zahlreiche neueinrichtende Pärchen augenscheinlich sehr verwirrten und zur Verzweiflung brachten. Mich übrigens auch – so sehr ich sonst auch die These unterstütze, dass jeder Schlaftyp andere Kissen für seinen perfekten Schlaf braucht. Doch selbst bei der Ektorp-Bezugsauswahl oder Billy-Zusammenstellung habe ich noch nie so genervt aussehende, ihren Frauen widerwillig hinterher schlurfende Männer gesehen, wie hier am Kopfkissen-Buffet. Der erste “Es ist mir doch scheißegal!”-Ausbruch lag förmlich in der Luft. So wie der Geruch des ersten Schnees. Das dafür prädestinierteste Pärchen zog dann allerdings unverrichteter Dinge ab, ganz ohne Gosa Raps für Seitenschläfer, auf das die mühsame ausgehandelte Entscheidung gefallen war. Denn Gosa Raps für Seitenschläfer habe er aktuell nicht da, so die Aussage des unverschämt gutgelaunten Verkäufers. Auf seinen Hinweis, es doch nochmal im Obergeschoss zu versuchen, eventuell seien in der Bettenabteilung noch welche, war dann der Spaß vorbei. Die weiblichen Augen leuchteten ob der Vorstellung, noch eine Tour zu machen – und der brodelnde Mann zog seine verklärte Liebste lieber ganz schnell hinter sich her in Richtung Kasse.

Und ich? Ich habe es geschafft und die Schlacht gegen die Kissen für mich entschieden. Gosa Syren. Eins für Bauch-, eins für Rückenschläfer. Man soll ja experimentieren. 

Ich kuschle aber lieber wieder mit Grums. Den gibt’s nur in einer Ausführung.

Quasselstrippe

 - von wortkomplex

Es gibt keine Kommunikationsform, die mich so nervt wie das Telefonieren. 

Punkt. 

Das musste mal gesagt werden. Eigentlich könnte ich das Thema damit auch schon beschließen. Wären da nicht all die Menschen, die mich immer sehr betreten ansehen, wenn ich diese Meinung äußere. Oder die mich verängstigt fragen, was sie mir getan hätten, wenn ich mich etwas – aber nur ‘n büsschen – griesgrämig melde. Oder die immer rigoros bei Skype weggedrückt werden… mir wird sogar die Fähigkeit nachgesagt, schneller auf “Ablehnen” zu klicken, als sich die Grafik aufbaut. 

Dabei bin ich eigentlich ein recht kommunikativer Mensch. Ich wage sogar zu behaupten: Ich bin ein umgänglicher und angenehmer Gesprächspartner. Ich kann mir problemlos die Seele aus dem Leib tippen, Kanalreduktion stört mich dabei kein bisschen. Selbst Videochats: Alles Bestens. Man probiere aber lieber nicht, mich per Audio-Zeugs anzuchatten. Im besten Fall reagiere ich einfach nicht darauf. Im Normalfall grummle ich aber erst mal. Und nein, ich bevorzuge mitnichten digitale Verschanzung: Real sind mir Menschen und ihre Gesellschaft immer noch am liebsten. Persönliche Gespräche von Angesicht zu Angesicht stehen bei mir sehr hoch im Kurs. Aber so reines Sprechen… bah. Das war nur über Teamspeak bei WoW  notgedrungen annehmbar.

Eine, wenn auch nur kurzfristige, Telefonieren-Entspannung brachte das iPhone. Für gefühlte zwei Wochen klappte das ganz gut. Mit dem Reden. Nicht unbedingt mit dem tatsächlichen Kommunizieren über die Leitung. Wenn auch nur, weil ich mich über die Freisprechfunktion und das Musik-Ausfaden so gefreut habe, dass ich tatsächlich dran gegangen bin, wenn Anrufe kamen. Deutlich lieber chatte oder maile ich aber mit meinem kleinen, weißen Liebling. Im Idealfall tippe ich sogar mal eine SMS. 

Nervig wird das dann, wenn ich ein Kommunikationsmittel brauche, um dringend etwas los zu werden. Persönlich geht nicht. Briefe schreiben ist unfunktional, weil meine Handschrift zu stürmisch ist. E-Mail ist bei emotionalen Dingen ganz, ganz furchtbar. Was macht der normale Mensch? Anrufen. Was mache ich? Auf die furchtbare Mail zurückgreifen. Wunderbar. 

Vorurteile über Frauen also hin oder her: Ich hasse telefonieren. Da können mir noch so viele Studien kommen, die behaupten, meine Geschlechtsgenossinnen verbringen so unglaublich viel Zeit am Hörer. Mich haben die einfach noch nicht gefragt. Wahrscheinlich werden die Umfragen aber auch per Telefon durchgeführt…

Wer hier Übertreibungen findet, darf sie behalten. Und wer sich jetzt denkt: “Wie, ich telefoniere doch ständig sehr nett mit ihr?!?”, darf sich freuen. Das sind Ausnahmen. Schon mal von mir angerufen worden? Oho! Sympathiebekundung. Mache ich selten. 

Let the thunder roll and the lightin’ flash

 - von wortkomplex

Es gibt Dinge, die man einfach nicht tun sollte. Und meine mentale Notizliste dazu wird immer länger. Heute neu im Angebot: Johnny Cash hören. 

Sollte man eigentlich schon. Keine Frage. 

Aber nicht schon um acht Uhr morgens. Nicht nach einer fast komplett durcharbeiteten Nacht. Nicht, wenn man dem Leben  gerne mal den Mittelfinger zeigen möchte. Und dann auch nicht sämtliche American Recordings. 

Und ja, den Kommentar “Sollte man wirklich nicht” habe ich dazu heute schon gehört. 

Ach, wo ist meine Gitarre…

Suchst du…? Willst du…?

 - von wortkomplex

Als Ergebnis eines nächtlichen Chats (man lebt und redet ja schließlich betrübenderweise 2.0…) habe ich  einen genaueren Blick darauf geworfen, mit welchen Suchanfragen man so hierher gelangt. Mit “ich will sex!” verfrachtet Google einen zwar nicht auf den Wortkomplex wie das offenbar bei anderen der Fall ist. Aber siehe da: Auch bei mir läuft das ein oder andere Amüsante auf. Sei es mittels “Erdbeerkram”, “hinterhältig”, “helfen fenchel schwitzen”, “böse Wespe” oder “hühner legen im sommer keine eier” – irgendwie kommt jeder hier an. Auch “poetisches Liebesgeständnis” und die Erklärung zu Mr. Silencers Nickname führen Suchende zu mir. 

Eloquente Antworten auf all solch weltbewegende Fragen zu geben machen andere aber schon viel zu gut. Deswegen spare ich mir meine sinnlosen bis sinnbefreiten Aussagen zu “ist er Mr. Right?” (lieber nicht die Cosmopolitan zur Hilfe nehmen!) und “was bedeutet Seelenstriptease?”

Stattdessen löse ich endlich auf, was die Menschheit am meisten beschäftigt. Glaubt man zumindest meiner Suchstatistik. Und das wären…

  • Nervtötende Fliegen. Wahlweise auf dem Schreibtisch sitzend, nachts summend oder einen um den Schlaf bringend. 
  • Die Frage “Willst du mit mir gehen?”.

Ersteres ist recht unergiebig. Dass Fliegen nerven, wissen wir alle. Faszinierend daran ist höchstens, dass sich Betroffene auch zu diesem Thema online nach Leidensgenossen umschauen. 

Also auf zum zweiten Problem… “Willst du mit mir gehen?” In der Tat eine Frage, die die Welt zu bewegen scheint. Und eine vielfältige obendrein. Da wird nach “willst du mir mir gehen brief”,  ”willst du mir mir gehen karte” und “willst du mir mir gehen zettel” gesucht. Nach “willst du mir mir gehen ja nein vielleicht später”.  Oder einfach nach dem tiefgründigen “willst du mir mir gehen wohin?”. Der ein oder andere beschäftigt sich sogar mit einem “willst du mir mir gehen layout”, das über die althergebrachten Karokästchen hinaus geht, oder sucht gleich nach “willst du mir mir gehen vorlagen”. Simpel gestaltet sich da schon fast “willst du mit mir gehen wie soll ich fragen”. 

Ganz neue Einnahmequellen tun sich da auf! Postkarten! E-Mail-Vorlagen! Und wenn das nicht mal einer iPhone-App bedarf… Obwohl “Willst du mit mir gehen?”-Frager und iPhone-Nutzer vielleicht nicht unbedingt in der gleichen Altersklasse liegen. 

Erstere rechen ich noch zu den Fragestellern nach “wie soll ich mädchen fragen ob die mit mir gehen will”, Letztere sehe ich auf der Suche nach “alternative zu willst du mit mir gehen”. Als – zur Abwechslung völlig ungeekigen – Lösungsvorschlag möchte ich dazu eine sehr gute Freundin sinngemäß zitieren: “Wie im Kindergarten. Haut euch endlich ‘ne Schaufel über den Kopf und gut ist.”

Und ansonsten: 42!

That’s life… III

 - von wortkomplex

An ohnehin uneffektiven und nicht so schönen Tagen dann auch gleich richtig einen drauf machen. 

Heute im Programm: Spaß mit zwei Leidenschaften – erstes Kletterset fotografiert mit erstem iPhone. Gekauft in Göttingens Bergwelt, zu der ich dank Google-Maps und GPS gefunden habe. Und nun auf ins Roxx, bis die Tore dicht gemacht werden. 

Gnihihihihihihihignh…

Gedankenfetzen: Kommunikationsdilemma

 - von wortkomplex

Variante 1: Schüchternheit siegt. Vielleicht auch leichte Angst vor diesem und jenem. Jedenfalls fehlt das entscheidende Teilchen Mut, vom Subtilen zum Deutlichen zu wechseln. Hinterher setzt der Ärger ein, nicht lieber doch etwas ganz anderes gesagt oder geschrieben zu haben. Vielleicht sogar zur Abwechslung das, was man eigentlich vermitteln will. 

Variante 2: Wird man doch mal etwas deutlicher, zeigt sein grundlegendes Interesse, sagt oder schreibt man dann doch mal etwas… dann kommt – z. B. im Falle einer SMS – spätestens zwei Stunden später der reuige Gedanke, wieso man es nicht doch lieber hat bleiben lassen. Im Gespräch auch gerne nach zwei Sekunden. Oder spätestens dann, wenn eine – irgendeine –  direkte Reaktion einfach ausbleibt.

Achachach…

ZweiPunktNulling

 - von wortkomplex

Menschzweinull, Traumfrauzweipunktnull. Alles 2.0 – und jetzt Dating 2.0? Bei manchen Sachen möchte ich mir nur noch die Augen zustöpseln und die Ohren zukneifen. 

Erst hatte ich ja inständig gehofft, es sei eine Realsatire. Eine Persiflage auf Web 2.0-Design und -Hype. KissNoFrog als Name hörte sich schon einfach stark danach an. Aber StasiStudi.VZ spamt mich jetzt seit Wochen mit Werbung dafür zu. Und langsam muss ich die Tatsache akzeptieren… dass diese Nullnummer Realität ist. 

Ach, früher war alles besser.

Da gab es auch noch Froschkönige.

Schlechtes Timing

 - von wortkomplex

24 Stunden sind derzeit wirklich, wirklich viel zu wenig Zeit, um alles unterzubekommen. Umso mehr frage ich mich, wozu verdammt noch mal habe ich eigentlich Online-Banking? Um jederzeit – oder genau dann, wenn ich eben Zeit habe – meinen Finanzkrams zu erledigen. Dachte ich. Bis vorgestern, 01.34 Uhr. 

Ich werde in meinem Irrtum aufgeklärt und bekomme diese Nachricht um die Augen gehauen:

Sie haben uns außerhalb unserer Betriebszeiten angewählt. Dienstag bis Samstag kommt es wegen Wartungsarbeiten zwischen 01:00 Uhr und 6:00 Uhr zu Einschränkungen.

Jedes Mal. Wieso vergesse ich das auch immer wieder und ärgere mich aufs Neue?

Ja spinnt’s ihr?

 - von wortkomplex

Kiel hat mich- abgesehen von der Flüssigsprotte – auf den Geschmack gebracht. Ohnehin stand vorher schon ein Kletter-Grundkurs im hiesigen Roxx fest auf meiner Wunschliste. Um mal zu schauen, wie hoch der Spaßfaktor ist und ob das für mich nicht ein schöner Alltagsausgleich wäre. Sicherlich nicht vergleichbar zum “richtigen” Klettern, aber – wie bereits beschrieben – sehr launig sind Hochseilparks. Oder zumindest High Spirits in Kiel, dem ich einen schönen Besuch abstattete.

Zurück in der Heimat, bin ich gerade auf der Suche nach Vergleichbarem. Und bislang schwer enttäuscht. Skyrope in Bad Harzburg und das Kletterteilchen in Volkmarshausen konnten mein Herz noch nicht erwärmen. Den High Spirit-Reiz macht gerade diese wunderbare Mischung aus wirklich abwechslungsreichen Parcours, die in den Wald eingebettet sind, und dem großartigen Blick auf das Wasser aus. Gut, letzteres kann mir Südniedersachsen eher weniger bieten. Aber wenigstens Bäume an sich, Wald und Landschaft könnten einbezogen werden. Das fehlt mir bei beiden Angeboten doch sehr, soweit es sich den Bildern entnehmen lässt. Hier wirkt es eher, als habe jemand an eine beliebige Stelle ein paar Pfeiler gestellt und mit Seilen verbunden. Während man bei High Spirits von Baum zu Baum klettert oder sich von Baumkrone zu Baumkrone schwingt.

Auch die Preisunterschiede haben mich etwas irritiert. Um nicht zu sagen schockiert. High Spirits: 13 (Kinder), 15 (Jugendliche, Studenten) und 17 Euro (Erwachsene). Dafür bekommt man wirklich viel geboten und hat kein Zeitlimit. Skyrope verlangt für zwei Stunden pro Person pauschal 20 Euro. In Volkmarshausen wird dem dann die Krone aufgesetzt: Kinder, Jugendliche, Vereine und Institutionen zahlen für drei bis vier Stunden 17 Euro pro Person, Erwachsene 27 Euro.

Es würde mich nicht wundern, wenn die Angebote hier nicht zum Renner werden.

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