Getaggt mit: Willst du mit mir gehen’
Virtuell verbandeln
- von wortkomplex
Mit dem Slogan “Willst du mit mir online gehen?” lockt die Uni Hannover ihre Studenten zu Semesterbeginn ins Netz. In etwas frischeren und flockigeren Bahnen zu denken und zu werben, um die Zielgruppe der ganzen jungen Hüpfer einzufangen, ist sicher nicht das Schlechteste. Deswegen finde ich diese WDMMG-Variation sogar ziemlich gelungen. Vielleicht auch, weil mich das Logo an schöne Kino-Erlebnisse mit Langnese erinnert.
Und um tief im eigenen Nähkästchen zu kramen: So unwahrscheinlich ist es tatsächlich nicht, dass sich durch die angebotenen Services Romanzen entwickeln. Aber so schön beworben wurde das an meiner Uni nie.
Willst du mit mir…
- von wortkomplex
…ins Theater gehen?
Liebe “Willst du mit mir gehen?”-Gemeinde, liebe “Willst du mit mir gehen?”-Vorlagen-Sucher,
ich bin schon gelegentlich sehr erstaunt, wie häufig dieses kleine Sätzchen gebraucht wird. Und wo man es überall findet. Gestern zum Beispiel im Theater. Man sollte meinen, dass es schon so abgedroschen und naheliegend ist, dass Werbe-Profis nicht ständig darauf zurückgreifen.
Beworben wird hier jedenfalls der Pärchen-/Bärchen-Abend, an dem man natürlich zu zweit in Richtung Kultur pilgert. In meiner interessierten Runde hat sich darum auch eher die Frage “Willst du mein Bärchen sein?” eingeschlichen.
Sehr adrett natürlich gleich der mitgelieferte Antwort-Button: “Ich will.”
Kleine Randnotiz: Entdeckt habe ich Postkarten und Buttons in der Pause zu “Warten auf Godot”. Was mir das wohl sagen soll.
Suchst du…? Willst du…?
- von wortkomplex
Als Ergebnis eines nächtlichen Chats (man lebt und redet ja schließlich betrübenderweise 2.0…) habe ich einen genaueren Blick darauf geworfen, mit welchen Suchanfragen man so hierher gelangt. Mit “ich will sex!” verfrachtet Google einen zwar nicht auf den Wortkomplex wie das offenbar bei anderen der Fall ist. Aber siehe da: Auch bei mir läuft das ein oder andere Amüsante auf. Sei es mittels “Erdbeerkram”, “hinterhältig”, “helfen fenchel schwitzen”, “böse Wespe” oder “hühner legen im sommer keine eier” – irgendwie kommt jeder hier an. Auch “poetisches Liebesgeständnis” und die Erklärung zu Mr. Silencers Nickname führen Suchende zu mir.
Eloquente Antworten auf all solch weltbewegende Fragen zu geben machen andere aber schon viel zu gut. Deswegen spare ich mir meine sinnlosen bis sinnbefreiten Aussagen zu “ist er Mr. Right?” (lieber nicht die Cosmopolitan zur Hilfe nehmen!) und “was bedeutet Seelenstriptease?”.
Stattdessen löse ich endlich auf, was die Menschheit am meisten beschäftigt. Glaubt man zumindest meiner Suchstatistik. Und das wären…
- Nervtötende Fliegen. Wahlweise auf dem Schreibtisch sitzend, nachts summend oder einen um den Schlaf bringend.
- Die Frage “Willst du mit mir gehen?”.
Ersteres ist recht unergiebig. Dass Fliegen nerven, wissen wir alle. Faszinierend daran ist höchstens, dass sich Betroffene auch zu diesem Thema online nach Leidensgenossen umschauen.
Also auf zum zweiten Problem… “Willst du mit mir gehen?” In der Tat eine Frage, die die Welt zu bewegen scheint. Und eine vielfältige obendrein. Da wird nach “willst du mir mir gehen brief”, ”willst du mir mir gehen karte” und “willst du mir mir gehen zettel” gesucht. Nach “willst du mir mir gehen ja nein vielleicht später”. Oder einfach nach dem tiefgründigen “willst du mir mir gehen wohin?”. Der ein oder andere beschäftigt sich sogar mit einem “willst du mir mir gehen layout”, das über die althergebrachten Karokästchen hinaus geht, oder sucht gleich nach “willst du mir mir gehen vorlagen”. Simpel gestaltet sich da schon fast “willst du mit mir gehen wie soll ich fragen”.
Ganz neue Einnahmequellen tun sich da auf! Postkarten! E-Mail-Vorlagen! Und wenn das nicht mal einer iPhone-App bedarf… Obwohl “Willst du mit mir gehen?”-Frager und iPhone-Nutzer vielleicht nicht unbedingt in der gleichen Altersklasse liegen.
Erstere rechen ich noch zu den Fragestellern nach “wie soll ich mädchen fragen ob die mit mir gehen will”, Letztere sehe ich auf der Suche nach “alternative zu willst du mit mir gehen”. Als – zur Abwechslung völlig ungeekigen – Lösungsvorschlag möchte ich dazu eine sehr gute Freundin sinngemäß zitieren: “Wie im Kindergarten. Haut euch endlich ‘ne Schaufel über den Kopf und gut ist.”
Und ansonsten: 42!
Willst du mit mir gehen?
- von wortkomplex
Eine Phase habe ich von der fünften bis ca. zur neunten Klasse eindeutig verpasst: Die „Willst du mit mir gehen?“-Phase. Heutzutage dürfte die auch schon früher losgehen. Im Kindergarten vermutlich.
Bei genaueren Überlegungen stellte ich heute fest, dass ich nie ein „Willst du mit mir gehen?“-Briefchen erhielt. Ich bin deprimiert. Zutiefst. Allerdings ist der Anlass, aus dem ich überhaupt darüber nachdachte, doch eher freudiger Natur.
Denn am Wochenende wurde ich für all die Enttäuschungen der Schulzeit entschädigt. Und sehr süß gefragt, ob ich mit jemandem gehen wolle. Die schelmisch lächelnd vorgebrachte Formulierung veranlasste bei mir ein sehr, sehr breites Grinsen. Den Rest des Tages lang. Ehrlich gesagt ist mir derjenige auch weitaus lieber als all meine verpickelten Schwärmereien zusammen. Gelegentlich fragt man sich doch, was man sich bei den Typen so gedacht hat…
Und immerhin musste ich so auch nicht „Ja“ oder „Nein“ ankreuzen … vielleicht auch noch „Vielleicht“. Überhaupt scheinen die „Willst du mit mir gehen?“-Briefchen nach jahrhundertelang überlieferten „Willst du mit mir gehen?“-Briefchen-Konventionen angefertigt zu werden. Der Text: Immer der gleiche. Die Antworten: Schwankend zwischen zwei und drei an der Zahl. Weiß eigentlich jemand, was passiert, wenn man „Vielleicht“ ankreuzt? Geschlechtsunterschiede: Mädchen schreiben es auf kitschig verziertes Briefpapier, vorzugsweise mit Pferden oder in rosa, Jungs auf zerknittertes liniertes Papier, vorzugsweise die letzte Seite des Deutschheftes.
So war das zumindest zu meiner Zeit. (Auch wenn ich ja nie selbst welche bekam… ja, ich bin wirklich deprimiert.) Girls und Boys, Macker und Schlampen, mögen das mittlerweile anders machen.
Aha, große Marktlücke: Vorlagen für „Willst du mit mir gehen?“-Briefchen. Grundschema immer das gleiche, ein paar Variationen fürs Layout. Microsoft setzt es für die Computer-Kiddies um, der Klingelton-Nervtöter für die Handy-Junkies. Die Erfolgschancen (und der Profit) schauen gut aus. Immerhin kauft die Zielgruppe auch Jamba-Abos.
Ich mache es mir derweil mit meinem … hm, Mitgeher? Wie nennt man sich nach einem positiven „Willst du mit mir gehen?“-Bescheid eigentlich? Egal. Mit dem mache ich es mir jedenfalls kuschlig gemütlich. In der eigenen Wohnung. Bei Filmen mit dem Label FSK 12. Welcher Fünftklässler kann da schon mithalten.

